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  • Jowood-Themenwoche - heute Start der Serie: Piranha Bytes über die Zukunft von Gothic

    Vor gut einem Monat, am 21. April, kam das endgültige Aus für die Jowood Entertainment AG. In einer ausführlichen Reportage in der PC Games 6/11 (erscheint am 25. Mai) beleuchten wir die wechselvolle Jowood-Geschichte und erklären, wie sich die Österreicher in einen Teufelskreis aus Größenwahn, unfertigen Spielen (Gothic 3, Götterdämmerung, Söldner usw.) und tragischen Fehlentscheidungen hineinmanövrierten. Dazu passend gibt es ab heute täglich ein Interview mit Jowood-Insidern. Den Anfang macht Michael Rüve von Piranha Bytes (Gothic 1-3, Risen).

    Das 'alte' Logo von Jowood, mit dem der Publisher im Jahr 2000 an die Börse ging. Zwischenzeitlich wurde die Marke dezent überarbeitet. Das "alte" Logo von Jowood, mit dem der Publisher im Jahr 2000 an die Börse ging. Zwischenzeitlich wurde die Marke dezent überarbeitet. Quelle: JoWooD Begleitend zur Jowood-Reportage "Die Unsinkbaren" in PC Games 6/11 veröffentlichen wir ab dem heutigen Mittwoch täglich ein neues Interview mit Leuten, die es wissen müssen: Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten dabei sind und das Geschäft kennen wie ihre Westentasche. Insbesondere wird es auch um die Frage gehen, wie es mit Gothic, Arcania & Co. weitergeht. Freut euch auf interessante Blicke hinter die Kulissen des österreichischen Publishers, der mit Titeln wie Gothic 2, Gothic 3, Spellforce, Industriegigant und Die Gilde Spielegeschichte geschrieben hat.

    Unrühmliches Jowood-Kapitel: Richard Dean Anderson (McGyver) wirbt auf der E3 2005 für den Shooter Stargate: SG-Alliance, der nie erscheint. Unrühmliches Jowood-Kapitel: Richard Dean Anderson (McGyver) wirbt auf der E3 2005 für den Shooter Stargate: SG-Alliance, der nie erscheint. Und das sind einige unserer Experten und Gesprächspartner:

    Hans Schilcher
    Gründer und Vorstand von Jowood sowie Spieldesigner (Der Industriegigant, Der Verkehrsgigant)

    Michael Rüve
    Geschäftsführer von Piranha Bytes (Gothic 1 bis 3, Risen, Risen 2: Dark Waters)

    Ralf Adam
    Langjähriger Produzent und Projektleiter für viele Jowood-Titel, unter anderem Spellforce und Die Gilde

    Stefan Berger
    Seit 2001 bei Jowood tätig und zuletzt als Business Development Manager verantwortlich - zum Interview

    Alexander Jorias
    Gründer und Geschäftsführer von Massive Development (Schleichfahrt, Aquanox, Aquanox 2: Revelation)

    Teut Weidemann
    Gründer und Geschäftsführer von Wings Simulations (Panzer Elite und Söldner: Secret Wars) - zum Interview

    ...plus weitere "Zeitzeugen".

    Wir starten die Interview-Serie mit Michael Rüve, seit 2002 Geschäftsführer von Piranha Bytes. Natürlich freuen wir uns auf eure Fragen und Kommentare rund um die Interviews und die Reportage.

    Michael Rüve, seit 2002 Geschäftsführer des Essener Spiele-Entwicklers Piranha Bytes (Gothic 1-3, Risen). Michael Rüve, seit 2002 Geschäftsführer des Essener Spiele-Entwicklers Piranha Bytes (Gothic 1-3, Risen). PC Games: Michael, das Schicksal von Piranha Bytes ist eng mit Jowood verknüpft. Der Clinch mit Entwicklern wie euch wurde zwangsläufig recht öffentlich ausgetragen. Jetzt kam das endgültige Aus für Jowood. Würdest du die These unterschreiben, dass sich Jowood mehr mit sich selbst beschäftigt hat als mit der Entwicklung von Spielen?
    Michael Rüve: Ich selbst habe im Laufe unserer Zusammenarbeit mit Jowood - also von 2002 bis 2007 - mit sechs verschiedenen Vorständen zu tun gehabt. Umgerechnet also jedes Jahr ein neuer. Jeder von ihnen hatte naturgemäß auch unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Strategie seiner Firma auszusehen hat. Und wer schon einmal in einer größeren Firma gearbeitet hat, in dem das Wort "Restrukturierung" oder auch "Strategiewechsel" von der Geschäftsleitung ausgegeben wurde, weiß, wie viele Ressourcen das bindet, die dann im Tagesgeschäft nicht mehr zur Verfügung stehen. Dass man dort in der Zeit dann obendrein mehrfach mit erheblichen finanziellen Problemen zu kämpfen hatte, hat die Sache auch nicht vereinfacht.

    PC Games: Dein Kollege Michael Hoge meinte in einem Anfang Mai veröffentlichten Interview zu Gothic 3, das Ganze sei eskaliert, als "der Publisher uns dazu gezwungen hat, Gothic 3 zu veröffentlichen, bevor wir es fertig hatten." Wie muss man sich das in der Praxis vorstellen und warum habt ihr euch nicht einfach geweigert, das Spiel in dieser Form auf den Markt zu bringen?
    Michael Rüve: Als Entwickler ist man praktisch immer mit der Entwicklung beauftragt – typischerweise vom Publisher. Das Produkt "gehört" also dann grundsätzlich auch dem Auftraggeber. Wenn der beschließt, dass es nun gut ist und veröffentlichen will, hat man als Entwickler keine Handhabe, es sei denn, man wäre bereit einen Vertragsbruch mit all seinen üblen Konsequenzen zu begehen. Was dann passieren kann und mit Sicherheit dann auch passiert wäre, haben wir im Jahr 2007 gesehen. Da flatterte absolut unerwartet ein Antrag auf einstweilige Verfügung gegen uns ins Haus. Pikanterweise nicht nur gegen unsere Firma, was alleine schlimm genug sein kann, sondern gleich auch noch gegen Michael Hoge und mich als Privatpersonen. Dieses Verfahren haben wir gewonnen – bei einem auf die vertragswidrige Verweigerung einer Herausgabe des Produktes folgenden Prozess hätte das aber mit Sicherheit anders ausgesehen.

    Geliebt, gehasst, vergöttert: Das Rollenspiel Gothic 3 kam 2006 in einem bemerkenswert traurigen Zustand auf den Markt. Dennoch wählten es die Fans mehrfach zum 'Spiel des Jahres'. Geliebt, gehasst, vergöttert: Das Rollenspiel Gothic 3 kam 2006 in einem bemerkenswert traurigen Zustand auf den Markt. Dennoch wählten es die Fans mehrfach zum "Spiel des Jahres". Quelle: PC Games PC Games: Wie erklärst du dir die enorme Leidensfähigkeit der Gothic-Fans, die auch den dritten Teil trotz der vielen Probleme fast schon abgöttisch verehren, mehrfach zum "Spiel des Jahres" gewählt und sogar in Eigenregie Patches entwickelt haben?
    Michael Rüve: Es war anscheinend doch nicht so schlecht, wie es gemacht wurde. Jemand hat Gothic 3 einmal im Hinblick auf die Technik als "ungeschliffenen Rohdiamanten" bezeichnet. Das haben wohl auch andere so gesehen und sich mit Schleifwerkzeugen darüber hergemacht. Es ist ganz erstaunlich, was trotz der widrigen Umstände noch geschafft wurde.

    PC Games: Jowood und Piranha Bytes wurde ja von den eigenen Fans zuweilen recht heftig kritisiert. Gab es Momente, in denen ihr euch zu Unrecht an den Pranger gestellt saht?
    Michael Rüve: In Einzelfällen ja. Aber das waren dann auch die überall mal auftretenden Einzelmeinungen. Im Allgemeinen aber eben nicht. Wir sind keine Heiligen. Aber ist es nicht letztendlich für die Erschaffer eines Werks allemal besser, wenn berechtigte Kritik daran geübt wird, als wenn sich schlicht kein Mensch dafür interessiert?

    PC Games: Die Rechte an der Marke "Gothic" fallen nach der Fertigstellung von Risen 2 an euch zurück. Ihr habt doch sicher schon ungefähre Pläne für die Zeit nach diesem Tag X – wie sehen diese aus?
    Michael Rüve: Natürlich gibt es dazu grundsätzliche Überlegungen – aber nichts Konkretes, was wir zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich machen möchten. Aktuell sind wir mit den Arbeiten an Risen 2 auch gut ausgelastet – als Team von etwas mehr als 20 Mann stemmt man nicht mal so eben mehrere Großprojekte gleichzeitig. Damit würden wir uns nur heillos verzetteln.

    PC Games: Angenommen, ihr hättet nochmal die Möglichkeit, einen Tag oder eine Woche an Gothic 3 zu arbeiten. Was wäre eure erste Amtshandlung?
    Michael Rüve: Es sein zu lassen. Die letzten Arbeiten an dem Produkt haben wir 2007 vorgenommen. Danach haben noch andere daran gearbeitet – ohne dass wir ihre Arbeit intern kennen würden. Das ist nun über vier Jahre her. Alleine die Zeit die gebraucht würde, um sich wieder in die Thematik zurückzufinden, würde die Woche – wahrscheinlich sogar mehr als das – restlos auffressen. Das Spiel ist jetzt so, wie es ist. Die Fangemeinschaft hat noch viele Verbesserungen vorgenommen, die nun auch zur Verfügung stehen. In der öffentlichen Wahrnehmung ist es m.E. schlechter, als es ist – es liegt in der Natur der Sache, dass über Schwächen mehr und länger geredet wird als über Stärken. Ein Gothic 1 oder 2 würde es nie werden – und das sollte es auch nie! Auch wenn die Hardcore-Fan-Fraktion von Gothic 1 und 2 das nicht so gerne hört – es gibt auch eine Menge Leute, denen Gothic 3 besser gefallen hat als Gothic 1 oder 2.

    Lest zu diesem Thema auch den Report "Die Akte Jowood" bei unseren Kollegen von Games Aktuell. Die Reportage "Die Unsinkbaren" über den Aufstieg und Niedergang von Jowood findet ihr in der PC Games 6/11 (ab diesem Samstag bei den Abonnenten, ab 25. Mai beim Zeitschriftenhändler).

  • Es gibt 20 Kommentare zum Artikel
    Von Pyras
    ich finds schade das Jowood den bach runter is, eines meiner ersten strategie spiele von denen, um genau zu sein Die Völker was vermutlich einigen nix sagt.

    zu gothic gibts eig net viel zu sagen 1 und 2 hammer, schon oft durch aber der rest iwie enttäuschend.
    Von Petra_Froehlich
    Es liegt uns komplett fern, hier "nachzutreten" und ziehen auch nicht über Jowood her. Im Gegenteil: Wir pflegen bis zum heutigen Tage sehr partnerschaftliche Beziehungen zu Jowood. Nahezu alle namhaften Leute aus 16 Jahren Jowood sind nach wie vor im Geschäft und wir treffen sie bei allen möglichen…
    Von Morathi
    Sorry, aber wo wurde hier bitte nachgetreten oder unterstellt, dass Jowood keine Verlängerung erlaubt hat? Es wurde nur gesagt, dass die Firma finanziell sehr wacklig stand und man es sich entsprechend schlicht nicht leisten konnte, das release noch weiter hinauszuzögern, mehr nicht. Was du da behauptest,…
    • Es gibt 20 Kommentare zum Artikel

      • Von Pyras Neuer Benutzer
        ich finds schade das Jowood den bach runter is, eines meiner ersten strategie spiele von denen, um genau zu sein Die Völker was vermutlich einigen nix sagt.

        zu gothic gibts eig net viel zu sagen 1 und 2 hammer, schon oft durch aber der rest iwie enttäuschend.
      • Von Petra_Froehlich Legende
        Zitat von der-jan
        auch stößt mir dieses "nachtreten" irgendwie schlecht auf - als es jowood noch gab hat man sich mit denen recht gut gehalten - die haben ja auch fleißig werbung bei pcg und pcg.de geschaltet, man bezog von ihren recht viele vollversionen usw - zu zeiten von "söldner"…
      • Von Morathi Erfahrener Benutzer
        Zitat von der-jan
        auch stößt mir dieses "nachtreten" irgendwie schlecht auf - als es jowood noch gab hat man sich mit denen recht gut gehalten - die haben ja auch fleißig werbung bei pcg und pcg.de geschaltet, man bezog von ihren recht viele vollversionen usw - zu zeiten von "söldner"…
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Jowood-Themenwoche - heute Start der Serie: Piranha Bytes über die Zukunft von Gothic
Vor gut einem Monat, am 21. April, kam das endgültige Aus für die Jowood Entertainment AG. In einer ausführlichen Reportage in der PC Games 6/11 (erscheint am 25. Mai) beleuchten wir die wechselvolle Jowood-Geschichte und erklären, wie sich die Österreicher in einen Teufelskreis aus Größenwahn, unfertigen Spielen (Gothic 3, Götterdämmerung, Söldner usw.) und tragischen Fehlentscheidungen hineinmanövrierten. Dazu passend gibt es ab heute täglich ein Interview mit Jowood-Insidern. Den Anfang macht Michael Rüve von Piranha Bytes (Gothic 1-3, Risen).
http://www.pcgames.de/JoWooD-Entertainment-AG-Firma-15517/News/Jowood-Themenwoche-heute-Start-der-Serie-Piranha-Bytes-ueber-die-Zukunft-von-Gothic-825202/
18.05.2011
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