Kurzer Half-Life-Ableger in der Rolle eines Wachmanns
Die Soldaten lassen sich nur mit bleihaltigen Argumenten überzeugen und sind meist in der Überzahl.
Für Wachoffizier Barney Calhoun hätte es ein ganz normaler Tag werden können. Dummerweise vergaßen ein paar Forscher in der physikalischen Gleichung für ihr Experiment, dass die Division durch Null halt nicht geht. Der Rest ist bekannt: Durch ein Dimensionstor besuchen sabbernde Aliens die Erde und machen alles platt, von draußen rückt die Armee an und macht alles platt, mittendrin sind Sie und plätten beide Fraktionen.
Blue Shift verknüpft wie seine Vorgänger geschickt 3D-Action mit originellen Rätseln. Da müssen Kisten an die richtige Stelle geschoben, Stromkreisläufe unterbrochen oder Löcher in die Wand gesprengt werden. Das macht Laune und ist spannend, nur die Innovationen fehlen. Gleiches gilt für die Kämpfe, wo das einzig Neue die besseren Texturen für Waffen sind. Zusätzliche Schießeisen und Gegnertypen suchen Sie vergebens, wenigstens ist das Verhalten der Widersacher genauso ausgereift wie in Half-Life (dt.). Das Leveldesign ist recht solide, allerdings versprüht die Grafik-Engine aufgrund ihres Alters höchstens nostalgischen Charme. Immerhin sorgen diverse Insider-Gags bei Kennern der Half-Life-Spiele für Schmunzeln: So fährt am Anfang Gordon Freeman im Zug an Ihnen vorbei und im Umkleideraum zieren Namen des Gunman-Teams die Spinde. Das tröstet aber kaum über die sehr kurze Spielzeit von drei bis fünf Stunden hinweg.

