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  • Heroes of Annihilated Empires

    Basen bauen, Erfahrungspunkte sammeln, Ausrüstung finden - dieses Gemisch aus Echtzeit-Strategie und Rollenspiel macht vieles. Nur wenig macht es richtig.

    Im letzten Drittel reist der Held nach Ägypten. Dort stehen prächtige Bauten. Grafisch lässt sich das Spiel nichts zu Schulden kommen. Im letzten Drittel reist der Held nach Ägypten. Dort stehen prächtige Bauten. Grafisch lässt sich das Spiel nichts zu Schulden kommen. Am Namen dieses Titels ist vermutlich nichts zufällig. Er setzt sich aus Bausteinen von Heroes of Might and Magic, Total Annihilation und Age of Empires zusammen. Dem Pessimisten schwant, was die Prinzen gern besingen: Alles nur geklaut. Tatsächlich muss nach Spielstart bloß eine Minute vergehen, bis der erste Ent aus dem Gebüsch stapft und genauso redet wie Baumbart aus dem Herr der Ringe-Film.

    Den Spielablauf ums Basenbauen und Aufleveln von Helden unterfüttert Hersteller GSC mit einer aufgeblasenen Fantasy-Story. Die Hauptrolle spielt Elhant, ein Waldläufer, dem die Drehbuchschreiber das unübliche Charakteristikum eines Großmauls gegeben haben. Während seines Vorhabens, das Land Aquatico von den Untoten zu retten, widersetzt er sich verbal allen, die seinen Weg kreuzen. Außer natürlich einer Frau, deren besonderes Kennzeichen ist, dass sie halbnackt durch die Gegend läuft. Obwohl die Geschichte kaum etwas hergibt, kippt das Spiel während und nach Missionen einen Wortschwall aus, den die Sprecher mit hypnotischer Langsamkeit vortragen.

    Ein Schuss Rollenspiel

    Solche Luftschiffe (links) lassen sich leider nicht steuern. Die einzige Flugeinheit ist ein Pegasusreiter. Solche Luftschiffe (links) lassen sich leider nicht steuern. Die einzige Flugeinheit ist ein Pegasusreiter. Elhant und besagte Halbnackte sind die zwei Helden des Spiels. Sie können in der Stufe aufsteigen, Ausrüstungsgegenstände verwenden, Zauber wirken und Tränke schlürfen. Etwas mehr als die Hälfte der Kampagne steuern Sie Elhant im Zickzack durch Karten, proppevoll mit Gegnern. Nach dem Kämpfen winken Erfahrungspunkte, Waffen und Rüstungen. Die meisten davon steigern entweder Zauber- oder Kampfwerte, nicht beides. Daraus ergeben sich Möglichkeiten der Spezialisierung.

    Doch egal wie sehr Sie sich auf den Nah- und Fernkampf festlegen, ganz ohne Zaubersprüche bleibt die Endsequenz unerreichbar. Die Gegnermengen sind zu groß, als dass man auf flächendeckende Feuerbälle, Eiskugeln oder Erdbeben verzichten könnte. Außerdem überkommt einem dieser wohlige Schauer, wenn hundert Zombies nach einer Zauberexplosion wie Dominosteine umkippen.

    Probleme über Probleme

    Heroes of Annihilated Empires Leider enthält Heroes of Annihilated Empires viele Ärgernisse. Dazu gehört das Sorgenkind aller Echtzeit-Strategiespiele: die Einheiten-KI. Dass sich Schiffe verhaken, ist auszuhalten, denn Seekämpfe haben kaum Raum bekommen. Stärker fällt ins Gewicht, wie Gegner reagieren: indem sie stur auf den Spieler zulaufen, und sofern sie ihn nicht erreichen, wieder umkehren.

    Die Folge ist ein lächerlicher Hühnertanz, bei dem Sie Elhant zuerst mit Pfeil und Bogen angreifen lassen, danach die Flucht ergreifen und dasselbe Spielchen von vorne starten. Im Extremfall, wenn Elhants Angriffsreichweite über eine Bilschirmlänge reicht, reagiert der Beschossene gar nicht. Häufig verkommt eine Mission dadurch zum zeitraubenden Abarbeiten schwarzer Flecken auf der Minikarte.

    Zudem ist selten ist klar, welche Richtung Sie einschlagen müssen, damit es weitergeht. In anderen Strategiespielen gehört eine zuschaltbare Übersicht der Missionsziele zur Standardausstattung. Hier gibt es keine. Wenn man nach Stunden des Gefechts bemerkt, dass die Bedingung zum Sieg eine andere ist, dann möchte man je nach Persönlichkeit a) die Tastatur zertrümmern oder b) zum Weinen ins Badezimmer gehen.

    Schaut gut aus

    Heroes of Annihilated Empires Die Grafik ist den Entwicklern gut gelungen. Trotz ihrer drei Dimensionen weist die Umgebung hübsche Details auf: winzige Wellen im Wüstensand, feine Höhenunterschiede auf dem Terrain, dynamische Schatten auf Oberflächen. Und alles scrollt butterweich, auch mit hundertfach wuselnden Einheiten. Gezoomt wird nicht, was eine gute Sache ist, weil die Handhabe mit Perspektiven meist vom eigentlichen Spiel ablenkt. Nur gelegentlich, wenn Ihre Einheiten hinter Felswänden verschwinden, empfiehlt sich eine sanfte Drehung der Ansicht per Mausrad.

    Trotzdem wäre es besser gewesen, die Entwickler hätten ihre Mühen gleichmäßiger auf Optik und Spielbarkeit verteilt. Vielleicht klappt's beim nächsten Versuch - zwei haben sie noch, dann ist die Trilogie komplett.

    Heroes of Annihilated Empires: Chapter 1 (PC)

    Spielspaß
    69 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Schöne und detaillierte Grafik
    Motivationsfördernde Rollenspiel-Aspekte
    Katastrophal simpel gestrickte KI
    Veraltete Echtzeit-Strategie-Rezeptur
    Nur drei Mehrspieler-Karten
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516120
Heroes of Annihilated Empires: Chapter 1
Heroes of Annihilated Empires
http://www.pcgames.de/Heroes-of-Annihilated-Empires-Chapter-1-Spiel-6057/Tests/Heroes-of-Annihilated-Empires-516120/
23.10.2006
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2006/10/PCGames_12_06_Heroes_of_Annihilated_Empires_01.jpg
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