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  • Indie Watch: Cosmonautica mischt FTL, Elite und Die Sims - Alpha-Hands-on + Video

    Indie Watch-Redakteur Peter Bathge bricht diesmal zu einem kosmischen Abenteuer auf. Quelle: Chasing Carrots

    Was passiert, wenn das eigene Raumschiff führerlos durchs Weltall trudelt, weil der Kapitän gerade auf der Toilette sitzt? Cosmonautica gibt die augenzwinkernde Antwort: Redakteur Peter Bathge stellt das in Entwicklung befindliche Spiel deutscher Entwickler in einer neuen Folge von Indie Watch vor und beleuchtet den spritzigen Gameplay-Mix aus Handeln, Kämpfen und Crew-Management in Text- und Videoform.

    BOOM.

    Ein Warnschuss vor den Bug beginnt das Gefecht. Keine Reaktion.

    BOOM.

    Das zweite Plasmageschoss trifft. Es zerbirst in tausend grelle Lichtblitze und reißt ein gewaltiges Loch in die Außenwand des gegnerischen Raumschiffes. Der bauchige Kahn sieht aus wie eine mit Flugdüsen aufgewertete Science-Fiction-Version der Titanic und trudelt wie ein besoffener Wal durch die Weite des Weltalls, ein schmutzig-weiß funkelnder Haufen Schrott, der sich unablässig um die eigene Achse dreht.

    BOOM.

    "Nanu?", fragt sich der Kapitän des Piratenschiffs, das soeben seine dritte Salve abgefeuert hat. "Will da denn keiner mal das Feuer erwidern? ARRR, beim Klabautermann!"

    BOO-Pfffffssssch-glöp!

    Mit einem lauten Rauschen und Gurgeln springt das Funkgerät an. Am anderen Ende der Leitung der Kapitän des sich nun wieder begradigenden, aber rauchenden Kahns: "Elendes Piratenpack! Nicht mal in Ruhe auf den Topf gehen kann man hier, ohne beschossen zu werden!"

    Größere Schiffe bieten Platz für zahlreiche Räume, in denen sich die Besatzung vergnügt. Diese Faulpelze! Größere Schiffe bieten Platz für zahlreiche Räume, in denen sich die Besatzung vergnügt. Diese Faulpelze! Quelle: PC Games Cosmonautica ist anders als andere Weltraum-Simulationen. Alberner. Wer sich näher mit dem Spiel befasst, dürfte davon nicht überrascht sein. Dass sich die Entwickler Chasing Carrots nennen, darf als entscheidender Hinweis gewertet werden. Das kleine, weniger als zwölf Mann zählende Studio ist in Deutschland ansässig, genauer in Stuttgart. Also praktisch in der Nachbarschaft von Fürth, wo ich Tag ein, Tag aus in den Redaktionsräumen der PC Games Spiele teste. Was läge also näher für mich, einen selbsternannten Connaisseur der Indie-Spiele, als das im 209,68 km Luftlinie entfernten Stuttgart entwickelte Weltraumprojekt genauer unter die Lupe zu nehmen? Na ja, so ziemlich alles, was weniger als 209,68 km entfernt ist, läge näher, aber ich will mal nicht kleinlich sein und spiele Cosmonauts trotzdem. Eine frühe Pre-Alpha-Version aus Entwicklerhänden macht's möglich.

    Kein Ballerspiel - zum Glück!

    Super enttäuschend: Cosmonautica bietet keine Cockpitanzeige. Keine Energieumverteilung auf Schilde, Waffen und Antrieb. Keine variable Zielaufschaltung. Keine Rendervideos bei den Missionsbriefings und keine Gastauftritte von Mark Hamill. Mist.

    Kämpfe gegen den lässigen Weltraumpiraten sind von taktischen Manövern geprägt. Kämpfe gegen den lässigen Weltraumpiraten sind von taktischen Manövern geprägt. Quelle: PC Games Wie meinen? Ach, Cosmonautica soll kein neues Wing Commander werden, kein Star Citizen-Konkurrent? Na dann ist ja alles paletti! Cosmonautica konzentriert sich im Weltall auf den Strategie- und Simulationsaspekt. Kämpfe wie das eingangs beschriebene Aufeinandertreffen mit dem Piratenschiff (goldigerweise im klassischen Freibeuter-Look, also mit echten Segeln wie in Disneys Der Schatzplanet) gibt es zwar auch, aber schnelle Dogfights will Cosmonautica nicht darstellen. Die Schlachten zeichnen sich durch ein Einsatz eher langsamer, taktisch anspruchsvoller Manöver aus: Wie einst auf dem hohen Meer umkreisen sich die beiden Widersacher und feuern ihre seitlich angebrachten Kanonen ab. In Cosmonautica wird kämpfen also kleingeschrieben. Aber wofür wird der eingesparte Großbuchstarbe denn dann verwendet? Na fürs HandelN natürlich!

    Alien 'Bob' kauf und verkauft die von mir transportierten Güter. Danke, Bob! Alien "Bob" kauf und verkauft die von mir transportierten Güter. Danke, Bob! Quelle: PC Games Mit meiner Startschaluppe (Typ: rostig und undicht) erforsche ich zufällig generierte Sternensysteme und hoppse von einem Planeten zum anderen. Jeder Himmelskörper und jede Station verfügen über ein eigenes Profil; die eine Kolonie produziert Klopapier, Getränke sowie Videospiele und benötigt Medikamente und Wasser, auf der nächsten Welt steht vielleicht Whiskey hoch im Kurs, dafür gibt es Datenspeichergeräte zum Spottpreis. Clevere Weltraumpiloten kaufen da ein, wo es günstig ist, und verhökern die Waren dort, wo sie benötigt werden, zu Wucherpreisen. Das erinnert alles an das Early-Access-Spiel Starpoint Gemini 2 oder den Genre-Urvater Elite, auch wenn ich mich nicht also Kopfgeldjäger verdingen darf und die Bandbreite und Komplexität des simulierten Univerums vermutlich deutlich geringer ausfallen dürfte als im neuesten Ableger Elite: Dangerous. Manch heiße Ware muss ich in bester Han-Solo-Manier an den Behörden vorbeischmuggeln - so jedenfalls der Plan, denn in der Pre-Alpha-Version ist dieses Feature genauso wenig enthalten wie fürs fertige Spiel versprochene Bodenmissionen mit feindlich gesinnten Plüsch-Aliens und vorgefertige Szenarios. Bislang konnte ich mich lediglich im freien Spiel austoben. Das hat aber schon überraschend viel Spaß gemacht. Ein Grund dafür: die dumpfbackigen Mitglieder meiner glorreichen Weltraum-Crew!

    04:59
    Indie Watch: Elite trifft Die Sims und FTL in Cosmonautica

    Die FTL-Elite der Sims

    Typischer Gesichtsausdruck: Die Portraits der Besatzungsmitglieder sind zum Schießen. Zum Gnadenschuss-Verschießen. Typischer Gesichtsausdruck: Die Portraits der Besatzungsmitglieder sind zum Schießen. Zum Gnadenschuss-Verschießen. Quelle: PC Games Wer Raumschiffe und Crew-Management in einem Satz über PC-Spiele erwähnt, der redet mit 77,77%-iger Wahrscheinlichkeit über FTL: Faster than Light. Auch Cosmonautica muss sich diesen Vergleich gefallen lassen, auch wenn ich hier in der Detailansicht des Potts eure Untergebenen von der Seite sehe statt von oben. Trotzdem gilt es wie im Indie-Hit von 2012, den unterschiedlich begabten Crew-Mitgliedern eigene Aufgaben zuzuweisen, etwa Putzen, Reparieren oder Navigieren. Großer Unterschied zu FTL: Die im Vakuum beschäftigten Arbeitnehmer pochen auf ihr Recht auf Freizeit. Unerhört, denen werd ich ... äh, wo war ich? Ach ja: Jede der Nasen hat unterschiedliche Bedürfnisse wie Hygiene, Schlafen oder Hunger. Clever: Wenn ich erfahrene Kämpen befördere, um ihre Fähigkeiten zu steigern, wachsen auch ihre Ansprüche. Also muss ich mich wohl oder übel um die Erfüllung ihrer Forderungen kümmern, wenn ich nicht darauf aus bin, mit einer meuternden Crew und einem Motorschaden wehrlos durchs All zu driften, oder Skrupel habe, die Gänge des Raumschiffs mit den Leichen der verhungerten Besatzung zu pflastern. Dazu muss ich zwangsweise ins Dock.

    Neue Räume kosten Knete, locken aber auch talentiertere Piloten an. Neue Räume kosten Knete, locken aber auch talentiertere Piloten an. Quelle: PC Games Wenn schon nicht der Part mit den Bedürfnissen alle Die Sims-Alarmglocken bei mir hätte schrillen lassen, so wäre das spätestens beim Einrichten meines Raumschiffes im Dock der Fall. Obwohl auch viel Theme Hospital, Dungeon Keeper und Startopia in Cosmonautica steckt: Gegen Bares kleistere ich meine Kiste mit neuen Räumen zu, verteile Essensautomaten, Schlafquartiere, Partyräume und Forschungslabore. In Letzteren halte ich besonders clevere Besatzungsmitglieder als Geisel, damit sie so lange forschen, bis ihnen die erkleckliche Gehirnmasse aus den Ohren tropft - und mein Hausmeister-Crewmitglied die Sitsche aufwischen muss. Aber ich schweife ab: Geforscht wird im fertigen Spiel nach neuen Räumen und besseren Schiffen, in der Pre-Alpha aber nur insofern, als dass ich mit besseren Upgrades nicht mehr nur auf Reisen innerhalb des inneren Planetenrings eines Sternensystem beschränkt bin. Stattdessen darf ich auch die beidne äußeren Ringe besuchen, wo es noch mehr Handelsoptionen, Crew-Mitglieder und Missionen auf mich warten.

    Der Spieler als Lieferant

    Die Planeten bewegen sich auf einer glaubwürdigen Umlaufbahn um die Sonne, der Kurs des Schiffs wird dementsprechend berechnet. Die Planeten bewegen sich auf einer glaubwürdigen Umlaufbahn um die Sonne, der Kurs des Schiffs wird dementsprechend berechnet. Quelle: PC Games Moment, Missionen? Genau, die kriege ich in den Bars auf Sternenbasen und Planeten aufs Auge gedrückt. Bislang handelt es sich dabei lediglich um Termingeschäfte der Marke "Bringe in zehn Tagen Nahrung zur unter der Dürre leidenden Veggie-Planeten" oder "Ich bin ein Tollpatsch und brauche ein vierblättriges Kleeblatt als Glücksbringer - bring es mir!". Wer sich zu viel Zeit mit der Lieferung der bei Missionsbeginn automatisch aufs Schiff geladenen Ware lässt, muss eine Strafe zahlen. Will ich natürlich nicht, denn der schnöde Mammon ist mir heilig, da werd ich glatt zum Ferengi! Also lege ich rechtzeitig einen Kurs auf das nächste Missionsziel an und schaue in der hübschen Systemübersicht dabei zu, wie mein Schiff einer astronomisch glaubwürdigen Flugbahn folgt, um zum nächsten Planeten zu düsen. Wenn ich Lust habe, kann ich auch in der Detailansicht meiner Besatzung dabei zugucken, wie sie ihr Tagewerk verrichtet. Oder ich spiele einfach Gott und schalte den Turbomodus ein, um Wartezeiten zu verkürzen.

    Der Crew kann ich dank Zoom-Funktion beim Arbeiten über die Schulter schauen. Diese faulen Kerle muss man immer im Auge behalten! Der Crew kann ich dank Zoom-Funktion beim Arbeiten über die Schulter schauen. Diese faulen Kerle muss man immer im Auge behalten! Quelle: PC Games Klingt nach etwas, das euch eventuell begeistern könnte? Dann haltet Ausschau nach Updates zu Cosmonautica auf der offiziellen Webseite, dem Entwickler-Blog und natürlich PCGames.de. Meine Zeit mit der Pre-Alpha-Version verging trotz noch fehlender Speicher-Funktion (Producer Josef Vorbeck: "Im nächsten Update!") und einiger Abstürze sowie kleiner Bugs wie im Flug und ich freue mich auf das fertige Spiel. Als sadistischer Weltraumkapitän der eigenen Besatzung Zugang zur Toilette verwehren, Waren verschachern, Piraten bekämpfen und zwischendurch immer mal zugucken, was die Untertanen gerade so treiben: Das klingt nach einem feinen Gameplay-Mix aus deutschen Landen und ist lustig inszeniert. Im Sommer dürft ihr euch selbst davon überzeugen: Cosmonautica erscheint im 3. Quartal 2014.

    Über Indie Watch

    Peter Bathge ist Redakteur der PC Games und hat ein Faible für ambitionierte Spiele kleiner Studios ohne großen Publisher, sogenannte Indies. Mit Indie Watch wirft er das Schlaglicht auf interessante, unterhaltsame, ungewöhnliche oder überteuerte Indie-Spiele, die es auf Steam, Gog.com oder anderen Download-Portalen zu erstehen gibt. Peter freut sich über Kommentare, Kritik und Anregungen sowie Vorschläge für die nächste Spielbesprechung, am besten direkt hier im Kommentar-Thread oder per E-Mail an peter.bathge@computec.de.

  • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von Enisra
    Ja, es klingt schon interesantVorallem Daumen hoch das sich auch die Planeten im System bewegen und nicht so Statisch…
    Von Kaisan
    Klingt durchaus interessant, werde ich auf jeden Fall weiter im Auge behalten - sehr schön, dass Indie Watch wieder…
    Von LouisLoiselle
    Ich glaube das könnte mir gefallen. Wenn ich auch kein Riesen-Sims-Anhänger bin. Die anderen Elemente genügen mir.…
    • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel

      • Von Enisra Erfahrener Benutzer
        Zitat von Kaisan
        Klingt durchaus interessant, werde ich auf jeden Fall weiter im Auge behalten - sehr schön, dass Indie Watch wieder fortgesetzt wurde. Die Folge hat mir auf jeden Fall gut gefallen - weiter so! ;-)

        Ja, es klingt schon interesant
        Vorallem Daumen hoch das sich auch die Planeten im System bewegen und nicht so Statisch sind wie bei ... allen anderen
      • Von Kaisan Erfahrener Benutzer
        Klingt durchaus interessant, werde ich auf jeden Fall weiter im Auge behalten - sehr schön, dass Indie Watch wieder fortgesetzt wurde. Die Folge hat mir auf jeden Fall gut gefallen - weiter so! 
      • Von LouisLoiselle VIP
        Ich glaube das könnte mir gefallen. Wenn ich auch kein Riesen-Sims-Anhänger bin. Die anderen Elemente genügen mir. Allein das grenzdebile Grinsen von diesem Bob ist geil. Gute Folge, danke Peter 
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FTL + Elite + Sims: Peter Bathge spielt Cosmonautica
Was passiert, wenn das eigene Raumschiff führerlos durchs Weltall trudelt, weil der Kapitän gerade auf der Toilette sitzt? Cosmonautica gibt die augenzwinkernde Antwort: Redakteur Peter Bathge stellt das in Entwicklung befindliche Spiel deutscher Entwickler in einer neuen Folge von Indie Watch vor und beleuchtet den spritzigen Gameplay-Mix aus Handeln, Kämpfen und Crew-Management in Text- und Videoform.
http://www.pcgames.de/Indie-Watch-Thema-257847/Specials/Indie-Watch-Cosmonautica-Alpha-Hands-on-1119161/
05.05.2014
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