Interview: Das EA Community-Team
Eine aktive Spielergemeinde ist einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg von Online-Spielen wie Battlefield 1942 / Vietnam oder Joint Operations. Das weiß auch Electronic Arts und hat ein Team eigens zur Unterstützung der Spielerschaft ins Leben gerufen: Das EA Community Team. Mit Uli Lächelt, dem Gründer und Chef des Teams, sprechen wir darüber, was eine gute Community ausmacht, wie man Spieler fördern kann und wie ein Spiel erfolgreich wird.
PC Games: Das EA Community Team ist ein in der Spielelandschaft ziemlich einzigartiges Projekt - wie kam es dazu?
Lächelt: "Ich habe im Jahre 2002 als Webmaster der zockerweibchen.de-Community einen Teil der Releaseveranstaltung zu Global Operations mitorganisiert, zu der vorrangig Vertreterinnen von dieser Community eingeladen waren. Es war ein klasse Event, auch wenn das Spiel leider in der Versenkung verschwand. Nach der Veranstaltung kam EA auf mich zu und fragte, ob ich nicht Interesse und Lust hätte, ein Community Team für einige EA Spiele langfristig aufzubauen, um Communities zu fördern und besser zu unterstützen. Meine anschliessende Bewerbung wurde angenommen, und seit Herbst 2002 übe ich diesen Job als Teamleader aus. Unser Team besteht inzwischen aus sieben Mann, jeder hat seinen eigenen Aufgabenbereich und sein zu betreuendes Spiel. Der Aufgabenbereich reicht vom Sponsoring über Support verschiedener Fan-Projekte, Anticheat-Projekte, Unterstützung von Ligen und LAN-Parties bis hin zum Organisieren von Release-Events - bislang etwa zu Battlefield Vietnam oder Joint Operations. Wir betrachten uns somit auch als Schnittstelle zwischen EA und den Spielern. Wir bauen unsere Dienste kontinuierlich aus und wollen die Wahrnehmung unserer Arbeit künftig weiterhin verstärken."
PC Games: Was gehört eurer Meinung nach zu einer guten Community?
Lächelt: "Kommunikation und Kooperation halte ich für sehr wichtig. Leider, und auch aus manchmal verständlichen Gründen, herrscht oftmals Konkurrenz zwischen vielen Projekten. Im Allgemeinen wäre es sinnvoller, wenn eine Community gemeinsam und organisiert auftritt, und nicht viele Einzelstimmen nach Sponsoring oder ähnlichem rufen. Sicher ist dies leichter gesagt als getan, aber es tut niemandem weh, auch mal über das eigene Projekt hinauszusehen und sich mit anderen auszutauschen."
PC Games: Und was braucht ein Spiel, damit so eine Spielergemeinde um es herum wächst?
Lächelt: "Communities sollten in jedem Fall genügend langfristigen Support seitens der Hersteller bekommen, sei dies in Form von Tools wie Editoren, Mod-Unterstützung, oder auch einige Ressourcen für Gewinnspiele, Merchandise, Ligen-Förderung und so weiter. Natürlich gehören dazu auch Anticheattools - oder Möglichkeiten, Cheats effektiv zu unterbinden, sowie Möglichkeiten der Live-Übertragung von Spielen, beispielsweise über Videostreams. Ich bin durchaus der Meinung, dass eine ¿lebendige' Community auch dem Hersteller nützt und langfristig den Verkauf ankurbelt."
PC Games: Wo siehst du die besonderen Stärken von Joint Operations?
Lächelt: "Zum einen natürlich, dass man mit mehr als 100 Leuten gemeinsam auf einem Server Spaß haben kann. Bei einer solchen Menge wird es eminent wichtig durch adäquate Kommunikation ein optimales Teamplay zu gewährleisten. Kommunikation, das zeigte die Vergangenheit, ist eines der wichtigsten Dinge, die eine Community staerkt und wachsen laesst. Zum anderen ist die Möglichkeit, ganze motorisierte Verbände mit Hilfe von Transportern zu verschieben, ein fantastisches Feature. Das eröffnet einmalige strategische Optionen, die das Spielgeschehen noch mannigfaltiger werden lassen."

