Online-Abo
Login Registrieren
Online-Abo
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Hardware: So bringt ihr Ordnung ins Konsolen-Kabelchaos

    HDMI? EDID? RS-232? Bahnhof?!? Wir erklären euch, wie ihr mit den smarten HD-Bildrangierern Ordnung ins Konsolen-Kabelchaos bringt!

    HDMI-Matrizen (so die Mehrzahl von Matrix) sind noch relativ selten – HDMIMatrix- Systeme mit EDID-Steuerung sogar noch eine echte Rarität auf dem deutschen Markt. Entsprechend selten dürften die allermeisten von euch bisher mit diesen Begriffen in Berührung gekommen sein. Bevor wir so richtig mit dem technischen Teil unseres Workshops loslegen, klären wir deshalb zunächst den Fachjargon zum Thema HDMI-Signalverteilung.

    Was ist die Matrix?

          

    Als Erstes sollten wir uns das Wort "Matrix" vorknöpfen. Darunter versteht man in der Mathematik ein Raster aus gleichförmigen Spalten und Zeilen. Damit ist die Funktionsweise einer HDMI-Matrix eigentlich auch schon recht gut veranschaulicht: Aus einer Richtung kommen die Ausgangssignale, also in unserem Fall die Videodaten zum Beispiel von HDMI-Spielkonsolen wie der Xbox One. Dem gegenüber stehen die Eingangsgeräte, welche die Signale abfangen und auf ihren Bildschirm bringen. Das kann euer Fernseher sein, die Capture-Box für eure Let's Plays oder auch ein einfacher Festplattenrekorder. Anders als ein HDMI-Switch, an dem nur ein einziges Eingangsgerät unter verschiedenen Ausgangsignalen wählen kann, sind an einer Matrix aber alle beliebigen Schaltkombinationen möglich. Das technische Maximum sind im Moment 4x4- Systeme – also vier Ausgangssignale, die von bis zu vier Eingangsgeräten genutzt werden können. Die kleine Kiste macht echt was her - für unsere knapp 280 Euro gibt es ein Metall-Gehäuse. Die kleine Kiste macht echt was her - für unsere knapp 280 Euro gibt es ein Metall-Gehäuse. Quelle: XBG

    Stecker-Schonprogramm

          

    "Alle beliebigen Schaltkombination" gilt wortwörtlich: Angenommen, ihr besitzt eine Xbox One, eine Playstation 4, eine Wii U und einen HD-Sat-Receiver. All diese Geräte geben ihre Bildsignale über HDMI aus. Wenn ihr Glück habt, verfügt euer Wohnzimmer-TV über gleich vier HDMI-Anschlüsse – somit wäre der Betrieb aller vier Geräte an eurem Fernseher auch ohne lästige Steckerwechsel möglich. Aber was, wenn euer Bildschirm nur über zwei HDMI-Anschlüsse verfügt? Oder wenn ihr das Signal einer Konsole oder eures Sat-Receivers an ein anderes Gerät übermitteln möchtet? Üblicherweise heißt es dann: Kabel umlegen! Das nervt zwar, ist aber immerhin technisch machbar. Oft als unmöglich erweist sich dagegen das Übermitteln desselben Bildsignals an gleich zwei eurer Empfangsgeräte, etwa einen TV und eine Capture-Box – dieses Problem kennen viele Let's Player. Die perfekte Lösung insbesondere bei einem hervorragend ausgestatteten Spielzimmer bietet hier eine HDMIMatrix! Ihre Signale können alle angeschlossenen Eingangsgeräte gleichzeitg empfangen. Typisch Jumper: Die filigranen Hebel sind knifflig zu bedienen. Ein schmaler Fingernagel hilft. Typisch Jumper: Die filigranen Hebel sind knifflig zu bedienen. Ein schmaler Fingernagel hilft. Quelle: XBG

    Vier Ziffern, vier Buchstaben

          

    Wir erklären euch Aufbau und Funktion der Profigeräte am Beispiel unseres Testkandidaten von Seite 88 – dem Ligawo Pro 4x4 EDID. Zunächst schließt ihr bei den mit "Input" markierten HDMIEingängen an der Geräterückseite alle HD-Ausgangssignale an. An HDMI-In 1 packen wir die Xbox One, an HDMI-In 2 die Playstation 4, an HDMI-In 3 unsere Wii U und an HDMI-In 4 einen HD-Sat-Receiver. Als Nächstes versorgen wir die vier HDMI-Ausgänge, ebenfalls an der Geräterückseite. Hier müssen die Empfangsgeräte ran: An HDMI-Out A unseren TV, an HDMI-Out B unsere Capture-Box, an HDMI-Out C den Festplattenrekorder und an HDMI-Out D einen zweiten Fernseher, der hier im Verlag ebenfalls wehrlos in der Gegend rumstand. Danach wird noch das Netzteil mit Strom versorgt – es braucht knapp 7 Watt im aktiven Betrieb, das sind selbst im 24-Stunden- Dauereinsatz schlimmstenfalls 18 Euro im Jahr. So weit, so gut – werfen wir die Kiste an!
    Wir starten den Testlauf!

    Zunächst muss die Matrix selbst an den Strom – einfach den An-Schalter umlegen, fertig. Einmal angenommen, wir möchten unsere Xbox One an unseren Haupt-TV weiterleiten. Dann stellen wir "Control Output A" (den großen Fernseher) auf "1", (unsere Xbox). Wollten wir das Wii-U-Signal an die Capture-Station senden, müssten wir "Control Output B" auf "3" stellen – hier liegt die Nintendo- Konsole an. Und wenn wir das Signal unseres HDSat- Receivers an beiden Fernsehern, unserer Capture- Box und unserem Festplattenrekorder sehen möchten, würden wir Control Output A, B, C und D gleichzeitig auf "4" stellen – auch das geht!

    Zwei HDMI-Ports im Gespräch

          

    Für die allermeisten Nutzer dürfte die Einstellung unserer beispielhaften Ligawo-Schaltmatrix damit beendet sein und wir können euch an dieser Stelle viel Spaß mit eurem neuen High- Tech-Spielzeug wünschen. Für die Hardcore- Profis, die in ihrem Zockerzimmer zwischen vier Konsolen, AV-Receivern und Soundsystemen sitzen, hat der HD-Signaldompteur aber noch einen weiteren Trick in petto: die manuelle EDIDEinstellung. EDID ist die Kurzform von "Extended Display Identification Data". Darunter versteht man ein Datenpaket, das ein digitaler Bildschirm bei seiner Inbetriebnahme an eine Videoquelle schickt, um seine Anschlussfähigkeiten mitzuteilen. Wenn ihr zum Beispiel euren brandneuen Full-HD-Bildschirm per DVI-Kabel mit der Grafikkarte eures PCs verbindet und das Display einschaltet, teilt dieser eurem Rechner per EDIDPaket mit, dass er Bilder in bis zu 1080p auflösen kann.

    Die kleine Kiste macht echt was her - für unsere knapp 280 Euro gibt es ein Metall-Gehäuse. Die kleine Kiste macht echt was her - für unsere knapp 280 Euro gibt es ein Metall-Gehäuse. Quelle: XBG Daraufhin sagt die Grafikkarte: "Okay, kein Ding, kannste haben" – und sendet ein entsprechend scharfes Signal an euren Bildschirm oder gibt eurem Betriebssystem die dazu passende Auswahlmöglichkeit. Würde euer Screen dieses EDID-Paket nicht abschicken, wüsste eure Grafikkarte nicht, in welcher Größe sie ihr Videosignal ausgeben muss. Vielleicht kennt ihr das System auch von euren HD-Konsolen: Habt ihr schon einmal eine Xbox One, 360, PS3 oder PS4 an euren TV angeschlossen und wenig später eine Nachricht auf dem Display auftauchen sehen, die in etwa sagte: "Ein Bildschirm mit 1080p-Auflösung wurde gefunden. Möchten Sie diese Auflösung beibehalten?" – jawohl, auch das ist das Ergebnis einer EDID-Übermittlung. In diesem Fall hat euer Fernseher der Konsole die Nachricht übermittelt: "Hey, warum bekomme ich hier eigentlich nur 720p-Bilder auf meinen Anschluss? Ich kann viel mehr! Darf ich?" Die Entscheidung zur gewünschten Auflösung überlässt die Konsole dann in der Regel ihrem Nutzer – also euch.

    Und du bist nicht willig...

          

    Abgesehen von solchen Bildschirmeinblendungen dürften die wenigsten Nutzer jemals mit EDID-Botschaften in Berührung kommen – die dazu nötigen Daten handeln alle angeschlossenen Systeme nämlich vollautomatisch im Hintergrund aus. An einer HDMI-Matrix kann das aber zu Problemen führen – nämlich dann, wenn dasselbe Ausgangssignal an zwei verschiedene Eingangsgeräte gleichzeitig weitergeleitet wird und diese beiden Eingangsgeräte über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. Dann kommen an der Matrix gewissermaßen zwei EDID-Anfragen mit nicht vereinbaren Werten an – und schon herrscht allgemeine Verwirrung. Im schlimmsten Fall kann eines der Geräte nichts mit dem übermittelten Signal anfangen und bleibt blind beziehungsweise stumm. Das klassische Beispiel: Ihr schließt an einer HDMI-Matrix einen 1080p- Fernseher und eine 5.1-Dolby-Surroundanlage an und gebt an diese beiden Eingangsgeräte gleichzeitig das Ausgangssignal eurer Xbox One weiter, an der ihr ein Spiel zockt. Wenn es richtig blöd läuft, kann es sein, dass nun an eurer 5.1-Anlage nur ein Stereoton ankommt – weil euer Fernseher eben nur Stereo-Lautsprecher hat und das der Matrix und damit der Xbox auch mitteilt.

    So sieht die Ligawo-Software aus. Wählt hier zunächst 'COM Control Port' und euren Anschluss. So sieht die Ligawo-Software aus. Wählt hier zunächst "COM Control Port" und euren Anschluss. Quelle: XBG Dass eure Dolby-Anlage Raumklang beherrscht, geht dabei unter – die automatische EDID-Kennung eures Fernsehers überstimmt die Meldung eures Soundsystems. Besitzt ihr aber eine EDIDMatrix wie die hier vorgestellte Ligawo, könnt ihr die automatische Kommunikation zwischen euren Hardware-Komponenten unterbinden und einen bestimmten EDID-Zugang manuell erzwingen! Bleiben wir bei unserem Beispiel mit dem Stereo-Fernseher und der 5.1-Dolby-Surround- Anlage. Um das maximal Mögliche aus dem anliegenden Signal herauszuholen (also 1080p für den Fernseher und 5.1 für das Soundsystem), müsst ihr genau diese Kombination an der EDIDMatrix einstellen. Wenn das richtig funktioniert hat, erhaltet ihr danach ein Surround-Signal auf eurer Dolby-Anlage und ein knackscharfes Full- HD-Bild auf eurem Fernseher – der nun aber gar keinen Ton mehr ausgibt, weil die in ihm verbaute Hardware das erzwungene 5.1-Signal nicht verstehen kann. Euch darf das natürlich egal sein, da ihr das Audiosignal ja sowieso auf eure prächtige Raumklang-Anlage weiterleitet und euch von ihr akustisch versorgen lasst.

    Hard- oder Softwarelösung

          

    Unser persönlicher Lieblingsreiter: Dank der Kanaleinstellung in der Software sparen wir uns das nervige Piepsen der Auswahlknöpfe. Unser persönlicher Lieblingsreiter: Dank der Kanaleinstellung in der Software sparen wir uns das nervige Piepsen der Auswahlknöpfe. Quelle: XBG Um eine manuelle EDID-Einstellung am Ligawo 4x4 Pro vorzunehmen, habt ihr zwei Möglichkeiten. Erstens und ziemlich einfach: Ihr regelt das Signal an den Jumpern an der rechten Geräteseite der Matrix. Dabei handelt es sich um kleine Schalter, die noch jeder kennt, der früher an seinen eigenen PCs herumgebastelt hat: Insgesamt vier dieser Jumper warten auf euer Kommando und können jeweils auf den Zustand "0" und "1" justiert werden. Einmal schnell auf die praktischerweise direkt auf das Matrixgehäuse drauflackierte Schaltanleitung geguckt, aha, "1080p/5.1" läuft unter 0101. Also stellen wir die Jumper auch exakt so ein und siehe da – die Kiste läuft. Wer die Einstellung gerne per Software steuern möchte, lädt sich die beiliegende Download-Software auf den PC, verbindet die Matrix via RS-232-Anschluss mit dem Rechner, schaltet die Jumper auf "1111" und startet Windows neu. Und wer mit der zugegebenermaßen komplizierten EDID-Steuerung gar nichts zu tun haben möchte, belässt die Jumper in Position "0000" – und damit die Matrix im EDIDAutomatikmodus.

    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1175471
Hardware
Hardware: So bringt ihr Ordnung ins Konsolen-Kabelchaos
HDMI? EDID? RS-232? Bahnhof?!? Wir erklären euch, wie ihr mit den smarten HD-Bildrangierern Ordnung ins Konsolen-Kabelchaos bringt!
http://www.pcgames.de/Hardware-Thema-130320/Specials/So-bringt-ihr-Ordnung-ins-Konsolen-Kabelchaos-1175471/
24.10.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/10/Seite1_oben-pc-games_b2teaser_169.jpg
hardware,konsolen
specials