Hearts of Iron 3-Test: Strategiespiel für Excel-Liebhaber
Statt einzelner Divisionen kommandieren Sie ganze Armeen.
Creating the world", stellt der Ladebildschirm nüchtern fest, während Wagners Walkürenritt aus den Boxen schmettert. Unsere Aufgabe wird es nun sein, ebendiese Spielwelt in Brand zu stecken — oder uns zur Feuerwehr zu melden. Dazu quetschen wir uns in den Präsidentensessel einer von über 100 Nationen des Jahres 1936, deren gesamte Geschicke wir in den folgenden zwölf Jahren kontrollieren: von der Forschung über Spionage bis hin zum Militär. Vor dem Zündeln steht allerdings ein ausführliches Studium der Handbücher. Richtig gelesen, Plural: ein Schnellstart- Guide, ein Strategiehandbuch und die Hauptanleitung, zusammen 160 Seiten. Selbst Veteranen der Serie werden um einen Leseabend nicht herumkommen, da die Änderungen im Vergleich zum Vorgänger teils drastisch ausfallen und die Tutorials im Spiel traditionell nicht zu gebrauchen sind. Wer nach dem Wälzerwälzen glaubt, er sei nun bestens gerüstet für Blätzkrrääg und so, hat sich geschnitten. Erst will noch das Nachrichtensystem konfiguriert werden. Denn obwohl Hearts of Iron 3 in Sachen Komplexität selbst Civilization 4 in den Schatten stellt, läuft es nicht etwa rundenbasiert, sondern in Echtzeit ab. Damit man im Zwei-, Drei- oder Vierfrontenkrieg nicht hoffnungslos den Überblick verliert, lässt sich das Spiel jederzeit pausieren oder so einrichten, dass es bei wichtigen Ereignissen wie eingehenden Kriegserklärungen automatisch pausiert.
3D-Figuren bei höchster Zoomstufe sind bei der Grafik das höchste der Gefühle.
Die richtige Balance zwischen Spielfluss und Unterbrechungen zu fi nden, dauert ein Weilchen. Nun kann der Weltenbrand aber endlich loslodern. Wobei: Wenn Sie möchten, dürfen Sie sich auch als Friedenspapst gebärden und etwa versuchen, die USA aus den Kriegswirren he rauszuhalten oder sich in der Rolle Deutschlands mit Polen verbünden. Hearts of Iron 3 folgt historischen Ereignissen weniger streng als die Vorgänger. Manche Partien entfernen sich dank cleverer Computergegner gar meilenweit von der bekannten Geschichte: Da fällt Schweden in die Sowjetunion ein oder Deutschland verwirft den Anschluss von Österreich. Eine weitere tiefgreifende Änderung findet sich in der Organisation der Streitkräfte. Statt einzelner Divisionen kommandieren Sie nun ganze Armeeverbände. Denen geben Sie nur die grobe Marschrichtung vor; Ihre Computer- Kommandeure entscheiden dann selbst, wie diese Ziele am besten zu erreichen sind. Auch die Verwaltung anderer Bereiche wie etwa Außenpolitik oder Handel können Sie der KI überlassen, damit entgeht Ihnen aber nicht nur eine Menge Spielspaß, die CPU macht außerdem nicht immer den besten Job.


aber in ner zeit wo jedes spiel ingamehilfen anbietet oder halbautomisch läuft is dies keine überraschung ^^
HOI 3 kann man auch vollautomatisch laufen lassen