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    Homeworld Remastered im Test: Schönheit hat ihren Preis - Update: Jetzt mit Testvideo

    Die Aufgaben sind abwechslungsreich und oft richtig fordernd. Hier bekommen wir es etwa mit gleich drei feindlichen Trägerschiffen zu tun. Quelle: PC Games

    Gearbox hat keine Mühen gescheut, um den Echtzeitstrategie-Klassiker Homeworld zu restaurieren. Im Test samt Video-Review zu Homeworld Remastered blicken wir hinter die schöne Fassade: Welche Altlasten schleppt die Neuauflage mit sich herum und wie originalgetreu ist die Umsetzung der einst wegweisenden Features wirklich?

    Die Homeworld-Fans werden es eh kaufen.

    Wer 16 Jahre auf eine Neuauflage des komplett dreidimensionalen Echtzeitstrategie-Spiels und seines vier Jahre jüngeren Nachfolgers Homeworld 2 gewartet hat, der dürfte Feuer und Flamme sein für die rund 32 Euro teure, momentan ausschließlich über Steam erhältliche Homeworld Remastered Collection sein, wenn er nicht gar zu den über 100.000 Vorbestellern gehört. Doch was ist mit der neuen Generation von PC-Spielern, die Homeworld und Homeworld 2 nie zuvor gespielt haben? Taugt das Remaster auch dann, wenn man es nicht durch die rosarote Nostalgiebrille betrachtet?

    Die Hintergründe der Weltraum-Arenen sind fantastisch anzuschauen, bleiben aber stets flache Kulisse außer Reichweite wie hier der Kushan-Heimatplanet Hiigara. Die Hintergründe der Weltraum-Arenen sind fantastisch anzuschauen, bleiben aber stets flache Kulisse außer Reichweite wie hier der Kushan-Heimatplanet Hiigara. Quelle: PC Games Wir machen - im wahrsten Sinne des Wortes - den Test. Auf Seite 1 stellen wir euch Homeworld Remastered Edition aus der Perspektive eines Serien-Neulings vor - wie viel Spaß machen die Missionen heutzutage noch, wie schlagen sich Spieltempo, Abwechslung und taktische Tiefe im Vergleich zu modernen Spielestandards? Auf Seite 2 dagegen konzentrieren wir uns auf die Änderungen, die Homeworld Remastered an den beiden ursprünglichen Titeln vornimmt, und ob diese abseits von Grafik- und Sound-Verbesserungen aus Veteranensicht wirklich alle so willkommen sind.

    Melancholische Weltraum-Saga mit viel Flair

    Homeworld Remastered erzählt - über zwei Kampagnen und eine Spielzeit zwischen 30 und 60 Stunden hinweg - die Geschichte der Kushan. Dieses Alien-Volk bricht zu Beginn von Homeworld 1 zu einem Exodus in Richtung ihrer ursprünglichen Heimat auf, nachdem ihr neues Zuhause vom Imperium der Taiidan vernichtet wurde. Diese spannende Geschichte mit Weltuntergangsstimmung im Stil von Battlestar Galactica wird durch simple gezeichnete Zwischensequenzen mit toller Vertonung weitergesponnen. Zudem gibt es in den Einsätzen immer wieder Ingame-Cutscenes. Obwohl bis auf eine Ausnahme keine Charaktere zu sehen sind, gehört die Homeworld-Story zu den Besten des Genres und lädt zum Mitfiebern ein. Homeworld 2 hinkt in der Beziehung klar hinterher, die Bedrohung durch die Vagyr kann mit der emotionalen Diaspora im Vorgänger nicht mithalten. Dass wir uns so eng verbunden fühlen mit unserer stetig wachsenden Flotte und dem majestätischen Mutterschiff, ist unter anderem ein Verdienst der großartigen Musik.

    Die anhand der alten Skizzen komplett neu gezeichneten Zwischensequenzen sind zwar nur leidlich animiert, bringen die ernste Atmosphäre aber gut rüber. Die anhand der alten Skizzen komplett neu gezeichneten Zwischensequenzen sind zwar nur leidlich animiert, bringen die ernste Atmosphäre aber gut rüber. Quelle: PC Games Der Soundtrack deckt unterschiedliche Genres ab und bleibt oft unauffällig im Hintergrund, nur um am bestimmten Stellen oder im Kampf an Fahrt aufzunehmen. Die Zwischensequenzen sind geradezu perfekt auf das Anschwellen der Musik ausgelegt und Komponist Paul Ruskay erschafft damit eine sehr ernste, oftmals bedrohliche Atmosphäre. Das Schicksal einer ganzen Rasse steht in Homeworld Remastered auf dem Spiel, entsprechend episch fällt der Soundtrack auch aus. Für das Remaster konnte Gearbox die Originalaufnahmen neu abmischen und in unkomprimierter Form ins Spiel integrieren - ein Unterschied, den man hört. Auch die Sprachaufnahmen klingen nun viel klarer; die englischen Sprecher sind sehr gut und klingen mehr wie professionelle Astronauten denn wie mal panisch schreiende, mal fröhlich plaudernde Wingmen à la Freelancer . Die recht schwachbrünstigen Soundeffekte stören den Gesamteindruck nur unmerklich, dafür gibt es zwei Wermutstropfen: Deutsche Sprachausgabe fehlt ebenso wie der Song der Band Yes! aus den Credits von Homeworld 1.

    Test-Video zu Homeworld Remastered

    07:05
    Homeworld Remastered im Video-Review: Tolles HD-Remake mit kleinen Mängeln

    Basisbau ohne Basis

    Spielerisch steht der Aufbau einer Flotte im Mittelpunkt. Euer Mutterschiff produziert Jäger, Korvetten, Fregatten und Großkampfschiffe. Die Rohstoffe dafür müsst ihr verstreuten Asteroiden abtrotzen, wozu ihr wehrlose Ressourcen-Sammler aussendet. Die bewegen sich aber genau wie die Fortschrittsbalken für Bauvorhaben und die Erforschung neuer Technologien quälend langsam, so dass man sich schnell eine Beschleunigungsfunktion wünscht - die gibt's aber nur über Tricksereien mit den INI-Dateien und macht das Spiel laut Gearbox instabil. Weil sich auch schwere Kreuzer nur im Schneckentempo bewegen, dreht man als Spieler oft Däumchen - sobald man sich an der Nahansicht der durchs Weltall flitzenden Pötte sattgesehen hat. Eine automatische Erntefunktion für aufgedeckte, aber noch nicht abgebaute Rohstoffvorkommen bei Missionsende sorgt zumindest dafür, dass wir nicht nach Erfüllung der Auftragsziele noch ewig auf unsere Ernter warten müssen.

    Das Tempo der Kampagne könnte dagegen kaum besser sein: Regelmäßig werden neue Technologien freigeschaltet, mit denen wir Zugang zu weiteren Raumschifftypen erhalten. So rüsten wir unsere Flotte nach und nach auf und lernen jede Schiffskategorie (Jäger, Korvette, Fregatte, Großkampfschiff) im Detail kennen, bevor der nächste Typ zum Bau bereit steht.

    Das Mutterschiff ist Dreh- und Angelpunkt aller Missionen; wird es zerstört, heißt es 'Game over'. Das Mutterschiff ist Dreh- und Angelpunkt aller Missionen; wird es zerstört, heißt es "Game over". Quelle: PC Games Die Missionen sind abwechslungsreich und stellen uns immer wieder vor Herausforderungen. Da wollen Schiffe eskortiert, gebeutelte Raumstationen repariert, gestrandete Raumschiffe abgeschleppt und natürlich jede Menge Gegner besiegt werden. Stumpfe "Zerstöre alles"-Aufträge sind die Ausnahme. Fast jede Mission besitzt eine Besonderheit wie einen Nebel, der falsche Sensordaten erzeugt. So fordernd und spannend die beiden Homeworld-Kampagnen auf dem einzig verfügbaren Schwierigkeitsgrad auch sind - stellenweise taugt das 16 Jahre alte Design modernen Ansprüchen einfach nicht mehr. Zwei Beispiele: Wir sollen Asteroiden abschießen, die in Richtung unseres Mutterschiffs rasen, das am Anfang exakt zwei Zentimeter vor dem ersten Felsbrocken parkt, während eine (abbrechbare) Zwischensequenz uns die Kontrolle entzieht. Entsprechend hektisch gestalten sich die nächsten Augenblicke. Dannn wieder sollen wir durch ein Sonnensystem navigieren, in dem die Strahlung einer Supernova die Panzerung unserer Schiffe ruck-zuck wegschmilzt. Ein Pfad aus Partikeln führt sicher durch die Gefahrenzone - ist jedoch nahezu unsichtbar, weil die Partikel in etwa Pixelgröße haben und man so ohne Vorwissen aus dem Original-Homeworld orientierungslos herumirrt.

    Apropos Vorwissen: Da die meisten Einsätze auf überraschende Wendungen mittels Skripts setzen, ist häufiges Speichern Pflicht. Ansonsten ärgert man sich über unfair ans Mutterschiff warpende Feindverbände oder frühzeitig ausgelöste Trigger, die einen gegnerischen Ansturm zur Folge haben. Homeworld-Kenner haben Einsteigern zudem das Wissen um einen nützlichen Trick voraus: Durch das massenhafte Kapern von Gegnerschiffen kann man seine eigene Flotte zum Sparpreis aufrüsten und dadurch sogar das eigentliche Maximum an gleichzeitig zu kommandieren Einheiten überschreiten. Zumindest, wenn man bereits zuvor die maximale Anzahl an Einheiten einer Kategorie besitzt und danach weitere Schiffe übernimmt. Wer dies List nicht kennt und mächtige Ionenfregatten zerstört statt sie zu kapern, beißt sich unter Umständen an der ersten Hälfte von Homeworld 1 die Zähne aus. Weil Ressourcen, Technologien und Einheiten von einem Auftrag zum nächsten übernommen werden, ist unter Umständen ein Neustart einer vorherigen Mission erforderlich, um weiterzukommen. Das ist genauso unzeitgemäß wie das Beharren auf einem einzigen (hohen) Schwierigkeitsgrad; etwas mehr Einsteigerfreundlichkeit hätte Homeworld Remastered nicht geschadet!

    Wer sein taktisches Denken schulen will, kann dazu den Gefechtsmodus nutzen: Im Kampf gegen bis zu sieben CPU-Gegner dürft ihr auch andere Fraktionen wie Taiidan, Vagyr und Piraten spielen. Zudem gibt es einen Mehrspielermodus, der sogar LAN-Partien unterstützt - mehr dazu auf Seite 2 unseres Tests.

    Bewegung in alle Richtungen

    Die Sensorkarte tauscht Grafikpracht gegen Übersicht ein. Die Sensorkarte tauscht Grafikpracht gegen Übersicht ein. Quelle: PC Games In anderer Hinsicht fühlt sich Homeworld Remastered jedoch wie ein brandneues Spiel an. Das liegt vor allem daran, dass Homeworld Ende der 90er Jahre seiner Zeit so weit voraus war. Die größte Innovation des Spiels: ein echtes 3D-Universum. Statt auf einer flachen Ebene spielen sich die gewaltigen Weltraumgefechte mit mehreren Dutzend Schiffen in der Tiefe des Raums ab. Mit Maus und wenigen Tastaturbefehlen lasst ihr eure Bomber im Sturzflug angreifen oder nähert euch von unten der verletzlichen Unterseite eines Trägerschiffes. Den glaubwürdig durchs Nichts schwirrenden Pötten dabei zuzusehen, wie sie Laserstrahlen und Torpedos austauschen und dabei breite Triebwerksstreifen in bunten Farben hinter sich herziehen, hat etwas nahezu Meditatives.

    Trotzdem ist volle Aufmerksamkeit gefragt, denn ein Stein-Schere-Papier-Prinzip sorgt dafür, dass bestimmte Einheitentypen keinen Stich gegen andere sehen. Ergo müsst ihr schnell handeln und Gruppen von Schiffen mit der richtigen Kontereinheit angreifen. Einige Einheiten verfügen darüber hinaus über Spezialfähigkeiten, die es taktisch geschickt einzusetzen gilt. Zudem gibt es Formationen und Verhaltensbefehle, die aber vergleichsweise geringfügige Auswirkungen auf den Kampfverlauf haben (mehr dazu auf Seite 2). Wer sich in aller Ruhe den nächsten Zug überlegen will, kann das Echtzeitgeschehen jederzeit pausieren und von dort aus Befehle geben. Für mehr Übersicht wechselt ihr per Leertaste (oder einer anderen, die Tastatur ist frei belegbar) auf die schmucklose Sensorkarte. Hier fällt Serien-Neulingen die unter Umständen schwierige Orientierung im dreidimensionalen Raum weitaus einfacher.

    Dank der tollen Zoomfunktion könnt ihr selbst einzelne Jäger aus nächster Nähe beobachten. Dank der tollen Zoomfunktion könnt ihr selbst einzelne Jäger aus nächster Nähe beobachten. Quelle: PC Games Das schlanke Interface hat uns sehr gut gefallen, es nimmt nur einen geringen Teil der Bildfläche ein und funktioniert anstandslos. Allerdings sind die einzelnen Schaltflächen dadurch auch sehr klein; zwar lässt sich die Skalierung im Menü ändern, die Alternativen sind dagegen jedoch grotesk groß. Slapstick pur! Zu unfreiwillig komischen Situationen kommt es auch im Zusammenspiel mit der KI eigener Einheiten. Rohstoffsammler dotzten in Einzelfällen in abzubauende Asteroiden und blieben daran hängen. Außerdem kamen sich beim (unsäglich langsamen) Reparieren beschädigter Schiffe die dafür vorgesehenen Fregatten und Korvetten gerne mal gegenseitig in die Quere, wenn viele Einheiten in dichter Formation schwebten.

    Davon abgesehen konnten wir jedoch nur wenige tatsächliche Programmierfehler beobachten - von Abstürzen und schwerwiegenden Bugs, wie sie einige Spieler im Steam-Forum dokumentieren, ganz zu schweigen. Nein, Homeworld Remastered ist unserer Erfahrung nach beileibe kein schlecht programmiertes Spiel. Die Probleme liegen tiefer, vor allem für Homeworld-Kenner.

  • Homeworld Remastered
    Homeworld Remastered
    Developer
    Gearbox Software
    Release
    25.02.2015
    Es gibt 17 Kommentare zum Artikel
    Von Worrel
    Hilft das: Mit Windowstaste + P nochmals den Modus des 2. Monitors konfigurieren?
    Von Bovi
    das mit den grafikkarten-treiber war ne sehr gute idee, grafiken der schiffe sind jetzt da. danke dafür. aber wo licht…
    Von PeterBathge
    Kein Wunder, das hört sich nach einem Grafik-Bug an ;)Schon mal geschaut, ob du die aktuellen Grafikkarten-Treiber…

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    • Es gibt 17 Kommentare zum Artikel

      • Von Worrel Erfahrener Benutzer
        Hilft das: Mit Windowstaste + P nochmals den Modus des 2. Monitors konfigurieren?
      • Von Bovi Neuer Benutzer
        das mit den grafikkarten-treiber war ne sehr gute idee, grafiken der schiffe sind jetzt da. danke dafür.
        aber wo licht ist, da ist auch schatten. jetzt bekomme ich ums verrecken meinen zweiten monitor nicht mehr in die gänge beim start zeigt er nen billd und sobald man auf der windowsoberfläche ist bleibt er schwarz und wird nicht erkannt.
      • Von PeterBathge Redakteur
        Zitat von Bovi
        habe das anders in erinnerung.
        Kein Wunder, das hört sich nach einem Grafik-Bug an ;)
        Schon mal geschaut, ob du die aktuellen Grafikkarten-Treiber installiert hast?
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Homeworld Remastered
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Gearbox hat keine Mühen gescheut, um den Echtzeitstrategie-Klassiker Homeworld zu restaurieren. Im Test samt Video-Review zu Homeworld Remastered blicken wir hinter die schöne Fassade: Welche Altlasten schleppt die Neuauflage mit sich herum und wie originalgetreu ist die Umsetzung der einst wegweisenden Features wirklich?
http://www.pcgames.de/Homeworld-Remastered-Spiel-55256/Tests/Test-mit-Video-zur-Neuauflage-1151766/
27.02.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/02/Homeworld_Remastered_Test_02-pc-games_b2teaser_169.jpg
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