Hitman Contracts
Die aktuelle Fassung der Glacier-Engine stellt mehr Objekte und detailliertere Charaktere dar.
Das leise, metallische Klicken des Schlosses bricht die Stille und ein Schatten schlüpft durch den Türspalt - aber der Gangsterboss im Himmelbett schnarcht viel zu laut, um irgendetwas zu bemerken. Gewöhnliche Action-Helden würden nun einfach ihre Wumme zücken; 47 bevorzugt dahingegen für gewöhnlich elegantere Meuchelmethoden (Stichwort "Klaviersaite"). Die neueste Hitman-Folge setzt der mörderischen Freiheit die Krone auf: Während Aushilfsagent Sam Fisher Objekte allerhöchstens als Ablenkung einsetzen kann, sind Kissen, Flaschen oder Kabel in Hitman 3 adäquate "Arbeitsmittel". In unserem Beispiel zweckentfremdet 47 ein flauschiges Daunenkissen - da bleibt dem Opfer wahlweise die Luft weg oder der Schuss wird schallgedämpft.
Düsterer Rückblick
Die Pistole ist fast nie erste Wahl des Hitmans.
Das dritte Hitman-Abenteuer beginnt in Paris: Nach einem Einsatz hat sich Auftragskiller Nummer 47 eine Kugel eingefangen. Schwer verletzt und von der Polizei gejagt, verkriecht sich der Hitman in einer billigen Absteige mitten im Pariser Rotlichtviertel. Draußen hallen die Schritte des anrückenden Sondereinsatzkommandos auf dem Pflaster - 47 sitzt in der Falle. Geschwächt vom steten Blutverlust fängt er an zu halluzinieren: Momente aus vergangenen Einsätzen im Auftrag der "Agentur" und Gesichter früherer Opfer tauchen unvermittelt vor seinem geistigen Auge auf. Solche Rückblenden bekommen Sie in Hitman 3 noch häufiger zu Gesicht - eine clevere Methode, um Plotlücken der Vorgänger zu schließen. Überhaupt will Entwickler IO Interactive in Contracts eine wesentlich finsterere und unheimlichere Atmosphäre in Verbindung mit einer interessanteren Handlung kreieren und gewährt dazu endlich tiefere Einblicke in Psyche und Vergangenheit des Protagonisten.

