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  • Holy Potatoes: We're In Space im Test - Wenn die Zwiebel-Oma über die Weltraum-Straße muss
    Quelle: PC Games

    Holy Potatoes: We're In Space im Test - Wenn die Zwiebel-Oma über die Weltraum-Straße muss

    Mit Holy Potatoes: We're In Space möchte Entwickler Daylight Studios an den Vorgänger A Weapon Shop?! anknüpfen und die Kartoffel-Geschichte zu einem Rogue-Like machen. In unserem Test erfahrt ihr, wie gut das den Entwicklern gelungen ist.

    Die mittelalterliche Seefahrt war gefährlich. Seeleute liefen damals nicht nur regelmäßig Gefahr, von Kanonenkugeln erwischt zu werden, auch Krankheiten machten auf den Holzpötten regelmäßig die Runde. Um beispielsweise Skorbut zu verhindern, wurden Zitronen, Sauerkraut und jede Menge Kartoffeln mit an Bord genommen.

    Gesundes Knollengemüse findet sich aber nicht nur in historischen Geschichten oder auf unserem Mittagsteller. Das in Singapur beheimatete Entwicklerstudio Daylight Studios verarbeitete mit Holy Potatoes: A Weapon Shop?! Kartoffeln erstmals zu einem PC-Spiel. Nun soll das vitaminhaltige Gemüse sogar in den Weltraum gehen, noch dazu als eine Art Rogue-Like im Stile von Faster Than Light. Ist das Spiel eine knusprige Bratkartoffel geworden oder bloß zerkochter Kartoffelbrei? Das klären wir im Test.

    02:10
    Holy Potatoes! We're in Space?! Release-Trailer zum Space-Adventure

    Wirrer Story-Trash

          

    Bis an die Zähne mit Kartoffeln und Lauch, Erbsenpistole und Donnerschlag bewaffnet erkunden wir Planeten und Kämpfen gegen andere feindliche Gemüse-Sorten. Bis an die Zähne mit Kartoffeln und Lauch, Erbsenpistole und Donnerschlag bewaffnet erkunden wir Planeten und Kämpfen gegen andere feindliche Gemüse-Sorten. Quelle: PC Games Die Kartoffeldamen Cassie und Fay sind mit ihrem Raumschiff Knutschkartoffel (lässt sich umbenennen!) auf der Suche nach ihrem Opa Jiji. Der wurde von der Wurzel-Organisation Eklipse gefangen genommen und wird irgendwo in den Weiten des Gemüse-Universums festgehalten. So unspektakulär der rote Faden der Geschichte ist, so bleibt er die einzige nachvollziehbare Handlung im ganzen Spiel. Um diesen Story-Pfeiler herum stricken die Entwickler höchst absurde Geschichten rund um Tüften, Karotten und Lauch.

    Die einzelnen Missionen in den Galaxien zeichnen sich dabei durch nahezu komplette Abwesenheit jedes Zusammenhangs mit der Suche nach Opa Jiji aus, die Rückkehr zum roten Faden wird immer auf geradezu aberwitzige Weise konstruiert. Dazu wird auf sehr eigenwilligen Humor zurückgegriffen, der vor allem auf der exzessiven Nutzung von Wortspielen (Barbrie - ja, das spielt auf den Käse an) sowie wilden popkulturellen Querverweisen basiert.

    Gleich zu Beginn befreien wir die Kosmokatze aus den Griffeln des Dreigroschen-Opas, danach zerschneiden wir die Dornenranken in der Dornröschen-Mission mit einer Riesenschere. Christine Daeé (Hauptcharakter aus dem Phantom der Oper) wird in der Mission "Das Phantom der Weltraum-Oper" kurzerhand zum Wurzelgemüse Lauchiane Daeé degradiert. Pokémon wird zu Popelschon und von Doktor Was? bis zum Krieg der Kroketten ist alles dabei, was durch eine Gemüsereibe passt. Präsentiert werden die Missionen in öden Textfenstern und mit Dialogen, die zwischen witzig, kitschig und hoffnungslos albern schwanken wie eine Tomatenstaude im Schneesturm.

    Wem das zu abgedreht ist, der vergibt schnell das Prädikat "Bio-Müll" und sucht schleunigst das Weite. Wer den Trash-Faktor zu schätzen weiß, der schmunzelt bei einigen wenigen gelungenen Witzen, ignoriert den restlichen gequirlten Blödsinn und hält sich an das Gameplay.

    Wenn die Zwiebel-Oma über die Weltraum-Straße muss

          

    Cassie und Fay sind die Protagonisten des Spiels und sie pflegen häufig einen ziemlich albernen Humor. Cassie und Fay sind die Protagonisten des Spiels und sie pflegen häufig einen ziemlich albernen Humor. Quelle: PC Games Jede der Galaxien im Spiel besteht aus mehreren Planeten mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Wir besetzten unsere Waffensysteme per Drag & Drop mit Crew-Mitgliedern und dann geht's im 2D-Sidescroller-Stil über die Planetenoberfläche. Dort erleben wir Zufallsbegegnungen, beispielsweise wenn wir in einen Stau (!) geraten. Dann dürfen wir entscheiden, ob wir drum herumfliegen oder abwarten. Ein anderes Mal helfen wir Oma Zwiebel beim Tragen der Einkaufstüten. Oder wir untersuchen Kisten auf Ressourcen. Jede Entscheidung hat Auswirkungen: Mal bekommen wir Ressourcen, mal Stärke (das Kohlenhydrat als Währung, clever!), mal werden wir beklaut oder unser Schiff beschädigt. Es gibt eine ganze Reihe Zufallsereignisse, allerdings längst nicht genug: Sehr bald wiederholt sich alles nur noch.

    Raumschlachten im Splitscreen

          

    Kämpfe laufen in solchen Splitscreens ab. Dabei wechselt das Bild bei jeder Aktion zum jeweilig aktiven Schiff. Kämpfe laufen in solchen Splitscreens ab. Dabei wechselt das Bild bei jeder Aktion zum jeweilig aktiven Schiff. Quelle: PC Games Kämpfe werden im Splitscreen abgehandelt: Links befindet sich unser Schiff, rechts unser Gegner. Bevor wir loslegen, untersuchen wir die Waffen des Gegners auf Schaden und Fähigkeiten. Einige Waffen haben beispielsweise die Chance, Angriffswerte zu senken oder Brandschaden über Zeit zu verursachen. Wir sind also gezwungen, taktisch zu denken und die jeweils größte Bedrohung zuerst auszuschalten. Die eigentliche Schießerei ist rundenbasiert: Erst schießen wir, dann der Gegner. Dabei wechselt der Bildschirm jedes Mal zwischen uns und dem Gegner hin und her - das kann ganz schön nerven. Zusätzlich können wir (und der Gegner) jeweils eine Schwachstelle des Schiffs (Waffen und Rumpf) mit einem Schild schützen.

    Jede Waffe benötigt eine bestimmte Menge Energie-Ladung um feuern zu können, wir können also nicht immer alle Waffen abfeuern. Die anfängliche Ladung und deren Regeneration pro Runde hängt von unseren Raumschiff-Upgrades ab. Zusätzlich hat unser Pilot Spezialfähigkeiten wie Reparierenoder die Beseitigung eines Debuffs (z.B. das bereits angesprochene Brennen). Alles zusammen ergibt eine ordentliche taktische Bandbreite an Möglichkeiten und es kann sehr spannend sein, mit der richtigen Wahl der Waffenreihenfolge sowie dem sinnvollen Einsatz des Schilds und der Fähigkeiten einen Kampf für sich zu entscheiden.

    Nachdruck durch Wiederholung?

          

    Boss-Kämpfe ziehen sich oft über mehrere Phasen. Bosse besitzen besonders vernichtende Spezialfähigkeiten (z.B. Feuerregen), die unseren Knollenkämpfern harte Nüsse zu knacken geben. Allerdings zeigt sich hier (vor allem im späteren Verlauf)das größte Problem des Spiels: Die Kämpfe sind extrem repetitiv und bestehen oft aus der immer gleichen Abfolge von Klicks. Bei Boss-Kämpfen geht das sogar soweit, dass wir teilweise viermal in Folge durch je zwei identische Boss-Phasen müssen. Das ist keine Herausforderung, das ist selbst für Wurzelgemüse stinklangweilig.

    Wessen Rumpf zuerst keine Hitpoints mehr hat, der explodiert. Im Fall eines Sieges sacken wir Stärke und erbeutete Waffen ein. Platzt dagegen unser eigenes Raumschiff, können wir einen von drei automatischen Speicherständen neu laden. Deshalb ist Holy Potatoes auch kein waschechtes Rogue-Like, sondern eher ein Rogue-Lite: Wir sterben nicht permanent und müssen auch nicht von vorn anfangen. Das passiert auch dann nicht, wenn wir das Rundenlimit für eine Galaxie überschreiten und die Eklipse-Organisation uns killt.Nur wenn wir uns in eine echte Sackgasse manövriert haben (zum Beispiel, weil wir für eine neue Galaxie noch nicht stark genug waren)müssen wir neu starten. Dabei verändern sich aber nur ab und zu einige Missionen, davon abgesehen spielen wir haargenau dieselben Sachen nochmal.

    Sinnvoll aufrüsten

          

    Unser Raumschiff müssen wir ständig ausbauen und upgraden, damit wir in den späteren Galaxien mithalten können. Unser Raumschiff müssen wir ständig ausbauen und upgraden, damit wir in den späteren Galaxien mithalten können. Quelle: PC Games Die eigentliche Herausforderung besteht darin, das Schiff sinnvoll zu konfigurieren und die Crew weiterzubilden. In der Werkstatt baut unser Mechaniker aus Ressourcen neue Waffen. In der Akademie steigern wir die Fähigkeiten der Crew (beispielsweise höhere Präzision mit bestimmten Waffen oder Heilungschancen). Zusätzlich gibt es das Labor, in dem allgemeine Upgrades wie geringerer Treibstoffverbrauch oder eine höhere Ressourcenausbeute erforscht werden. Und die Krankenstation benötigen wir, um Debuffs von Crewmitgliedern, deren Waffen in einem Kampf zerstört wurden, zu entfernen. Andere Upgrades, wie verbesserte Schildgeneratoren oder neue Waffenslots sowie Blaupausen für Waffen, kaufen wir direkt im Galaxie-Zentrum. Dort können wir auch neue Crew-Mitglieder anheuern.

    Damit wir uns all das leisten können, müssen wir das Rundenlimit in einer Galaxie möglichst ausreizen und so viele Planeten erkunden wie möglich. Der sukzessive Ausbau unseres Raumschiffs motiviert uns und anfangs fiebern wir der nächsten Ausbaustufe geradezu entgegen. Doch auch das nutzt sich bald ab, denn mit einem gewissen Ausrüstungs- und Upgrade-Status sind nur noch die Bosse eine Herausforderung - und das auch nur aufgrund der ewigen Wiederholung der Kampfphasen.

    Stabil, aber ohne Höhepunkte

          

    Holy Potatoes: We're in Space ist uns in über 15 Stunden Testzeit nur einmal abgeschmiert. Während das Raumschiff-Innenleben und das Galaxie-Zentrum ansehnlich und detailliert gestaltet sind, kann der Rest des Spiels maximal Fans von kindlicher Grafik, minimalistischen Texturflächen und dünnen Sounds überzeugen. Der wilde Mix aus Sidescroller-Raumschiff-Kämpfen im Splitscreen mit farbintensiven Anime-Effekt-Einlagen ist zudem sehr gewöhnungsbedürftig.

    Das größte Problem des Spiels ist jedoch seine Belanglosigkeit, hervorgerufen durch den oft albernen Humor, die absurde Erzählweise, die extrem eintönigen und repetitiven Erkundungsphasen und nur selten herausfordernden Kämpfe. Anders als beispielsweise das ebenfalls verrückte Deponia, verfolgt Holy Potatoes keine klare dramaturgische Linie und scheint eher darauf ausgelegt, eine Absurdität auf Teufel komm raus mit der nächsten toppen zu wollen. Und auch das Vorbild Faster Than Light weiß durch seinen knackigen Herausforderungsgrad weit mehr zu motivieren. Als verrücktes Trash-Game funktioniert die Kartoffeloper eine Weile ganz gut, die dauernden Wiederholungen dürften aber auch hartgesottene Fans schnell langweilen. Von Allem etwas zu nehmen und es in einen Topf zu kippen ergibt zwar ein umfangreiches Potpourri - aber noch lange keines das wirklich schmeckt. Dafür ist die Auswahl der Zutaten schlicht zu unausgewogen.


    Holy Potatoes: We’re In Space (PC)

    Spielspaß
    70 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    sehr eigenwilliges Setting
    cooles Raumschiff
    viele Upgrade-Möglichkeiten
    sehr viele verschiedene Waffen
    taktisch konzipierte Kämpfe
    gut gelungene mittlere Spielphase
    einige gute Wortwitze
    Viele alberne Dialoge
    schwacher Art-Style
    dünner Sound
    Splitscreen bei Kämpfen nervt
    insbesondere Boss-Kämpfe stark repetitiv
    Zufallsereignisse wiederholen sich schnell
    geringer Herausforderungsgrad
    kein echtes Rogue-Like

    • Es gibt 2 Kommentare zum Artikel

      • Von BenjaminDanneberg Neuer Benutzer
        Zitat von TheBobnextDoor
        Nett, dass ihr dieses Spiel für einen Test ausgewählt habt.
        Ja die Kartoffeln haben einen eigenwilligen Humor, dem Waffenladen hab ich ja höchstpersönlich zu Ruhm und Reichtum verholfen.
        Den Drang ein minimalistisch angehauchtes Gameplay nun im Weltraum zu…
      • Von TheBobnextDoor Erfahrener Benutzer
        Nett, dass ihr dieses Spiel für einen Test ausgewählt habt.
        Ja die Kartoffeln haben einen eigenwilligen Humor, dem Waffenladen hab ich ja höchstpersönlich zu Ruhm und Reichtum verholfen.
        Den Drang ein minimalistisch angehauchtes Gameplay nun im Weltraum zu erleben, spüre ich nun aber nicht. Im Vorgänger…
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Holy Potatoes: We’re In Space
Holy Potatoes: We're In Space im Test - Wenn die Zwiebel-Oma über die Weltraum-Straße muss
Mit Holy Potatoes: We're In Space möchte Entwickler Daylight Studios an den Vorgänger A Weapon Shop?! anknüpfen und die Kartoffel-Geschichte zu einem Rogue-Like machen. In unserem Test erfahrt ihr, wie gut das den Entwicklern gelungen ist.
http://www.pcgames.de/Holy-Potatoes-Wexre-In-Space-Spiel-60711/Tests/Review-1220858/
15.02.2017
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2017/02/PCG_Holy_Potatoes_01.jpg-pc-games_b2teaser_169.jpg
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