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  • Indie Watch mit Peters Prison-Portal - Magnetic: Cage Closed

    Magnetic: Cage Closed erscheint voraussichtlich im April oder Mai für PC, Playstation 4 sowie Xbox One und wird 15 Euro kosten. Quelle: Gambitious Digital Ent.

    Selbst im Knast kennt man Portal: Der Ego-Puzzler dient als Vorbild für Magnetic: Cage Closed. Redakteur Peter Bathge hat sich das Knobelspiel vor Release angeschaut und berichtet in einer neuen Folge seiner Geheimtipp-Serie Indie Watch in Text- und Videoform, warum er bei seinem virtuellen Gefängnisaufenthalt an den Physikunterricht in der Schule zurückdenken musste.

    Mein Name ist Gefangener XE-47623.

    Chell fand ich irgendwie einprägsamer.

    Aber Magnetic: Cage Closed ist nun mal kein Portal, auch wenn die Parallelen für jeden ersichtlich sein dürften. In der Ego-Perspektive renne ich mit einer Knarre herum, die keine Soldaten umlegt, sondern Rätsel löst. Dazu gibt's einen omnipotenten Sprecher, der mich durch die Levels führt. Was das Spiel vom kleinen schwedischen Studio Guru Games sonst noch zu bieten hat, habe ich anhand einer Alpha-Version ergründet. Das fertige Spiel wird gerade mal 15 Euro kosten. Es sollte ursprünglich noch im März für PC, Playstation 4 und XBox One erscheinen, wahrscheinlich wird's aber April oder Mai. Gut so, denn noch läuft im Knast nicht alles rund.

    Ab in den Bau

    Fiese Fallen stehen an jeder Ecke, der Tod ist Alltag. Fiese Fallen stehen an jeder Ecke, der Tod ist Alltag. Quelle: Gambitious Digital Ent. Ein sadistischer Gefängnisaufseher erklärt mir bei Spielbeginn die Bedingungen meines Engagements als menschlicher Puzzle-Löser: Nur wenn ich alle mir gestellten Aufgaben zu seiner Zufriedenheit löse, winkt am Ende die Freiheit. Ansonsten droht der Tod durch Ersticken, Verbrennen, Abstechen, Vergiften, Zermalmen oder Verbrutzeln. Riesige Testkammer, gespickt mit tödlichen Fallen - der Portal-Vergleich drängt sich geradezu auf. Aber ganz ehrlich: Das kann mich auch schon nicht mehr schrecken. Immerhin hat Gefangener XE-47623 vorher im Todestrakt auf seine Exekution gewartet. In Magnetic: Cage Closed habe ich nun zumindest eine Chance, die Strafe auszusetzen. Dafür bedarf es lediglich eines rudimentären Verständnisses der Physik, genauer: der magnetischen Kräfte.

    Erinnert ihr euch noch an Magrunner: Dark Pulse? Darin durfte man Magnetfelder mit einem futuristischen Handschuh manipulieren, in Magnetic: Cage Closed ist's ein Schieß-mich-tot-Apparat, der dafür vorgesehene Objekte im Fadenkreuz anzieht oder abstößt. Der Clou: Nicht nur derart "beschossene" Kisten und Plattformen sind magnetisch, auch Gefangener XE-47623 ist nicht gefeit vor den Auswirkungen der Anziehungskraft.

    Das wird im Spiel kräftig ausgenutzt für Sprungpassagen: Um einen Abgrund zu überwinden, nehme ich eine entsprechend markierte Wand auf der anderen Seite ins Fadenkreuz, halte ich die linke Maustaste gedrückt und bestrahle sie so mit blauer Anziehungskraft. Sofort bemerke ich einen sachten Sog, der meine Spielfigur in Richtung Abgrund zerrt. Laufe ich nun in Richtung des Magnetfelds und betätige die Sprungtaste, legt XE-47623 einen gewaltigen Satz hin und landet unbeschadet auf der anderen Seite. Cool!

    03:13
    Indie Watch: Magnetic Cage Closed im Video - Peter Bathge geht in den Knast


    In seinen besten Momenten erinnert Guru Games' Magnetic: Cage Closed dadurch an jene Portal 2-Testkammern, in denen Protagonistin Chell von mächtigen Sprungfedern in einem Affenzahn durchs Level geschleudert wurde. Kompliziert wird die Sache dadurch, dass mein Magnet-Schießprügel zwei unterschiedliche Intensitäten kennt. Die niedrige Stufe eignet sich bestens dazu, Kisten von der Spielfigur wegzustoßen oder wie durch Magie herbeizurufen. Die zweite Stufe reserviert man sich am besten dafür, um sich wie eine Kanonenkugel von magnetisierten Plattformen abzustoßen.

    Wahlfreiheit mit Konsequenzen

    Hübsche Lichteffekte verleihen dem Zuchthaus eine düstere Atmosphäre. Hübsche Lichteffekte verleihen dem Zuchthaus eine düstere Atmosphäre. Quelle: Gambitious Digital Ent. Weil ich als Gefängnisinsasse in den Augen von Guru Games noch nicht genug Stress damit habe, mir das Hirn zu zermarten und dem Tod in schöner Regelmäßigkeit von der Schippe zu springen, gibt's in Magnetic: Cage Closed auch noch knifflige Entscheidungsmomente. Die Alpha-Version, die lediglich die Anfangs-Levels umfasst, enthielt noch nicht viele dieser Situationen. Im fertigen Spiel sollen sie zwischen den Puzzle-Sequenzen für einen Tempowechsel sorgen und einen anderen Part des Spielergehirns ansprechen. So entscheide ich beispielsweise per Knopfdruck, ob ich einen anderen Gefangenen in die Freiheit entlasse oder ihn denn widerwärtigen Tötungsmaschinen des Gefängnisaufsehers überlasse und damit sein Todesurteil unterzeichne. Guru Games verspricht, dass solche Entscheidungen Auswirkungen auf den Story-Verlauf und die Anordnung der Puzzle-Räume haben soll. Nachprüfen ließ sich das freilich noch nicht, klingt aber allemal spannend.

    Im Knast gibt's nichts zu lachen

    Der reale Gefängnis-Alltag ist - soweit sich das ohne Erfahrungen aus erster Hand abschätzen lässt - eine eher ernste Angelegenheit, wenn man nicht gerade Prison Architect spielt oder Orange Is the New Black auf Netflix guckt. Dementsprechend ist Magnetic: Cage Closed kein Gag-Feuerwerk wie Portal 2, statt Stand-up-Comedy von Wheatley gibt's allenfalls zynische Bemerkungen des Gefängnisdirektors. Aber vielleicht findet Magnetic: Cage Closed gerade deswegen seine Zielgruppe: Zuletzt hat ja The Talos Principle erfolgreich gezeigt, dass Puzzles und ernste Themen bestens zusammenpassen.

    Die düstere Atmosphäre und der dreckige Look von Magnetic: Cage Closed üben jedenfalls eine ganze eigene Faszination auf mich aus. Alles wirkt ein bisschen heruntergekommen und passt damit perfekt zur Soundkulisse. In den riesigen Hallen aus Eisen, getaucht in das kalte Licht wattstarker Scheinwerfer, klackt und rumpelt es, Blitzfallen knistern und mit der laut röhrenden Magnetwaffe aus Wänden gezogene Treppenstufen schieben sich mit einem Surren nach vorne.

    Mein Vorschau-Fazit

    Die Magnetwaffe kann Gegenstände anziehen oder abstoßen. Handelt es sich bei den Objekten um fest verankerte Plattformen, bewegt sich die Spielfigur. Die Magnetwaffe kann Gegenstände anziehen oder abstoßen. Handelt es sich bei den Objekten um fest verankerte Plattformen, bewegt sich die Spielfigur. Quelle: Gambitious Digital Ent. Die Alpha-Version von Magnetic: Cage Closed ist nicht perfekt. Über die Qualität der Rätsel lässt sich bislang noch kein Urteil abgeben, da ich lediglich einige frühe Levels ausprobieren durfte und hier die Puzzles verständlicherweise nur geringe mentale Kapazität zur Voraussetzung hatten. Mehr Probleme machten mir die Sprungpassagen - anders als bei Quantum Conundrum aber gar nicht so sehr wegen der dafür bedingt geeigneten Ego-Perspektive, sondern aufgrund der Steuerung.

    Hier zeigt sich Magnetic: Cage Closed bislang nämlich wenig verzeihend, mehr als einmal fehlten lediglich Milimeter, um über eine Kante zu springen. Zumal das Verhalten der in Trampoline verwandelten Plattformen gewöhnungsbedürftig ist: Ich muss nämlich die Maustaste gedrückt halten und dabei die Plattform im Fadenkreuz behalten, während ich springe. Beim Springen liegt jedoch der Gedanke nahe, die Kamera in Richtung des anvisierten Ziels auszurichten. Das Ergebnis sind hakelige Jump&Run-Passagen, die Frustpotenzial bergen.

    Hoffentlich stellt Guru Games solche Mängel bis zum Release noch ab. Wenn Abwechslung und Puzzle-Lernkurve stimmen, könnte Magnetic: Cage Closed als der kleine, düstere Bruder von Portal viele Fans finden. Und zwar nicht nur unter Häftlingen.

    Über Indie Watch

    Peter Bathge ist Redakteur der PC Games und hat ein Faible für ambitionierte Spiele kleiner Studios ohne großen Publisher, sogenannte Indies. Mit Indie Watch wirft er das Schlaglicht auf interessante, unterhaltsame, ungewöhnliche oder überteuerte Indie-Spiele, die es auf Steam, Gog.com oder anderen Download-Portalen zu erstehen gibt. Peter freut sich über Kommentare, Kritik und Anregungen sowie Vorschläge für die nächste Spielbesprechung, am besten direkt hier im Kommentar-Thread oder per E-Mail an peter.bathge@pcgames.de.

  • Es gibt 1 Kommentar zum Artikel
    Von FalconEye
    Erst lesen dann schreiben lautet die Devise :-BSchaut bisher ganz gut aus. Portal habe ich ja geliebt aber mit…
    • Es gibt 1 Kommentare zum Artikel

      • Von FalconEye Erfahrener Benutzer
        Erst lesen dann schreiben lautet die Devise :-B
        Schaut bisher ganz gut aus. Portal habe ich ja geliebt aber mit Magrunner konnte ich nicht ganz warm werden, allein schon aufgrund der Tatsache dass sich gleiche Farben angezogen und unterschiedliche abgestoßen haben, was physikalisch ja recht wenig Sinn macht.
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Indie Watch
Indie Watch mit Peters Prison-Portal: Puzzlespaß hinter schwedischen Gardinen
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http://www.pcgames.de/Indie-Watch-Thema-257847/Specials/Indie-Watch-mit-Magnetic-Cage-Closed-1151437/
19.03.2015
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