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  • James Bond 007 Skyfall: Beifall oder Reinfall? Unsere Filmkritik zum neuen Bond mit Daniel Craig

    Kinostart für den 23. Bond-Streifen: Daniel Craig gibt zum dritten Mal den britischen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten. An seiner Seite: junge Frauen. Und M. Auf der anderen Seite: Javier Bardem (No Country for Old Men), der vielleicht fiesteste Filmbösewicht seit dem Batman-Joker und Hannibal Lecter. Menschlicher soll 007 in Skyfall rüberkommen. Gebrochener. Authentischer. Doch nach 2,5 Stunden Skyfall sind wir eher geschüttelt als gerührt, denn natürlich geht's auch im neuen Bond ordentlich zur Sache - hier unsere Filmkritik.

    Bond trinkt einen übern Durst, die Bartstoppeln sprießen, die Augenfältchen sind nicht zu übersehen, er trifft die Zielscheiben beim MI6-Idiotentest nicht richtig und verdrückt für handgestoppte fünf Sekunden ein paar Tränchen – das reicht heutzutage schon aus, damit weltweit führende Kinokritiker über einen super-menschlichen Doppelnullagenten jubeln. Dazu noch ein paar Anspielungen auf Autos, Gadgets, Frauen aus 50 Jahren James-Bond-Historie, Motorrad-Verfolgungsjagden über den Dächern Istanbuls, Schulbubenschlägereien auf fahrenden Zügen – und schon wird das Prädikat "Bester Bond aller Zeiten" (mindestens!) ans Revers von James Bond 007: Skyfall geheftet.

    Zurecht?

    Es war keine große Herausforderung, den öden Vorgänger Ein Quantum Trost zu toppen – womöglich ist das ein Grund für die Erleichterung, die sich nach den Pressevorführungen von Skyfall breit machte. Auch die Fans dürften zufrieden sein, aber eben auch nur das. Im Vergleich zum brillanten Casino Royale aus dem Jahr 2006 kann Skyfall nur in der Disziplin "Bösewicht" wirklich punkten. Dazu gibt es mit neuem Personal wie Ralph Fiennes (der Harry-Potter-Voldemort) und Ben Wishaw (Das Parfüm) als künftigem Q frische Gesichter, die die Basis für weitere Bond-Folgen bilden.

    Dramaturgisch wird es inzwischen natürlich eng für Bond und Hauptdarsteller Daniel Craig: Echte Gegner, die die Weltherrschaft an sich reißen oder ganze Supermächte ins Chaos stürzen wollen, sind im Jahr 2012 kaum noch zu vermitteln. Auch bei den Schauplätzen wird die Auswahl übersichtlicher, denn Bond hat in den 22 Folgen zuvor eh schon alles gesehen – und bei den wenigen verbliebenen, wirklich spektakulären Orten wie dem Burj Khalifa (dem weltgrößen Gebäude in Dubai) war Mission Impossibles Ethan Hunt einfach schneller. Und der hatte mit seinen Hightech-Klettter-Handschuhen auch die weiß Gott cooleren Gadgets und die buchstäblich atemberaubenderen Auftritte.

    Das Highlight von Skyfall ist ohne Frage der dämonisch wirkende Gegenspieler Raoul Silva – nicht nur optisch erinnert er an den legendären Heath-Ledger-Joker aus Batman: The Dark Knight. Gespielt wird er vom brillanten Javier Bardem, der für eine ähnliche Psychopaten-Rolle in No Country for Old Men mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Silva bedroht den britischen Geheimdienst von innen und hat offenkundig viel Freude daran, ein Gebäude nach dem anderen in die Luft zu jagen. Was ihn sonst treibt außer ein kleines bisschen Rache am MI6 – schwer nachzuvollziehen.

    Die gut zweieinhalb Stunden sind pickepackevoll mit all dem, was man von einem Bond-Film erwarten darf. Nur wirklich spannend, das ist der Film nicht. Das liegt auch daran, dass mehrere Szenen einfach nicht aufgelöst werden. In den ersten Minuten des Films (noch vor dem gewohnt toll gemachten Intro inklusive Adele-Titelsong) wird Bond angeschossen, stürzt von einer Brücke, über einen tosenden Wasserfall und sinkt offenkundig bewusstlos zu Boden. Wenige Minuten später steht er an einer Strandbar und schlürft Cocktails. Wie er das gemacht hat? Man weiß es nicht. Mitfiebern sieht anders aus.

    Symptomatisch für Skyfall auch folgende Szene: Schurke und Doppelnullagent stehen auf einem zugefrorenen See. Der Schurke bedroht den Doppelnullagenten mit einem Maschinengewehr. Frage: Wie viele Zuschauer im Kinosaal ahnen nicht, was jetzt passieren wird? Und das ist kein gutes Zeichen. Vermutlich hat man als Kinogänger einfach schon viel zu viele Actionfilme im Allgemeinen und zu viele Bonds im Speziellen gesehen, um am Ende von Skyfall wirklich überrascht zu werden.

    Skyfall ist ein ordentlicher Bond zum 50. Jubiläum und ein guter Action-Film, der das Eintrittsgeld wert ist, allein schon wegen der Leistung von Javier Bardem. Aber nur die wenigsten Skyfall-Gucker dürften am Kinoausgang überzeugt zu Protokoll geben, soeben den besten Bond aller Zeiten gesehen zu haben.

  • James Bond 007: Skyfall
    James Bond 007: Skyfall
    Kinostart
    01.11.2012
    Film-Wertung:
     
    Es gibt 19 Kommentare zum Artikel
    Von LordCrash
    Gute Darsteller? Judi Denchs Leistung kann ich ja noch nachvollziehen, aber Craig wirkt wieder mal so, als hätte er…
    Von ExCorZisssT
    Bin einmal im Film für ca 1. Minute eingepennt (hatte nicht geschlafen)Hab jetzt nen Ohrwurm der am Anfang des Liedes…
    Von Texer
    Bin in der dritten Stunde nen paarmal eingepennt xD , muß ihn nochmal guggn, aber Anfang war ganz lustig (36h…
    • Es gibt 19 Kommentare zum Artikel

      • Von LordCrash Gesperrt
        Zitat von Cpt-Buzz
        Ich habe mir den neuen Bond angesehen und muss sagen er gefällt mir richtig gut. Gute Action, gute Darsteller (besonders Judi Dench) und gute Story.
        Gute Darsteller? Judi Denchs Leistung kann ich ja noch nachvollziehen, aber Craig wirkt wieder mal so, als hätte er einen…
      • Von ExCorZisssT Erfahrener Benutzer
        Bin einmal im Film für ca 1. Minute eingepennt (hatte nicht geschlafen)
        Hab jetzt nen Ohrwurm der am Anfang des Liedes spielt.
        Ein ordentlicher Film , auch für Leute die James Bond-Filme nicht geguckt haben (wie ich)
      • Von Texer Erfahrener Benutzer
        Bin in der dritten Stunde nen paarmal eingepennt xD , muß ihn nochmal guggn, aber Anfang war ganz lustig (36h-"Arbeitstag").
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James Bond 007: Skyfall
James Bond 007 Skyfall: Beifall oder Reinfall? Unsere Filmkritik zum neuen Bond mit Daniel Craig
Kinostart für den 23. Bond-Streifen: Daniel Craig gibt zum dritten Mal den britischen Geheimagenten mit der Lizenz zum Töten. An seiner Seite: junge Frauen. Und M. Auf der anderen Seite: Javier Bardem (No Country for Old Men), der vielleicht fiesteste Filmbösewicht seit dem Batman-Joker und Hannibal Lecter. Menschlicher soll 007 in Skyfall rüberkommen. Gebrochener. Authentischer. Doch nach 2,5 Stunden Skyfall sind wir eher geschüttelt als gerührt, denn natürlich geht's auch im neuen Bond ordentlich zur Sache - hier unsere Filmkritik.
http://www.pcgames.de/James-Bond-007-Skyfall-Film-239182/Specials/James-Bond-007-Skyfall-Beifall-oder-Reinfall-Filmkritik-zum-neuen-Bond-mit-Daniel-Craig-1033510/
01.11.2012
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2012/10/Skyfall.jpg
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