Impossible Creatures (PC)

Release:
13.02.2002
Genre:
Strategie
Publisher:
Microsoft
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Viel versprechendes, aber enttäuschendes Echtzeit-Strategiespiel.

24.02.2003 17:00 Uhr
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Neu
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Die Löwengorillas setzen unseren fliegenden Kuhwespen ganz schön zu. Die Löwengorillas setzen unseren fliegenden Kuhwespen ganz schön zu. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Fledermaushaie statt Helikopter, Skorpionlemminge statt Marines - hört sich doch spannend an, oder? In Impossible Creatures formen Sie allerhand verrückte Kreaturen, als würden Sie mit Knetgummi hantieren: Sie verpassen Mäusen Elefantenbeine, geben Löwen Eulenköpfe, pappen Flügel an Fische. Und schicken das Ergebnis in eine Echtzeit-Schlacht, die leider alle innovativen Ansätze verdirbt: Wer die größte Armee hat, wer am schnellsten Ressourcen abbaut, wer die meisten Mausklicks in der Sekunde schafft, der gewinnt. Kämpfe laufen so ab, wie das acht Jahre alte Command & Conquer 1 funktioniert. Der Tank-Rush ist zum Krötenaffen-Rush geworden.

Dabei hätte so viel draus werden können! Denn alle anderen Faktoren stimmen. Die Einzelspieler-Kampagne ist umfangreich, voller Zwischensequenzen und fein herausgearbeiteter Charaktere, lustiger Dialoge und Abwechslung. Hauptfigur ist Kriegsveteran Rex Chance, der im Jahr 1937 nach seinem verschollenen Vater sucht. Zusammen mit einer weiblichen Begleitperson bereisen Sie nach und nach die Inseln der Südsee, um den vermissten Daddy aufzuspüren. Dabei stoßen Sie auf den übergeschnappten Forscher Julius, der im Namen der Wissenschaft ein ganzes Heer von Kreaturen züchtet, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Sie arbeiten in 15 Missionen dagegen - mit gleichen Mitteln.

Impossible Creatures beginnt gewöhnlich. Sie schicken Arbeiter in nahe liegende Kohlefelder und errichten Elektrizitätswerke. Das Ressourcenmanagement ist überschaubar und kompakt gehalten; Strom und Kohle ist alles, was Sie brauchen. Im Nu steht die erste Kreaturenkammer. Das ist der Moment, in dem die Vorfreude wächst: Bald dürfen Sie Gott spielen und alle möglichen und unmöglichen Kreaturen erschaffen.

Mit Rex laufen Sie zu Beginn des Levels über die Karte, um genetische Proben Ihrer Versuchskaninchen zu sammeln. Je weiter Sie im Spielverlauf fortschreiten, desto mehr Spezies bevölkern das Areal. Am Ende haben Sie Informationen zu 51 Geschöpfen gesammelt und dürfen mit dem Kombinieren anfangen: Die flinken Beine des Wolfes schrauben Sie an den mächtigen Körper eines Grizzlybären. Heraus kommt ein schneller Wolfbär, der erstaunlich viel aushält. Die Flügel einer Eule montieren Sie an den Körper eines Stachelschweins. Das Ergebnis ist ein fliegendes Eulenschwein mit Fernangriff.

Stets geht es darum, die Nachteile einer Kreatur durch die Vorteile einer anderen zu ersetzen. Zwar können Sie theoretisch über 30.000 Kombinationen erschaffen, aber letztlich ist ein Großteil der Varianten nutzlos. Ein paar Matches genügen und Sie wissen: Das brauche ich. Der spaßige Experimentierfaktor weicht bald der Routine, die sich einstellt. Hinzu kommt, dass die Menge der Einheiten deren Qualität überschattet: Selbst sinnlose Mischungen aus Braun- und Polarbären schlagen sich im Gefecht ganz ordentlich, solange sie zahlenmäßig überlegen sind. Der frische Ansatz verblasst recht zügig und endet im Echtzeit-Strategie-Einerlei.

Dass die spielerische Qualität hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist vor allem in Hinblick auf die grandiose Präsentation schade. Grafisch hält Impossible Creatures ohne weiteres mit Warcraft 3 und Age of Mythology mit: Die Kreaturen schauen allesamt unterschiedlich aus und hüpfen, krabbeln und sprinten fließend über das abwechslungsreiche und frei drehbare 3D-Terrain. Alle Objektive werfen, genügend Hardware vorausgesetzt, realistische Echtzeit-Schatten. Schön auch der Gebäudestil: Ihr Hauptquartier ist eine stilvolle Kreuzung aus Hubschrauber und Dampflokomotive und aus den Werkstätten steigen hübsche Rauchschwaden auf. Die Zeit der 20er-Jahre haben die Entwickler visuell treffend eingefangen. Schade, dass die inneren Werte nicht an die äußeren heranreichen.

   
Bildergalerie: Impossible Creatures
Bild 1-3
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Impossible Creatures (PC)
Spielspaß-Wertung

70 %
Leserwertung
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Thomas Weiß
Massenproduktion ist nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in Impossible Creatures der Schlüssel zum Erfolg.
Über 30.000 Einheitenkombinationen! Das liest sich beeindruckend. Im Spiel verursacht die Zahl mehr Probleme als Freude. Zum einen, weil ein Großteil der Zusammensetzungen schlichtweg keinen Sinn machen. Zum anderen, weil man selten so recht weiß, gegen welchen Gegnertyp man antritt: Sind die Giraffenwölfe nun effektiv gegen Löwenkrebse oder nicht? Im Endeffekt ist das ohnehin egal. Es reicht, sich auf eine Einheit mit guten Statuswerten zu beschränken und den Gegner zu überrennen - und das mag in Zeiten von Warcraft 3 keiner mehr sehen. Gäbe es nicht die hervorragende Einzelspielerkampagne, die verrückte Story und die vielen witzigen Zwischensequenzen, Impossible Creatures würde im Durchschnitt versumpfen. Wenn Sie diesen Monat auf der Suche nach einem Echtzeit-Strategiespiel sind, dann entscheiden Sie sich besser für C&C Generals.
   
Moderation
24.02.2003 17:00 Uhr
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