Impire im Test: Ihr habt Dungeon Keeper geliebt? Dann gibt es hier nichts zu sehen.
Ihr habt Dungeon Keeper geliebt? Dann gibt es hier nichts zu sehen. Impire versucht, das Vorbild durch neue Ideen zu überflügeln, scheitert daran aber kläglich.
Der erste Blick auf Impire lässt Erinnerungen an Dungeon Keeper aufleben. Unter der Oberfläche enden die Ähnlichkeiten aber spätestens da, wo Dungeon Keeper Spaß macht: Impire erzählt die Geschichte eines Dämons, der in dem mickrigen Körper eines Imps gefangen ist. Zusammen mit einem kompetenzbefreiten Hexenmeister versucht er, das Land Ardania zu unterjochen. Die bemüht witzige Rahmenhandlung ist nur Fantasy-Standardkost und wird zu keiner Zeit wirklich interessant.
Jede der 19 Kampagnenmissionen klingt in der Theorie gelungen und abwechslungsreich, entpuppt sich aber als repetitives Abarbeiten einstudierter Schritte. Ihr baut in jeder Mission die gleichen Räume in der gleichen Reihenfolge, erschafft die gleichen Truppen, um sie die gleichen Rohstoffe sammeln zu lassen. Sämtliche Schritte sind dabei umständlich gelöst. Räume haben eine feste Größe und lassen sich, einmal platziert, nicht wieder entfernen. Somit laut ihr immer wieder Gefahr, sich mit einem ungeschickt errichteten Raum das Weiterkommen im wörtlichen Sinne zu verbauen. Abgesehen davon müsst ihr den Aufbau eures Verlieses nicht weiter planen, denn Helden kommen hauptsächlich per zufällig verteilten Leitern zu euch herabgeklettert. Wichtige Räume strategisch im Dungeon zu verstecken und mit Fallen zu sichern, ist somit nahezu unmöglich. Um schnell reagieren zu können, dürft ihr eure Einheiten teleportieren. Also beamt ihr sie alle paar Minuten quer durch den Dungeon, um einfallende Helden zu bekämpfen. Davon abgesehen bewegt ihr eure Kämpfer nie. Anders als in Dungeon Keeper haben sie keinerlei Bedürfnisse, die es zu stillen gilt – schade!
Eure Truppen steuert ihr nicht einzeln, sondern organisiert sie in maximal fünf Vierergruppen. Dies tut ihr in einem umständlichen Verwaltungsmenü, in dem ihr jede Einheit einzeln anwählen, zuordnen und ausrüsten müsst – monotone Klickarbeit ohne Komfortfunktionen. Rohstoffe erhaltet ihr hauptsächlich durch Missionen, denen ihr auf einer Oberweltkarte Truppen zuweist. Der spielerische Wert tendiert dabei gegen null, da ihr den Ausgang der Missionen in keiner Weise beeinflussen könnt. Das Geschehen wird immer wieder von Ingame-Videos unterbrochen, die die Story vorantreiben sollen. Leider werden diese so langatmig präsentiert, dass die engagierten Sprecher komplett untergehen. Der Multiplayer unterhält nicht besser. Egal welchen Modus ihr wählt, die Interaktionsmöglichkeiten zwischen den Spielern sind stark eingeschränkt. Weder könnt ihr Rohstoffe tauschen noch einen gegnerischen Dungeon direkt angreifen. Strategische Herangehensweisen sind so nie möglich.


Die Wertung scheint mir auch angemessen, ich kenne das Spiel zwar nicht, aber Gamestar und 4players spucken ähnliche Zahlen aus. Der eine etwas niedriger, der andere etwas höher.
Es lässt einen einen Dungeon bauen. Ist Age of Empires deswegen auch vergleichbar mit SimCity? Weil ich Häuser baue und so? Das ist doch der einzige Vergleich.
Und dafür, dass Impire kein Dungeon Keeper sein will steht in diesem süßen Test mit 3 Abschnitten, einer Überschrift / Eröffnungszeile + einem Bild 6 Mal der Name Dungeon Keeper.
Das erinnert mich an diese eine News wo jemand eine "Angry Birds Mod" für GTA 4 gemacht hat und in den drei Absätzen irgendwie 15 Mal GTA 5/Grand Theft Auto 5 stand. Ich hatte es damals nachgezählt ^^
Es ist ja in Ordnung, wenn dir das Spiel nicht gefallen hat. Aber einen so schnuckeligen, kleinen Test zu schreiben, dort immer wieder einen Vergleich zu Dungeon Keeper zu bringen, wobei du jetzt selbst sagst, dass es kein Dungeon Keeper sein will, finde ich irgendwie fehl am Platz.
Die Reviews, die das eingesehen haben, haben das Spiel in meinen Augen fairer bewertet. Manche vielleicht zu hoch, ne 80 würd ich dem Spiel auch nicht geben, aber so niedrig ist es beim besten Willen auch nicht. Da hab ich schon deutlich schlimmeres gespielt.
Impire will vielleicht kein Dungeon Keeper sein, tut dann aber doch reichlich dafür, um erst mal diesen Eindruck zu erwecken. Hat man's eine Weile gespielt, merkt man natürlich, dass es in eine andere Richtung geht. Spaßig fand ich's trotzdem nicht. Schön und gut, wenn's dir gefällt - aber wir sehen das eben ein bisschen anders. ;-)