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  • Dungeons of Dredmore - Wenn Frustmomente Spaß machen - Leser-Test von Verganon

    Dungeons of Dredmore ist ein unbarmherziges rogue-like Game von "Gaslamp Games". Es geht nicht um den Sieg, es geht um "wie lange kannst du überleben?". Warum das Spiel mit Frustgarantie Spaß macht? im Test erfahrt ihr es!

    Was ist Dungeons of Dredmore?
    Es war einmal vor langer Zeit ein... wen interessiert das? Die Geschichte des Spiels ist dünn und nur ein Vorwand das Ganze zu spielen. Das sehen selbst die Entwickler Gaslamp Games so. Das rundenbasierende Adventure soll nur eines: Spaß machen. In Dungeons of Dredmore werden allerhand Games auf die Schippe genommen, Dungeons of Dredmore selbst eingeschlossen. Während ihr euch Ebene für Ebene durch die Gänge schlagt und massenhaft "Diggles", Djinn's (welche sich gerüchteweise gerne in Gin-Flaschen verstecken), "Unfriendly-AI"s und andere Gegner tötet, gibt es allerhand zu sehen, was den Spieler zum schmunzeln bringt. Unter anderem gibt es in jeder Ebene einen bärenähnlichen Händler namens Brax, in einem kariertem Hemd dessen Mouseover mit der Beschreibung wirbt, dass er garantiert keine gebrauchten Schiffe verkauft, eine Lederjacke mit einem Arm, verdächtig an Final Fantasy VII erinnernd oder die erste Stufe des Axt-Skills welche euch Stärke verspricht, indem ihr "eins mit dem Flanell" werdet. Auch wenn folgende Umschreibung wieder einmal sehr am Image der Spielergemeinde nagen wird, Dungeons of Dredmore gibt euch, was ihr wollt: tötet und habt Spaß dabei!

    Das Spielgefühl Die ersten Schritte, noch ist alles ruhig. Die ersten Schritte, noch ist alles ruhig. Quelle: © by Gaslamp Games
    Nachdem ihr das Tutorial mit einem Hauch Slapstick-Charme beendet habt, begibt sich der große Held mit den riesigen Augenbrauen erstmals in den Dungeon. Englischkenntnisse sollte man durchaus vorweisen, um die Anspielungen und und ulkigen Hinweise zu verstehen. Manch ein süßes Gebräu besteht zu 100% aus Säure, einige Pilze verleihen Flanellträgern ungeahnte Kräfte. Aber von Anfang an: Der Charakter ist schnell erstellt, ihr wählt aus einem von 3 Schwierigkeitsgraden und entscheidet, ob ihr mit der Funktion "Permadeath" spielen wollt, welche den Spielstand nach Ableben eures Helden löscht, oder es lieber sein lasst. Da uns das Tutorial aber erklärt hat, es ginge nicht ums gewinnen, es ginge vielmehr darum ein Spiel zu Starten und herauszufinden, wie lange man durchhält, bleibt diese Option natürlich an, man ist ja schließlich kein Weichei. Anschließend wählt man 7 von insgesamt 35 Skills oder lässt sich diese zufällig auswürfeln. Darunter Waffenskills für Schwert, Axt oder Armbrust, magische Fähigkeiten wie Golembeschwörung, Nekromantie oder Mathematik sowie Fähigkeiten für Alchemie, Schmieden, Diebesfähigkeiten oder Boni für kritische Treffer.

    Jetzt aber: der Held betritt den Dungeon und wagt seine ersten, vorsichtigen Schritte auf das zufällig generierte Terrain. Auf jede Aktion eurerseits folgt eine Aktion der Feinde, man wechselt sich ab, statt wild umher zu rennen und zu morden. Hinter euch fällt ein eisernes Gitter hinab, es gibt kein Zurück! Dredmore bietet euch für einen Trip in die Ebenen seines Dungeons jedoch kleine Snacks an Automaten, links und rechts des Eingangs zu leicht überhöhten Preisen an. Ausgerüstet mit einer Startwaffe, einer Pflaume für die Gesundheit und etwas Hochprozentigem für die Magie, tritt man die erste Tür ein, als Dieb öffnet man sie mit einem Dietrich (was Gegner nicht sofort aufschreckt und zudem Erfahrungspunkte gibt). Wir nehmen die Rambo-Variante, Treten eiskalt die Tür ein und schon rennen sie, Spielzug für Spielzug, auf uns zu: Diggles, das Kanonenfutter aus Dungeons of Dredmore. Mit unserer groben Axt schlagen wir einen nach dem anderem nieder. Der Schaden wird hierbei in einem an AD&D angelehnten System, jedoch einfacher und mit weniger Fehlschlägen, ausgewürfelt. Aber zu früh gefreut, Drei Diggles die von jeder Seite angreifen sind für unseren Recken noch zu hart, die Lebensenergie sinkt auf 0 und es erscheint der Schriftzug "Glückwunsch! Du bist gestorben!"

    So in etwa lässt sich die erste Runde des Spiels beschreiben. Hat man jedoch ein glückliches Händchen bei der Skillverteilung oder kennt Vor- und Nachteile ein wenig, lässt man den Frust des Versagens zeitweise hinter sich, nur um irgendwann aus einem Brunnen von klarer Flüssigkeit zu trinken, um an Verätzungen zu sterben. Ja, wütend wird man bei solchen Momenten, man verachtet das Spiel gradezu. Aber dennoch packt einen immer und immer wieder die Lust auf eine neue Runde. Man will dem Spiel und sich beweisen: "Ich habe schon tausende Endbosse besiegt, ich bin besser als du!" .. und stirbt. Wieder einmal.

    Pluspunkt Frustmomente
    'Look who comes for diner!' - Diese Situation fürchtet jeder Spieler, hier heißt es: erst denken, dann handeln! "Look who comes for diner!" - Diese Situation fürchtet jeder Spieler, hier heißt es: erst denken, dann handeln! Quelle: © by Gaslamp Games Wie eben beschrieben machen Frustmomente grade den Spielspaß von Dungeons of Dredmore aus. Selbst wenn man nach einigen Stunden die erste Ebene hinter sich gelassen hat, findet man in der folgenden Ebene Feinde und Ereignisse, mit denen man nicht rechnete. Das Spiel ist nicht hektisch, es bleibt rundenbasierend. Aber zusammen mit dem ausgezeichnetem Soundtrack habt ihr dennoch immer ein beklemmendes Gefühl und habt, durch die vorherigen Tode, Angst die nächste Tür zu öffnen oder die nächste Entscheidung an einem Objekt zu treffen. Hat man diesen Punkt dann, nach einem weiterem Tod, mit dem nächstem Helden überwunden freut man sich umso mehr... bis zu einer der hässlichsten Situationen, die euch das Spiel an den Kopf wirft: die "Schau mal wer zum Essen kommt"-Situation wird durch ein Banner mit der Aufschrift "Monster Zoo" eingeläutet, es folgt eine Musik die Angst und Action gleichermaßen fördert, vor euch tut sich ein Raum mit unzähligen Monstern auf. Und jeder will etwas ab haben. An dieser Stelle gebt es nur einen Rat: erst Denken, dann Handeln. Fähigkeiten und Gelände müssen genutzt werden um nicht zu sterben.

    Weitere Positive Aspekte Schritt 2: Skills wählen oder zufällig zuweisen lassen. Anschließend noch den Namen eingeben, los gehts! Schritt 2: Skills wählen oder zufällig zuweisen lassen. Anschließend noch den Namen eingeben, los gehts! Quelle: © by Gaslamp Games
    Der Humor ist eines der wichtigsten Elemente des Spiels. Lässt man sich darauf ein, zu spielen wie es die Entwickler wollen, nämlich nicht um zu gewinnen sondern um möglichst lange zu überleben, ist der Spielspaß beinahe ungebremst. Wollt ihr jedoch nur mit allen Mitteln ans Ende kommen: dann schließt den Lesertest bitte spätestens hier.
    Ebenfalls großartig: Die gezeichneten Figuren und Umgebungen haben ihren eigenen Stil, so muss das Spiel aussehen und nicht anders. Geschmäcker sind verschieden, aber es würde sich kein anderer Stil eignen. Ebenso weist das Spiel wie bereits erwähnt einen unglaublich schönen Soundtrack auf, wenngleich die Soundeffekte selbst eher zu wünschen übrig lassen. Die Masse an Items die es zu finden gibt, bringen nicht unbedingt das Sammelfieber eines Diablo mit sich, dennoch ist es Befriedigend wenn das gefundene Item einen höheren Wert hat, als das alte.

    Negative Aspekte
    Ja, auch Dungeons of Dredmore ist nicht perfekt, unglaublich aber wahr. So zum Beispiel sind viele Beschreibungen zwar amüsant zu lesen, manchmal kann man mit einem Skill, welcher gut klingt, jedoch nichts anfangen und hat das wichtige Level-Up somit sozusagen in den Sand gesetzt, auf der anderen Seite kann eine Fähigkeit mit einer eher unbefriedigenden Beschreibung unglaubliche Macht für euch besitzen. Allein deshalb sollte man die Skills zu Beginn einer Partie lieber auswürfeln lassen anstatt selbst zu wählen. So findet man nach einiger Zeit selbst die passenden Fähigkeiten für den eigenen Spielstil. Nörgeln auf hohem Niveau: Die Ausrüstungsgegenstände sind zahlreich und hübsch gezeichnet, jedoch seht ihr den tollen neuen Kürass oder dieses glitzernde Schwert nicht direkt an eurem Charakter, er besitzt von Anfang bis Ende vorgegebene Kleidung. Ebenso kratzt es gelegentlich schon an der Motivation, wenn man einige Ebenen hinter sich hat und dann eine falsche Entscheidung oder eine gemein platzierte Falle euer Ableben heraufbeschwören, aber auch das sollte schnell wieder vergessen sein.

    Fazit:
    Ältere Spieler, die das Rogue-like Genre noch kennen und Spaß daran hatten, sollten zugreifen. (Jüngere) Spieler mit Risikofreude und Spaß an der Herausforderung ebenso. Wer jedoch bei einem Spiel auf schnelle Erfolge oder eine Dichte Story aus ist, sollte die Finger davon lassen, denn außer den generischen Aufgaben der Göttin der Nebenquests und der hauchdünnen Story gibt es davon eher weniger, ebenso wie schnelle Erfolge, die.. gibt es gar nicht.

    Trailer:


    Dungeons of Dredmore Homepage
    Gaslamp Games Homepage

    Dungeons of Dredmore ist erhältlich bei Steam (Preis 4,49€)

  • Es gibt 5 Kommentare zum Artikel
    Von Verganon
    ich hab auch erst überlegt TB zu verlinken, aber dann hätte niemand mehr meinen Test gelesen  (es sei denn man…
    Von KabraxisObliv
    Als Ergänzung zum Test kann ich auch noch das "WTF is Dungeons of Dredmore?" von TotalBiscuit auf YouTube empfehlen.…
    Von roobsi
    Wieder ein super Artikel bzw. Test von dir, Verganon. Das Spiel war mir bis dato unbekannt, aber dein Test hat mir…
  • Print / Abo
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835905
Indie Games
Dungeons of Dredmore - Wenn Frustmomente Spaß machen - Leser-Test von Verganon
Dungeons of Dredmore ist ein unbarmherziges rogue-like Game von "Gaslamp Games". Es geht nicht um den Sieg, es geht um "wie lange kannst du überleben?". Warum das Spiel mit Frustgarantie Spaß macht? im Test erfahrt ihr es!
http://www.pcgames.de/Indie-Games-Thema-239276/Lesertests/Dungeons-of-Dredmore-Wenn-Frustmomente-Spass-machen-Leser-Test-von-Verganon-835905/
27.07.2011
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2011/07/Banner.jpg
Dungeons of Dredmore Rogue Like Game
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