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  • IS Defense im Test mit Video: Spaß am Stumpfsinn-Terror?
    Quelle: PC Games

    IS Defense: Test mit Video-Review zum stumpfsinnigen Anti-Terror-Shooter der sensationsgeilen Hatred-Macher

    IS Defense soll ein politisches Statement der Hatred-Entwickler zum Terrorismus sein. Quatsch! Was IS Defense wirklich ist: ein einfallsloser Rail-Shooter mit ärmlichen Umfang. Der PC Games-Test zeigt, was hinter der Entscheidung für die sensationslüsterne ISIS-Thematik steckt: eine kalkulierte Marketing-Masche.

    Für die Spiele von Destructive Games würde sich aufgrund mangelnder Qualität üblicherweise niemand interessieren. Das polnische Entwicklerstudio hat sich bereits letztes Jahr eine clevere, aber verachtenswerte Lösung für diese Problematik einfallen lassen: Destructive Games' Projekte sollen schockieren. Das war 2015 bei Hatred so, dem ebenso bizarren wie strunzlangweiligen Amok-Simulator. Und so ist es 2016 auch beim kleinen Nebenprojekt IS Defense, indem wir als Maschinengewehrschütze der NATO die virtuelle Invasion Europas durch die islamistischen Kämpfer der Terrorvereinigung IS aufhalten sollen. Nach dem PC-Release haben wir die banale Ballerorgie getestet - damit ihr es nicht müsst!

    Ach, das sind IS-Terroristen?

    IS Defense im Test: KI-Soldaten Auf Wunsch helfen euch in IS Defense KI-Soldaten (blau markiert). Quelle: PC Games Im Gegensatz zu Hatred, das sich mit Nahkampf-Exekutionen genüsslich an dem Leid der sinnlos niedergemähten Pixel-Menschlein weidete, ohne irgendeine Art von (am Ende sogar noch intelligenten) Kommentar zur Amok-Thematik abzugeben, kommt IS Defense fast schon handzahm daher. Wäre der Titel nicht und würde Destructive Games den virtuellen Kampf gegen eine real existierende Terror-Organisation beim Marketing nicht so bewusst in den Fokus rücken - die endlos auf den Spieler zustürmenden Gegner könnten genauso gut Anhänger einer fiktiven Bande von Bösewichten sein.

    Ja, in IS Defense ist ab und zu mal die schwarze IS-Flagge zu sehen. Ja, es gibt Selbstmordattentäter, die sich in der Nähe des Spielers in die Luft sprengen. Und ja, ab und zu tönt ein Sprachfetzen aus den Boxen, den man mit viel Fantasie als ein vermeintlich gottesfürchtiges "Allahu Akbar" interpretieren kann. Aber mehr ist da nicht, es gibt weder skandalöse Enthauptungen vor laufender In-Game-Kamera noch überhaupt eine Geschichte. Explizit brutal wird IS Defense nur bei Kopfschüssen, dann explodiert das Haupt eines Soldaten schon mal in einer Blutwolke.

    05:22
    IS Defense: Terroristen-Moorhuhn im Angespielt-Video

    Der Spieler und sein treues MG-Nest verteidigen die westiche Demokratie an der Küste von Sizilien, in einer spanischen Hafenanlage und in der Nähe eines krotatischen Flughafens. Dabei fängt das Spiel einfach an, es gibt keine erklärenden Texte, kein Intro-Video, keine Sprachausgabe und keine handelnden Charaktere. Das Spielprinzip von IS Defense erschöpft sich in: "Da sind die Terroristen! Mach sie platt und überlebe so lange, wie du kannst!"

    Der IS greift dabei mit massenhaft Landungsbooten, gepanzerten Humvees und etlichen weißen Pick-up-Trucks mit aufmontierten Maschinengewehren an, dazu gibt es unbegrenzt Nachschub an Fußvolk. Sonderlich glaubwürdig ist das nicht, aber es passt zur Dauerfeuer-Mechanik von IS Defense. Eine künstliche Intelligenz gibt es praktisch nicht, Gegner laufen einfach auf euch zu. Schräg: Ab und zu ticken die Fahrer der Vehikel komplett aus und fahren sinnlos im Kreis. IS Defense im Test: Flankenangriffe Bewegen lässt sich der Geschützturm in IS Defense nicht. Ihr müsst ihn lediglich ab und zu nach rechts oder links drehen. Quelle: PC Games Test: Eine einzige, ideenlose Geschützturm-Sequenz

    Mit Sizilien, Spanien und Kroatien gibt es sage und schreibe drei Levels im Spiel, jeder davon mit einer einzigen, unveränderbaren Location. Ihr sitzt die ganze Zeit hinter eurem MG und könnt euch nicht bewegen. Stattdessen richtet ihr mit der Maus das Fadenkreuz auf Gegner und drückt ab. Zwischendurch feuert ihr noch einen Raketenwerfer ab, ab und zu müsst ihr nachladen. Munition gibt es unendlich, allerdings schmilzt unter Beschuss schnell euer Lebensbalken. Der lässt sich auffüllen, indem ihr Versorgungskisten anfordert und auf diese schießt. Dadurch erhält man auch neue Raketen.
    IS Defense im Test: Helikopter-Unterstützung Je mehr Gegner ihr erledigt, umso bessere Verstärkungsboni dürft ihr aktivieren, etwa einen Kampfhubschrauber. Quelle: PC Games Nachschub und andere Hilfen gibt es nur, wenn ihr fleißig Widersacher abknallt. Die weiteren Belohnungen umfassen Infanterie-Unterstützung, Artillerieschläge, einen von Jets gelegten Bombenteppich und schließlich einen Angriffshelikopter, der eigenständig Ziele aufs Korn nimmt. Je länger ihr mit dem Anfordern eines Bonus wartet und je weiter sich die Leiste durch Terroristen-Tode füllt, umso mächtigere Belohnungen stehen zur Verfügung.

    Bitte nochmal versuchen!

    IS Defense im Test: Wiederholungen Alle Levels müssen mehrmals gespielt werden, um die nächste Karte freizuschalten. Quelle: PC Games Das Problem an IS Defense: Bereits auf der ersten Map habt ihr nach maximal 30 Minuten alles gesehen, was das Spiel zu bieten hat. Danach wiederholt sich das Ganze schier endlos, denn die nächsten beiden Karten schaltet ihr erst frei, wenn ihr eine bestimmte Menge an gegnerischen Soldaten und Fahrzeugen ausgeschaltet habt. Dabei zählen alle misslungenen Versuche zusammen. Die anvisierten Zielwerte sind sehr hoch; im Test brauchten wir pro Map jeweils über zehn Versuche, um die Vorgaben schließlich zu erfüllen.

    Weil es lediglich die vier beschriebenen Feindtypen gibt und sich das Spielprinzip mit zunehmender Dauer keinen Deut ändert, ist Langeweile vorprogrammiert. Hier wäre so viel mehr möglich gewesen: ein Kombo-System, Medaillen für besonders gelungene Abschüsse, neue Gegner wie Panzer oder Hubschrauber, mehrere Stages pro Level, andere Spielmodi à la Time Attack und und und. Stattdessen betrifft der einzige Wandel im Spiel gelegentliche Flankenangriffe. Dann müsst ihr euren Turm nach rechts oder links drehen und dort eine Gegnerwelle abwehren, danach geht es wieder zurück in die Ausgangsposition.

    XP-System mit nützlichen Upgrades

    IS Defense ist ein stumpes Ballerspiel ohne Sinn und Verstand, dem es an Inhalten und Abwechslung fehlt. Und doch stellten wir bei uns im Test eine gewisse, fast schon ungesunde Faszination mit dem Anti-Terror-Kampf fest. Man will nämlich eben doch mal zumindest alle Karten einmal sehen und beißt sich deswegen durch das wie einen Hordemodus aufgebaute Spiel. Als motivierend erweist sich dabei die bewährte Krücke mittelmäßiger Ballerspiele, das Upgrade-System.

    In schöner Regelmäßigkeit verdient ihr euch Skillpunkte, mit denen ihr neue Talente freischaltet. Gut: Es handelt sich dabei nicht um belanglose Prozent-Verbesserungen wie in vielen Spielen. Nein, die Upgrades sind extrem nützlich. So verschießt ihr etwa plötzlich doppelt so viele Kugeln, die Nachladezeit des Raketenwerfers wird halbiert, eure Lebensenergie regeneriert sich automatisch oder die Notwendigkeit des Nachladens wird komplett eliminiert.
    IS Defense im Test: Mangelnde Übersicht Die krümeligen Feindsoldaten verschwinden teilweise in der trostlosen Umgebungsgrafik von IS Defense. Quelle: PC Games IS Defense im Test: Glitches Stellenweise kommt es zu einigen unschönen Anzeigefehlern, die aber nach wenigen Sekunden von selbst behoben sind. Quelle: PC Games Technisch punktet IS Defense wie schon Hatred mit schicken Explosionen und läuft mit bis zu 144 Bildern pro Sekunde. Die Umgebungsgrafik ist dafür allerdings sehr schlicht. Immerhin geht einiges zu Bruch wie Benzinkanister oder Straßenlampen. Ab und zu kam es im Test zu kleinen Anzeigefehlern, etwa wenn ein toter Soldat ohne erkennbaren Grund meterhoch in die Luft geschleudert wurde oder bei Explosionen in der Nähe des Geschützstands das Bild massiv auf und ab hüpfte.

    Sehr ärgerlich ist zudem die Tatsache, dass die auf Entfernung krümeligen IS-Anhänger teilweise nur schwer zu erkennen sind, besonders in der ewigen Nacht der dritten Karte. Erst ein Upgrade, durch das Gegner markiert werden, schafft Abhilfe.

    Eine Minimap wäre aber nützlicher, um sich schnell einen Überblick darüber zu verschaffen, auf welcher Seite sich im Moment die größten Feindkonzentrationen befinden und wo vielleicht schon die computergesteuerten Verbündeten den Kampf gegen den Terror aufgenommen haben.

    IS Defense ist ein PC-exklusiver Rail-Shooter und kostet bei Steam oder auf der offiziellen Webseite unter sieben Euro.


    IS Defense (PC)

    Spielspaß
    55 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Motivierendes Upgrade-System
    Coole Unterstützungs-Boni (Helikopter, Bombenteppich)
    Lässt sich fast komplett mit einer Hand spielen (Nicht was ihr denkt - perfekt zum Pizza-Essen am PC!)
    Mod-Support
    Ordentliche Technik
    Stumpfes Spielprinzip aus Sicht eines stationären Geschützes
    Winziger Inhalt (drei Maps), der durch Wiederholungen gestreckt wird
    Hohe Freischalt-Anforderungen für die nächste Karte
    Terror-Thematik wird null aufbereitet
    Fehlende Abwechslung bei Gegnern und Spielablauf
    Nur ein Spielmodus (Survival)
    Terroristen sind dumm wie Brot (Wenigstens das ist realistisch)
    Keine Story, keine Atmosphäre, kein gar nichts
    Kleine Glitches

    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von Alisis1990 Erfahrener Benutzer
        Wenigstens mal was anderes als Nazis oder Japaner abknallen... wenn ich mich so zurückerinnere gab's da selten abwechslung. Nur das die Amis nie verlieren foppt mich iwie 

        Gesendet von meinem SM-N9005 mit Tapatalk
      • Von THEDICEFAN Benutzer
        Ich fänds iwie cool wenn es n paar Spiele gäbe wo man sich mit dieser Thematik beschäftigt und diese Säcke abknalln kann^^ Denn ihre Menschenrechte ham se definitiv verspielt- da hab ich in keiner Hinsicht Mitleid
      • Von Shadow_Man Erfahrener Benutzer
        Faschist sein, das hat mit der Intelligenz nichts zu tun. Wenn da überall nur Dummköpfe wären, dann wäre das ganze gar nicht durchziehbar, dann hätten sie gar nicht diese ganze Planung. Also müssen da schon Köpfe mit einer gewissen Intelligenz dahinter sein, die halt einfach nur wahnsinnig und faschistisch sind. Aber blöd sind die nicht.
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1193018
IS Defense
IS Defense: Test mit Video-Review zum stumpfsinnigen Anti-Terror-Shooter der sensationsgeilen Hatred-Macher
IS Defense soll ein politisches Statement der Hatred-Entwickler zum Terrorismus sein. Quatsch! Was IS Defense wirklich ist: ein einfallsloser Rail-Shooter mit ärmlichen Umfang. Der PC Games-Test zeigt, was hinter der Entscheidung für die sensationslüsterne ISIS-Thematik steckt: eine kalkulierte Marketing-Masche.
http://www.pcgames.de/IS-Defense-Spiel-56937/Tests/mit-Video-Review-Spass-am-Stumpfsinn-1193018/
21.04.2016
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2016/04/IS-Defense-Test-Teaser-pc-games_b2teaser_169.jpg
indie game,action,ego-shooter
tests