Hidden & Dangerous 2
Spannende Aufträge und kleine Macken
Hidden & Dangerous 2
Obersturmbannführer Franz ist über unser Eindringen in seine Kajüte so von den Socken, dass er gleich
quer über den Stuhl stürzt.
hat viele Vorzüge, der größ- te: die Missionsvielfalt. Im Dschungel kriechen Sie mühsam durchs Dickicht, während Regen in Sturzbächen vom Himmel kommt und die Sicht verwischt. Ringsherum sind gut getarnte Schützengräben, aus denen Einheimische mit Maschinengewehren auf alles schießen, was sich im Unterholz bewegt - spannend! Ein anderes Mal hasten Sie im Nebel zusammen mit einem Bodentrupp durch meterhohes Gras, um einen Hügel zu erklimmen. Fast ununterbrochen schlagen Granaten ein und Dreckfontänen spritzen auf. Irgendwann erreichen Sie einen feindlichen Bunker, den Sie betreten. Drinnen schlagen Sie sich im Halbdunkel mit dem Rest der Gegner herum, während der Stollen unter der Wucht der Einschläge von draußen erzittert. Die Einsätze sind meistens wahre tembeschleuniger, aber leider nicht perfekt. Häufig lautet der Auftrag, diverse Dokumente zu stehlen, was bedeutet, dass man den Bildschirm pixelgenau mit dem Fadenkreuz abfahren muss. Die Orientierung ist auch an anderen Stellen ein Problem, etwa wenn es heißt: "Bringen Sie Ihr Team zu Punkt B!" - eine präzise Anweisung zwar, aber eine unnütze obendrein, wenn die einschaltbare Karte keine Auskunft darüber gibt, wo sich besagter Punkt eigentlich befindet.
Dumm, dümmer, Team-KI
Sofern Sie ein ruhiger Zeitgenosse sind, der auch in ärgerlichen Situationen die Nerven behält, dann könnte sich das ändern, wenn Sie Hidden & Dangerous 2 spielen: Ihre Team-Kameraden verhalten sich nämlich nicht wie ausgebildete Soldaten, sondern eher wie Rinder, die auf einer Straße stehen und selbige mit kolossaler Sturheit blockieren. Über das Nummernfeld auf Ihrer Tastatur erteilen Sie Ihren Mitstreitern Befehle, die nicht befolgt werden. Im Taktik-Modus (siehe Extrakasten) weisen Sie Ihren Kollegen im Pausemodus Aktionen zu, um nach abgeschlossener Planung den Startschuss zu geben und zu sehen, dass das Team - wenn überhaupt irgendwas - das Gegenteil macht. Damit disqualifiziert sich Hidden & Dangerous 2 als teambasierter Taktik-Shooter von selbst. Dieser grobe Schnitzer würde dem Titel das Genick brechen, gäbe es nicht andere Spieloptionen. Machen Sie es einfach Müttern nach, die ihre Kinder beim Einkaufen im Plastikkugel-Becken parken: Stellen Sie Ihr Team in einer Ecke ab und ziehen Sie alleine los, ohne dass die tumben Mitstreiter den Spielfluss stören. Am besten wählen Sie gleich zu Beginn den Spielmodus "Einsamer Wolf". Darin bestreiten Sie standardmäßig sämtliche Missionen im Alleingang. Das verwandelt Hidden & Dangerous 2 schon fast in einen actionbetonten Ego-Shooter, was aber gar nichts ausmacht - denn so haben Sie am meisten Spaß.

