Jack Keane im Test: Ein wahrlich tolles Adventure
Da Guybrush Threepwood trotz hartnäckiger Gerüchte um Monkey Island 5 pausiert, übernimmt ab sofort Jack Keane die Vorherrschaft im Comic-Adventure-Genre. Die Entwickler Deck 13, die bereits mit Ankh gezeigt haben, dass sie sich auf brüllkomische Adventures verstehen, legen mit Jack Keane nach. Der Anspruch auf die Genre-Referenz wird bereits im Intro klar - die Einblendung "Irgendwo im Indischen Ozean" ähnelt nicht zufällig dem "Irgendwo tief in der Karibik" der Monkey Island-Anfänge.
Ähnlich wie Guybrush gerät auch Jack eher unfreiwillig in sein ungestümes Abenteuer. Auf der Flucht vor Schuldeneintreibern - fulminant und temporeich im berühmten Londoner Uhrturm am Palace of Westminster inszeniert - nimmt er einen Auftrag des britischen Geheimdienstes an. Der Spionage-Trupp ist dem Tee-Züchter und -Händler Dr. T. (Zitat Jacks zum Namen: "Wie albern ist das denn?") auf der Spur, der mit pflanzenfressenden Pflanzen dafür sorgen will, dass außer seiner Teesorte keine andere mehr zur Abendzeit im Empire mit Milch, Cookies und Pfefferminzsauce serviert wird.
Zunächst sammelt Jack in Kapstadt einen Agenten ein, lädt ihn auf der Inselperle Tooth Island ab, dann geht's schuldenfrei wieder nach Hause. Sie finden, das klingt zu einfach? Richtig: Der Bond-Verschnitt ("Ich musste zum Geheimdienst, ich kann doch sonst nichts anderes") ist mehr Tollpatsch als tollkühn, das eigene Boot sucht den Meeresboden auf und die Crew geht lieber mit einer adretten US-Amerikanerin weitere Wege.
Sich aus derart misslichen Situationen mit Improvisationsgabe zu befreien und dann herauszufinden, was es eigentlich mit Tooth Island auf sich hat, ist Ihre Aufgabe in Jack Keane. Sie lenken Jacks Geschicke in 13 Kapiteln von Rätsel zu Rätsel, Minispiele oder gar Actioneinlagen gibt es nicht. Auf dem Weg sacken Sie alle Gegenstände unabhängig von ihrer Niet- und Nagelfestigkeit ein und kombinieren daraus neue Utensilien, etwa ein behelfsmäßiges Windrad aus Farnen und einem Wagenrad. Gut: Zusatzrätsel wie das Aushöhlen von Kürbissen schalten Boni frei. Besser: Mitunter gibt es sogar mehrere Lösungswege für ein und dasselbe Rätsel!
Wie es sich für ein gutes Comic-Adventure gehört, werden Sie dabei mit Anspielungen auf Filme, Spiele und kulturelle Eigenheiten überschüttet. Ein wie Gandalf ("Du kommst nicht vorbei!") auftretender Brautvater oder ein versehentlich gezüchteter Purpurtentakel (genau, aus Day of the Tentacle) bringen Sie permanent zum Schmunzeln - mitunter auch zum lauten Loslachen. Später, und hiermit unterscheidet sich Jack Keane positiv von Ankh, erhält die Geschichte zusätzliche Tiefe. Wir erfahren, wer Jack eigentlich ist - in einer beeindruckenden Rückblende. In solchen Momenten erinnert Jack Keane an Fahrenheit oder Baphomets Fluch: Der schlafende Drache - behält aber immer den Sinn für Humor.
Über lange Zeit bleibt Jack Keane somit zwar sehr unterhaltsam, aber insgesamt einen Tick zu brav und seicht. Und trotz der vielen Affen und der dynamischen Kameraschwenks: Warum muss der Spieler, um Jack manche Treppen hoch- und runterzuschicken, wieder und wieder die "Klettern"-Aktion ausführen? Dieses kleine Manko raubt Jack Keane an manchen Stellen den Spielfluss, zumal auch keine Übersichtskarten die schnelle Reise ermöglichen.
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Aber Vorsicht: nur lesen, wenn du nicht weiter kommst. Nimmt sonst viel Spielspaß.
ich komme bei "Jack Keane" nur bis zu dem Punkt : Mit dem nassen Lappen den Eimer nehmen.
Mit rechter Maustaste den Lappen von links open herrunter nehmen und dann in den Eimer halten,
und der Lappen geht nicht in den Eimer und Jack Keane nimmt ihn auch nicht.
Was mache ich falsch ?