Joint Operations
Wie bei Battlefield kann man mit Transporthubschraubern Truppen hinter die feindlichen Linien bringen.
Die Luft wird dünn für Battlefield Vietnam. Nach Söldner setzt Joint Operations zum Sturm auf die Multiplayer-Hochburg an - und muss sich nur knapp geschlagen geben. Wenn im Zockerkreis über die Genesis der Taktik-Shooter philosophiert wird, dann fallen meist Namen wie Rainbow Six, Counter-Strike oder Operation Flashpoint. Nur Eingeweihte erinnern sich, dass schon lange vor dem Siegeszug des Genres groß angelegte Multiplayer-Gefechte im Internet tobten: in Novalogics Delta Force-Reihe. Weil die allerdings über die Jahre mehr schlecht als recht gepflegt wurde, traten modernere Alternativen wie Battlefield 1942 ihr Erbe an. Nun soll Joint Operations verlorene Fans zurück- und neue hinzugewinnen. Die Chancen dafür stehen mehr als gut!
Keine Experimente
Das Display in der Ego-Sicht zeigt mit Minikarte (rechts unten), Zielstatus (rechts oben) und Waffenstatus (links unten) alles Wichtige an.
Anders als Söldner wagt Joint Operations keine Experimente, sondern kopiert das Battlefield-Prinzip: zwei Teams, ein Haufen Waffen, Fahrzeuge und Hubschrauber und eine Hand voll Stützpunkte, um die sich alle balgen. Der größte Unterschied zu EAs Shooter-Reihe ist der Maßstab: Während in Battlefield Vietnam maximal 64 Dschungelkriegern die Kugeln um die Ohren sirren, sind es in Novalogics Neuem satte 150 - auf Beta-Servern fanden sogar schon bis zu 200 Teilnehmer Platz. Da kann in absehbarer Zukunft kein Konkurrent mithalten. Entsprechend weiträumig haben die Entwickler die Schlachtfelder abgesteckt: Über 60 Quadratkilometer erstrecken sich die umfangreichen Exemplare, selbst um die kleineren zu durchqueren, braucht man zu Fuß 15 bis 20 Minuten. Mit weniger als 40 bis 50 Kombattanten kommen die Scharmützel kaum in Schwung. Ein Einzelspieler-Modus bleibt außen vor. Dafür gibt's eine Hand voll Trainingsaufgaben, von denen zwei "klassischen" Bot-Matches ähneln.
Panzer sind leichte Beute
Anders als man vermuten sollte, gehen die Zodiac-Schlauchboote nicht gleich beim ersten Treffer unter.
Schauplatz des Online-Kriegs von Joint Operations: Typhoon Rising ist der Inselstaat Indonesien, wo sich im Jahr 2006 einheimische Separatisten und eine internationale "Friedens"-Truppe in den Haaren liegen. Das Kriegsgerät ist neueren Datums, angefangen bei Stinger-Luftabwehrraketen über fest installierte Mark-19-Granatwerfer bis hin zu simplen Rauchbomben. Ähnlich modern der Fuhrpark: Amphibienfahrzeuge vom Typ Stryker, Halo-Helikopter, LCAC-Luftkissenboote. Verglichen mit der Battlefield-Serie spielen die Vehikel eher eine untergeordnete Rolle als Transportmittel, statt die Schlachtfelder zu dominieren. Kampfpanzer gibt's keine, die Geländewagen und Lkws sind abseits der gewundenen Waldpfade leichte Beute für Panzerfäuste. Einzig die Feuerkraft der Little-Bird-Helikopter und ihrer Gegenstücke auf indonesischer Seite ist beeindruckend, allerdings reagieren die Maschinen auf MG-Beschuss oder Raketen extrem allergisch. Mit etwas Teamwork gewinnt der Fuhrpark aber deutlich an Schlagkraft: Klemmen sich zwei Schützen hinter die seitlich angebrachten Miniguns im Blackhawk und feuern dann doch die bis zu vier Fluggäste aus den offenen Türen, wird der Hubschrauber zur fliegenden Festung, die niemand so leicht vom Himmel holt. Abgesehen vielleicht von den eigenen Passagieren, die bei solchen Aktionen gelegentlich das eigene Fluggerät perforieren - einer der glücklicherweise wenigen Bugs in der Verkaufsversion.


Sätze aus dem Artikel hab ich hier mal kursiv hervorgehoben...
Eingeweihte erinnern sich, dass schon lange vor dem Siegeszug des Genres groß angelegte Multiplayer-Gefechte im Internet tobten: in Novalogics Delta…