pcgames.de - Wissen, was gespielt wird!

Internet

Das Ende der Videospiele: Löst Cloud Computing PCs und Konsolen ab?

18.08.2009 19:16 Uhr
|
Neu
|
Cloud Computing ist eines der aktuellen Buzzwords - ein heißes Thema, weil es die IT revolutionieren soll. Und auch die Spieleindustrie, glaubt Entwickler Silicon Knights: "2009 geht das Goldene Zeitalter der Videospiele zu Ende".

Spielen in der Cloud - ist das die Zukunft? Spielen in der Cloud - ist das die Zukunft? Die Idee hinter Cloud Computing klingt verlockend: Anstatt einen teuren PC mit dicker Festplatte, flottem Prozessor und hochperformanter Grafikkarte zu kaufen, wird nur noch ein kleiner "Empfänger" benötigt. Ein Empfänger für einen Datenstrom aus dem Internet, der alles enthält, was ein Spieler braucht. Grafik. Sound, Levels, Story, die Aktionen von Mitspielern - all das wird nicht mehr auf dem heimischen PC berechnet, sondern in riesigen Server-Farmen, die über die ganze Welt verteilt stehen. Der kleine Empfänger zuhause nimmt nur noch die Befehle des Spielers entgegen, schickt sie durchs Netz und empfängt die entsprechenden neuen Informationen. Das muss natürlich extrem schnell und ruckfrei geschehen, sonst wird kein Spieler die Cloud als Alternative zu einem PC, einer PS3 oder Xbox 360 akzeptieren. "Können wir", behaupten zum Beispiel die Macher von Onlive oder Gaikai.

Geht ein Goldendes Zeitalter zu Ende?

Ein weiterer bekannter Fürsprecher der Cloud-Technologie ist Entwickler Silicon Knights, die zuletzt Too Human für Xbox 360 veröffentlichten. Denis Dyack von Silicon Knights glaubt sogar, dass "2009 als das Jahr in die Geschichtsbücher eingehen wird, in denen das Goldene Zeitalter der Videospiele zu Ende ging". Er geht bei einem Vortrag auf der GDC in Köln davon aus, dass Nintendo, Sony und Microsoft künftig keine eigenen Konsolen mehr entwickeln würden, sondern ihre Spiele über die Cloud ausliefern. Die eingangs beschriebene kleine Box hätte einen Nintendo-, Sony- und Microsoft-Kanal, den der Spieler wählen könnte. Die Firmen würden dadurch hohe Entwicklungs- und Produktionskosten einsparen können - angesichts der Tatsache, dass die Konsolenhersteller in den ersten Jahren bei der Hardware draufzahlen, eine reizvolle Aussicht.

Zusammen mit dem digitalen Vertrieb von Spielen könnten nicht nur Kosten gesenkt werden, sondern wahrscheinlich auch die Umwelt geschont werden. Für CDs wurden die Auswirkungen des digitalen Vertriebs bereits erforscht. Demnach spart das Downloaden von Musik direkt auf den Player 80% Kohlendioxid gegenüber im Laden gekauften CDs. Wird Musik gesaugt und dann gebrannt, liegt die Einsparung immer noch bei 40% CO2-Ausstoß. Aus Dyacks Sicht wäre mit Cloud Computing auch das Problem der Piraterie gelöst, denn wenn die Spiele erst einmal nur noch für Server-Farmen programmiert seien, dann gebe es außerhalb der Cloud keine geeigneten Abspielstationen mehr. Oder nur noch mit sehr großem Aufwand.

Technisch ist Spielen über die Cloud bereits möglich, allerdings noch nicht so reibungslos, wie es sich Entwickler und Spieler wünschen. Bei Onlive und Gaikai wird noch fleißig optimiert. Wer Lags aus Onlinespielen kennt, weiß um die Schwierigkeiten einer reibungslosen und verzögerungsfreien Auslieferung von Spielinhalten. Das Streamen von Video, Audio, Physik und so weiter ist aufwändiger als - salopp formuliert - ein paar Daten zwischen Spieler-PC und WoW-Server zu übertragen.

Was glauben Sie: Kann Cloud Computing eine echte Alternative sein? Können Sie sich eine rein digitale Zukunft als Spieler vorstellen? Diskutieren Sie im Forum und nutzen Sie unseren Quickpoll!

Chefredakteur
Moderation
18.08.2009 19:16 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: 0
03.04.2010 14:47 Uhr
Zitat: (Original von schrehe;8621188)
Für einen Aprilscherz eigentlich 2 Tage zu spät 


Wenn man den Termin des Artikels anschaut, sinds ein paar Tage mehr. 
Benutzer
Bewertung: 0
03.04.2010 13:17 Uhr
Für einen Aprilscherz eigentlich 2 Tage zu spät 
Zum Glück gibt es da draussen im Netz noch Menschen die selbstständig denken und handeln und solange diese Gattung nicht ausstirbt wird es dieses Schwarz-Weiss-Bild nicht geben. Die Welt ist grau sag ich nur.
Mit Sicherheit gibt es Firmen die daran…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
22.08.2009 11:56 Uhr
Es ist noch gar nicht so lange her, da konnte man sich als PC-Anwender bzgl. Hard und Software nur zwischen wenigen grossen Monopolisten entscheiden. Scheinbar wünschen sich einige diese Zeiten wieder herbei.

Denn es sollte klar sein, dass sich Entwickler von OpenSource und anderer kotsenlos und…

Verwandte Artikel

43°
 - 
Der DNS-Changer macht die Runde und die Website dns-ok.de war in den vergangenen Tagen gut besucht. Doch was ist der DNS-Changer, wer steckt dahinter, wer betreibt dns-ok.de, was kann man bei einer Infektion tun und wie viele Leute sind betroffen? mehr... [0 Kommentare]
36°
 - 
Laut einer aktuellen Studie machen Porno-Seiten etwa 30 Prozent des gesamten Internet-Traffics aus. Die meistbesuchte Porno-Webseite Xvideos hat im Monat etwa 4,4 Milliarden Seitenaufrufe zu verbuchen. mehr... [0 Kommentare]
33°
 - 
Bisher dürfte die britische Stadt Monmouth nur einigen Historikern als Geburtsort von König Heinrich V. bekannt sein. Ab sofort darf sich der Ort aber als erste Wikipedia-Stadt der Welt bezeichnen. Rund 1000 angebrachte Barcodes unterstützen eine Sightseeing-Tour mit den nötigen Informationen. mehr... [0 Kommentare]
33°
 - 
Der Schlag von US-Beamten gegen Megaupload und die Verhaftung von Gründer Kim Schmitz und seiner Kollegen hat die Branche der One-Click-Hoster offenbar stark verunsichert. Filesonic, ein ähnlicher Dienst, hat den Betrieb Berichten zufolge nun ebenso wie Fileserve so gut wie eingestellt - offenbar aus Angst vor ähnlichen Sanktionen. Das Schweizer Unternehmen Rapidshare und der Hoster Mediafire hingegen zeigen sich unbeeindruckt. mehr... [0 Kommentare]
29°
 - 
[Erinnerung: Nur noch 2 Tage!] www.dns-ok.de hilft gegen DNS-Changer: Mehr als 7 Millionen Menschen haben www.dns-ok.de bereits aufgerufen, um zu überprüfen ob ihr Rechner mit dem DNS-Changer infiziert ist. Mit dns-ok.de erfährt man sofort, ob der eigene PC befallen ist oder nicht. Derweil wächst die Angst, die Bundesregierung könnte darüber den Bundestrojaner auf die PCs schmuggeln. mehr... [26 Kommentare]