Grüner wird's nicht: Filmrezension zur dramatischen Komödie
Regisseur Florian Gallenberger ist bei weitem kein unbeschriebenes Blatt mehr. Der relative junge Filmschaffende beendete sein Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen in München mit seinem Projekt "Quiero ser" (1999). Das Werk wurde bei den Academy Awards als Bester Kurzfilm ausgezeichnet und befeuerte das Ansehen Gallenbergers.
Der alte Gärtner Schorsch schiebt Frust. Sein Betrieb steht vor der Pleite, von Frau und Tochter hat er sich entfremdet und nun soll auch noch sein geliebtes Oldtimer-Flugzeug gepfändet werden. Kurzerhand steigt der bayerische Grantler in den Doppeldecker ein und fliegt davon. Bei einem Zwischenstopp lernt er die so quirlige wie verquere junge Philomena aus reichem Hause kennen, die ihn nach kurzem Hin und Her im Zweisitzer begleitet. Als die beiden irgendwo im Nordosten Deutschlands auf einem heruntergewirtschafteten Kleinflugplatz landen und Schorsch die warmherzig-resolute Hannah trifft, beginnt er sein bisheriges Leben zu hinterfragen ...
Warmherzig trifft es am besten, um die neue Dramödie von Florian Gallenberger (Colonia Dignidad) zu beschreiben. Mag das Drehbuch anfänglich auch arg gekünstelt erscheinen (speziell die Figur der Philomena und deren affektierte Familie können nerven), so bekommt der Film mit der Zeit die Kurve und findet den richtigen Ton um Gefühl, Charme und Bodeständigkeit. Dazu trägt vor allem das natürliche Spiel von Elmar Wepper und Dagmar Manzel maßgeblich bei, das in angenehmem Kontrast zur oben genannten Jungschauspielerin steht. Immerhin wächst einem letztere aber dann auch noch irgendwie ans Herz.
FAZIT:
Sympathisch-harmlose Dramödie, die ihre Moral mit dem Holzhammer einpflockt, aber durch (überwiegend) lebensnahe Figuren besticht.

Übrigens, Emma Badig, die nervige Philomena ist privat eine herrlich aufgeweckte und intelligente junge Frau, die derzeit in Ludwigshafen beim Filmfestival als Gast begeistert.