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  • Ein Ballermann räumt auf

    HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL Noch zeigen sich die Schurken in Siegerpose. Das wird sich aber spätestens ändern, wenn Sie Ihnen mit dem Panzer im Hintergrund einheizen. HOCHMUT KOMMT VOR DEM FALL Noch zeigen sich die Schurken in Siegerpose. Das wird sich aber spätestens ändern, wenn Sie Ihnen mit dem Panzer im Hintergrund einheizen. PC Games hatte den richtigen Riecher: Bereits in Ausgabe 2/2000 stellten wir Ihnen erstmals Gunman vor. Was ursprünglich als Mod für Half-Life geplant war, mauserte sich inzwischen zu einem eigenständigen Spiel, das es nach jahrelanger Entwicklung qualitativ locker mit den Produkten großer Spieleschmieden aufnehmen kann.
    Entwickelt wird das Spiel von einigen enthusiastischen Fans, die sich zu Rewolf Software zusammengeschlossen haben. Von dem, was das Team mit Gunman auf die Beine gestellt hat, könnte sich aber so manches renommierte Entwicklerstudio eine Scheibe abschneiden. Das schließt auch Valve mit ein, die aus der Half-Life-Engine deutlich weniger herausholten als Rewolf Software. Atemberaubende Außenwelten sind in Gunman genauso zu bestaunen wie verblüffende Rundungen (Stichwort: Saurier), kurz: Die Optik ist ein wahrer Augenschmaus und enthält viele witzige Details. Die haben zwar in den meisten Fällen nichts mit dem Spiel zu tun, machen aber Laune.
    Außer der Grafikengine hat Gunman technisch und visuell rein gar nichts mehr mit dem Original zu tun. Die Entwickler veränderten praktisch alles, was sich verändern lässt, und schufen allein mehr als 200 neue Modelle, beispielsweise für verschiedene Monster und menschliche Gegner. Die 70 Levels, die auf vier verschiedenen Grundszenarien beruhen, wurden mit 1.500 neuen Texturen gestaltet. Zur atmosphärischen Untermalung fügte das Team zudem rund 1.000 Soundfiles ein. Das Verhalten der Gegner ist ebenfalls komplett neu programmiert und wurde so erweitert, dass verschiedene Spezies bestimmte Verhaltensmuster aufweisen. So lässt Sie eine Sauriermutter zum Beispiel in Ruhe, solange Sie sich nicht zu nah an ihr Nest wagen oder gar den in Eier verpackten Nachwuchs beschießen. Das erfolgreiche Spielprinzip von Half-Life wurde mit einer Mixtur aus Ballerei, Rätseln und Sprung- bzw. Klettereinlagen übernommen und verfeinert. Sie sind also wieder als Einzelkämpfer unterwegs und schlüpfen dabei in die Rolle eines Gunman, der als Mitglied einer gleichnamigen Spezialeinheit auf einer Aufklärungsmission unterwegs ist. Eine Alienrasse namens Xenomes läuft nämlich Amok und zieht brandschatzend von einem Planeten zum nächsten. Die Menschen versuchen vergeblich, die Aggressoren zu stoppen, die aus unbekannten Gründen ständig stärker und widerstandsfähiger werden. Auf der Suche nach Antworten bemerkt der Gunman jedoch bald, dass er selbst das Ziel eines persönlichen Rachefeldzuges ist. Fünf Jahre zuvor wurde seine Einheit beim ersten Aufeinandertreffen mit den Aliens vernichtend geschlagen und viele Kameraden fielen in die Hände der Feinde. Im Glauben, die eigenen Leute seien tot, befahl der Hauptcharakter den Rückzug. Dummerweise ließ er damit die eigenen Leute im Stich, was bekanntermaßen in Armeekreisen nicht gerade als ehrenhaft gilt. Dementsprechend sauer sind die Ex-Kameraden und sinnen auf Rache.
    Die packende Hintergrundgeschichte erzählen ein hochwertiges Intro sowie diverse Zwischensequenzen im Spiel selbst. Die Hatz auf und unter der Oberfläche der drei Planeten birgt standesgemäß jede Menge Schwierigkeiten und hält viele Überraschungen bereit. Neben einer wahren Flut an feindlichen Wesen wird der Gunman mit globaleren Problemen konfrontiert: So drohen unter anderem zwei Planeten zu kollidieren, wobei Sie das apokalyptische, aber optisch eindrucksvolle Schauspiel mit fortschreitender Spieldauer am Himmel beobachten können. Diese Katastrophe wirkt sich leider auch auf Ihren Standort aus, wo sich intakte Gebäudeformationen unter Asteroidenhageln schnell in infernale Trümmerfelder verwandeln. Da ist es mit dem gemütlichen Spaziergang durch die entsprechenden Landstriche nicht weit her, da Sie ständig mit einstürzenden Decken, aufbrechenden Böden und anderen Ereignissen konfrontiert werden. Auch plötzlich auftauchende Monster sorgten bei der Präsentation mehrmals für erschrockenes Zusammenzucken. Es führt eben nicht unbedingt der kürzeste Weg zum Ziel, denn gerade verdächtig ruhige Räume halten unangenehme Überraschungen bereit. Aber keine Angst, die Programmierer haben es mit den geskripteten Ereignissen nicht übertrieben, sondern ein das richtige Maß gefunden, um die Spielwelt lebendig wirken zu lassen.
    In manchen Fällen erweist sich die etwas legere Architektur sogar als sehr nützlich, wenn es darum geht, größerer Monsterbrocken zu bezwingen. So lockten wir einen wild gewordenen Raketenschützen unter einen Felsbogen, der nach einer gezielten Großkalibersalve in sich zusammenbrach und den unfrohen Zeitgenossen zur Ruhe brachte. Je nach Umgebung gestaltet sich die vielseitige Gegnerpalette: Während es in der dschungelhaften Welt fast die gesamte Fauna mit Sauriern, Krokodilen, Skorpionen und Ähnlichem auf Sie abgesehen hat, machen Ihnen auf dem zweiten Planeten hauptsächlich diversen Formen mechanischer Kampfgeräte die Hölle heiß. Mitunter tauchen bereits dort schon menschliche Gegner auf, die auf dem dritten Planeten gleich in Scharen auf Sie warten und nicht nur clever agieren, sondern auch ein ähnliches Waffenarsenal parat haben. Ob nun mit Granaten, Maschinengewehr oder gelegten Minen, mit diesen Truppen ist nicht gut Kirschen essen.
    Die große Auswahl an Waffen wird Actionfans ein breites Grinsen auf das Gesicht zaubern, denn Rewolf Software baute insgesamt acht Grundtypen ein, für die es jeweils noch unzählige Modifikationen gibt. Bei der guten alten Schrotflinte können Sie schrittweise den Streuwinkel verändern, während die Geschosse der originellen ChemGun aus Kombinationen von Säure, Laugen und Wasser verschiedene Wirkungen erzielen. Selbst der Raketenwerfer besitzt 36 Anpassungsmöglichkeiten, darunter beispielsweise einen Doppelabschuss und zielsuchende Raketen. Dass ein Gewehr über einen nützlichen Sniper-Modus verfügt, ist angesichts der vielen Counter-Strike-Spieler schon Ehrensache (mehr zu den Waffen lesen Sie im Kasten: "Wir machen den Weg frei!"). Auch wenn das Waffenrepertoire beeindruckend ist: Wilde Ballerorgien werden Sie nur in den seltensten Fällen feiern, da zum einen die Munition knapp ist und zum anderen die Feuerwaffen schnell überhitzen und eine entsprechende Pause brauchen. Einige Gegner, zum Beispiel Raumschiffe, lachen sich trotz Ihres imposanten Waffenarsenals schief, da sie einfach unzerstörbar sind. In solchen Situationen gilt es vielmehr, den Geschossen auszuweichen und möglichst unbeschadet einen Weg zum Weiterkommen zu finden.
    Für Abwechslung sorgen auch zahlreiche Rätsel, die zum Teil ziemlich knifflig, aber nie unfair sind, da Sie in der näheren Umgebung immer Hinweise auf die Lösung finden. Beispielsweise gilt es, ein Kraftfeld zu deaktivieren, für das es aber keinen Schalter gibt. Stattdessen entdecken Sie in der Nähe ein Schild, auf dem vor zu hohem Stromverbrauch gewarnt wird, da das System per Batteriebetrieb läuft. Also belasten Sie einen anderen Verbraucher so lange, bis das Kraftfeld zusammenbricht. Einen der Höhepunkte von Gunman stellt zweifellos die Fahrt in einem Panzer dar, mit dem Sie sich durch mehrere Levels kämpfen müssen. Mit den durchschlagskräftigen Geschossen des Stahlvehikels hat der Gunman nicht nur mit Gegnern leichtes Spiel, die von so viel geballter Power sprichwörtlich überrollt werden. Auch Häuser lösen sich effektvoll in ihre Einzelteile auf. Da der Stahlkoloss für einige Widersacher aber zu schwerfällig ist, können Sie ihn jederzeit abstellen, verlassen und später weiterfahren. Das empfiehlt sich beispielsweise, wenn Sie mit dem Panzer auf einen gegnerischen Hubschrauber (Rambo 3 lässt grüßen) treffen. Es wird also jede Menge geboten - und die gute Nachricht: Das Spiel befindet sich schon fast im Beta-Stadium. Zurzeit überarbeiten die Entwickler noch das grafische Interface, um dann mit dem endgültigen Ausbalancieren zu beginnen. Rechtzeitig in die Verkaufsversion schafft es nun doch der Mehrspielermodus, der zunächst nur klassisches Deatchmatch enthält. Per Patch sollen nach der Veröffentlichung noch weiter Modi folgen, unter anderen eine spezielle Version von Capture the Flag.

  • Gunman Chronicles
    Gunman Chronicles
    Publisher
    Vivendi
    Developer
    Rewolf Software
    Release
    01.12.2000
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Gunman Chronicles
Ein Ballermann räumt auf
http://www.pcgames.de/Gunman-Chronicles-Spiel-4999/News/Ein-Ballermann-raeumt-auf-5037/
07.03.2001
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