Amerikanische Kirche "rekrutiert" junge Menschen mit Halo 3
Zuerst die Schüsse eines Scharfschützengewehrs, dann der friedliche Gospel. In den USA nutzen viele Kirchen eine unübliche Methode der Rekrutierung neuer junger Gläubiger: Das Konsolenspiel Halo 3. Der letzte Teil der erfolgreichen Trilogie wurde im September von Microsoft auf den Markt gebracht und passierte bereits die 300 Millionen Dollar Umsatzmarke. Um Halo 3 in den USA zu erwerben, sollte der Spieler mindestens 17 Jahre alt sein. Von der ESRB, dem amerikanischen Pendent zur deutschen USK, wurde der Titel mit einem "M" für "Mature" belegt. Somit ist der Titel nur für erwachsenes Publikum gedacht.
Das hindert evangelische Pastoren jedoch nicht daran, Halo-Nächte auszutragen oder die Kirchen mit neuen Fernsehern und Konsolen auszustatten. Selbst junge Spieler, 12- bis 14-jährig, kommen, um in der Kirche Halo 3 zu spielen. Die Verantwortlichen rechtfertigen diese Events mit dem Argument, Halo 3 sei die Basis für eine Diskussion über Gut und Böse. Austin Brown, 16 Jahre alt, schildert einen typischen Halo-Kirchentag: "Wir spielen Halo, machen eine Pause, essen gemeinsam und unterhalten uns über die Parallelen zwischen Gut und Böse in der Welt von Halo und der Realität." Kedrick Kenerly, Gründer der Organisation "Christian Gamers Online" fügt hinzu: "Halo zu spielen ist nichts anderes, als gemeinsam zu campen. Es ist der Weg in eine Gemeinschaft, es ist der Weg einer Gemeinschaft."
Meine Meinung:
Klar, die Kirche hat es in der heutigen Zeit nicht leicht, neue Mitglieder zu finden. Vor allem die junge Generation ist nicht mehr kirchenaffin genug. Dass die evangelische Glaubensgemeinschaft mit dem Medium Videospiel neue Wege einschlagen will, ist löblich auf der einen, bedenklich auf der anderen Seite. Ein Halo 3 gehört meiner Auffassung nach nicht in die Hände Minderjähriger. Würde die Altersempfehlung der ESRB eingehalten, könnte die Maßnahme in einem ganz anderen Licht betrachtet werden. Die Auseinandersetzung mit der Gewalt, mit dem Kampf Gut gegen Böse und der Projektion auf die Realität ist der richtige Weg, Jugendlichen zu erklären, dass ein Videospiel nur ein Videospiel ist. Was viele Eltern nicht schaffen, könnte die Kirche bewerkstelligen. Würden die Altersempfehlungen eingehalten, würde ich diese Aktion unterstützen. So allerdings habe ich meine Bedenken.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung / The New York Times)


Genau das ist der Punkt. Okay, echt "krasse" Spiele wie Manhunt, da könnte ich niemandem vorwerfen sowas zu "indizieren", auch wenn ich anderer Meinung bin da es…