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GPRS: Sicherheitsexperten knacken Smartphone- und Handy-Netz

August 11, 2011 09:55 PM
GPRS-Netze sind nicht wirklich sicher. Das stellte der Sicherheitsexperte Karsten Nohl fest und spionierte mithilfe eines Laptops und eines modifizierten Handys die Datenübertragungen zahlreicher Smartphone-Nutzer aus. Wer UMTS nutzt, ist hingegen auf der sicheren Seite. Der Artikel wurde um ein neues Video und Hintergrundinformationen ergänzt.

Wer mit GPRS-Netz surft, könnte ausspioniert werden. Die Verschlüsselung des Netzes wurde geknackt. (2) Wer mit GPRS-Netz surft, könnte ausspioniert werden. Die Verschlüsselung des Netzes wurde geknackt. (2) Das mobile Internet über Smartphones oder andere Geräte scheint nicht sicher. So stellte ein aus Berlin stammender Sicherheitsexperte auf dem Sommercamp des Chaos Computer Club jetzt eine Technik vor, die Nutzung der User zu protokollieren. Betroffen sind jedoch nur die Daten, die via GPRS verschickt werden. Wer das UMTS-Netz nutzt, muss nicht mit der Sicherheitslücke leben. Da die meisten städtischen User über das sichere Netz surfen und nur zu Stoßzeiten mit GPRS leben müssen, sind vor allem Nutzer in ländlichen Gebieten betroffen. Hier ist der Netzausbau noch längst nicht so weit.

Gegenüber der New York Times sagte Karsten Nohl von der Sicherheitsfirma Security Research Labs, dass er es geschafft habe, die Netze von T-Mobile, O2, Vodafone und E-Plus zu hacken, um so die Internetübertragungen im Umkreis von fünf Kilometern abzufangen. Dazu brauchte er lediglich einen Laptop und ein sieben Jahre altes Handy, das ein wenig modifiziert wurde. Mit diesen wenigen Hilfsmitteln habe er sehen können, welche User welche Websites aufrufen – egal ob verschlüsselt oder unverschlüsselt.

Ein Sprecher von Vodafone gab bereits zu, dass diese Lücke bestehe. Sie sei allerdings nur minimal und eher theoretischer Natur. Die weltweite Vereinigung von Mobilfunkanbietern, die GSM Association, wollte sich zu den Erkenntnissen noch nicht äußern. Der Vodafone-Sprecher gab außerdem an, dass man bereits starke Verschlüsselungstechniken einsetze. Nohl dementierte das und behauptet, dass die meisten Anbieter noch mit Techniken aus den 1990er-Jahren arbeiten würden. Er will die Modifizierungsmaßnahmen für das verwendete Spionier-Handy veröffentlichen. Dementsprechend hätten die Anbieter noch ein wenig Zeit, um nachzurüsten.

Während des Chaos Communication Congress 2011 in der Nähe von Eberswalde soll der Hack demonstriert werden. Zum CCC 2011 werden rund 3.500 Teilnehmer erwartet. Die Veranstalter haben bereits nach eigenen Angaben 15 Kilometer Glasfaserkabel verlegt.