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  • Der Mann mit der Peitsche

    FEINTUNING Die meisten Rätsel haben mit Maschinen zu tun - hier muss beispielsweise ein fehlendes Zahnrad eingesetzt werden. FEINTUNING Die meisten Rätsel haben mit Maschinen zu tun - hier muss beispielsweise ein fehlendes Zahnrad eingesetzt werden. Der Mann ist eine Legende. Die ursprünglich von Steven Spielberg geschaffene Figur des Indiana Jones konnte bisher nicht nur in drei grandiosen Hollywood-Actionmärchen begeistern; auch die auf dem Charakter basierenden PC-Spiele haben es geschafft, selbst aus heutiger Sicht noch ihren Kultstatus zu behalten. Nun kehrt der Mann mit dem Schlapphut und der Peitsche endlich zurück - und begibt sich überraschenderweise auf die Spuren seiner berühmten Abenteurer-Kollegin Lara Croft.
    Auch wenn immer wieder Gerüchte über einen vierten Indy-Film im Internet kursieren - man muss sich wohl damit abfinden, dass zumindest auf der großen Leinwand auch in den nächsten Jahren kein Dr. Jones mehr auftauchen wird. Anders auf den PC-Monitoren dieser Welt: LucasArts hat dafür gesorgt, dass der legendäre Held wenigstens Spielernaturen noch das eine oder andere Mal begegnen dürfte. In seinem neuesten Abenteuer muss sich der Archäologe erstmals mit anderen Feinden als den sonst üblichen Nazis herumschlagen: Dieses Mal müssen die Russen als Feindbild herhalten. Im Jahre 1947 durchstöbern Geheimagenten der sowjetischen Regierung die Ruinen des sagenhaften Turms von Babel. Gerüchteweise sollen sich in den überresten des Monuments Teile einer uralten Höllenmaschine befinden, mit deren Hilfe sich angeblich ein Dimensionstor zu einer Parallelwelt Öffnen ließe. Der sowjetische Physiker Volodnikov hat es sich in den Kopf gesetzt, diese Maschine wieder zusammenzubauen, was zu einem dramatischen Wechsel der Machtverhältnisse zwischen den Großmächten führen würde - im gerade beginnenden Kalten Krieg eine prekäre Situation! Indys Aufgabe: Er muss die Russen bei ihrer Arbeit behindern und gleichzeitig die noch fehlenden Teile der Maschine finden, die, wie sich herausstellt, über den gesamten Erdball verteilt sind.
    Schon in den ersten Minuten wird klar, dass LucasArts sich entschlossen hat, den bei Indiana Jones ursprünglich eingeschlagenen Weg des klassischen Adventures zu verlassen und stattdessen einer anderen berühmten Abenteurerin nachzueifern: Lara Croft. Indiana Jones und der Turm von Babel erinnert sowohl vom Spielprinzip her als auch grafisch stark an Tomb Raider. Sie steuern den Mann mit der Peitsche aus der Third-Person-Perspektive mit Hilfe von Joystick, Gamepad oder Tastatur durch eine Reihe exotischer Schauplätze, darunter den Irak, Babylon, eine verschneite Bergregion in Kasachstan und jede Menge alter Tempel, Gruften und Verliese. Auf Ihrem Weg gilt es nicht nur, sich immer wieder gegen die auf Sie aufmerksam gewordenen Russen zu wehren, sondern auch allerlei unangenehmes Getier zu beseitigen. Skorpione und Riesenspinnen wollen den Helden durch Bisse vergiften, Wölfe greifen an und auch Indys Schlangenphobie wird das eine oder andere Mal wieder zum Ausbruch kommen. In späteren Levels gesellen sich zu dieser illustren Gesellschaft noch mysteriöse Wesen, die aus einer anderen Welt zu kommen scheinen: Herunterfallende Eiszapfen verwandeln sich in garstige blaue Kobolde mit scharfen Zähnen, Lavamonster bewachen einen Teil der Maschine und im Aztekenland muss sich Indy mit der gefährlichen mystischen Riesenschlange Quetzalcoatl herumschlagen.
    Die Gegner-KI aller feindlichen Kräfte beschränkt sich in den meisten Fällen darauf, die Figuren auf direktem Weg auf Sie zulaufen zu lassen; gelegentlich vollführen aber zumindest die Soldaten und Agenten auch seitliche Saltos, um Ihren Attacken auszuweichen. Trotz der vielen BÖsewichter liegt der Schwerpunkt des Spiels nicht auf tumber Ballerei: Viel wichtiger für das Vorankommen ist das Lösen von Rätseln, die sich allerdings in erster Linie auf klassische Schalter- und Hebelsituationen beschränken. Um in den riesigen Spielabschnitten zum jeweiligen Ausgang zu gelangen, sind auch zahllose waghalsige Sprung- und Klettermanöver notwendig. Dr. Jones stehen hierfür die verschiedensten Bewegungsabläufe zur Verfügung: Er kann nicht nur schwimmen, tauchen, springen und kriechen, sondern an bestimmten Stellen auch Wände hochklettern oder sich mit seiner Peitsche über Abgründe schwingen. An zwei Stellen stehen noch besondere Einlagen auf dem Programm: In einem Gummiboot unternimmt der Abenteurer eine Wildwasserfahrt vorbei an scharfen Klippen; später steht noch eine turbulente Verfolgungsjagd mit einem klapperigen Jeep an. Die Animationen der Hauptfigur sind ordentlich gemacht, erreichen aber nicht das Niveau des Vorbilds Lara Croft. Auch der Rest der Grafik hat nicht mehr als durchschnittliche Qualität zu bieten: Indy selbst wirkt starr, die einzelnen Gliedmaßen erscheinen klobig. Die Landschaften sind zwar sehr groß, gleichzeitig aber recht leblos und werden nur gelegentlich durch Objekte wie Kakteen aufgelockert. Auch beim Sound dominiert eine gewisse Trockenheit: Der hervorragende orchestrale Soundtrack erschallt lediglich in Schlüsselsituationen, ansonsten herrscht viel akustische Leere - einzig die Synchronisation der Figuren, allen voran die Originalstimme von Harrison Ford, kann überzeugen. Trotz dieser Mankos macht Indiana Jones und der Turm von Babel durchaus eine Menge Spaß - was sicherlich nicht nur an der Kultstellung und dem Charme der Hauptfigur liegt. Zum einen bietet das Spiel gerade für Einsteiger den richtigen Schwierigkeitsgrad. - Die Mischung aus Rätseln, Kletterakrobatik und Baller-Einlagen kopiert letztlich zwar einfach das Erfolgsrezept anderer Action-Adventures, bietet aber neben eindrucksvollen Levels und jeder Menge Abwechslung auch eine reizvolle Hintergrundgeschichte, die die Abschnitte zusammenhält und dem ganzen einen ruhigen, aber organisch wirkenden Spielablauf verleiht.

    Indiana Jones und der Turm von Babel (PC)

    Spielspaß
    80 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Indiana Jones und der Turm von Babel
    Indiana Jones und der Turm von Babel
    Publisher
    THQ
    Developer
    LucasArts
    Release
    01.12.1999

    Aktuelles zu Indiana Jones und der Turm von Babel

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4911
Indiana Jones und der Turm von Babel
Der Mann mit der Peitsche
http://www.pcgames.de/Indiana-Jones-und-der-Turm-von-Babel-Spiel-7320/Tests/Der-Mann-mit-der-Peitsche-4911/
07.03.2001
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2001/11/3092original[1].jpg
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