Die Kunst des Krieges
TÄUSCHUNG Der leichte Kettenpanzer bewegt sich auf einem flachen Terrain, die Strukturen sind nur gemalt. Die Vegetation im Hintergrund ist allerdings "echt".
Mit Pharao hat Sierra eines der besten Aufbaustrategiespiele im Angebot, mit Homeworld das dreidimensionalste Echtzeitspektakel aller Zeiten. Nun möchte Sierra auch im Bereich der "herkömmlichen" Echtzeitstrategiespiele zu den Besten gehören - doch herkömmlich ist an Ground Control eigentlich nichts.
Bei Ground Control handelt es sich um das Erstlingswerk des schwedischen Programmierteams Massive Entertainment. Das erklärte Ziel des Teams ist es, eines der berühmtesten Entwicklerstudios Europas zu werden. Damit dieser Wunsch auch in Erfüllung geht, geben die Schweden ihr Bestes. Ground Control wird die Elemente klassischer 2D-Strategiespiele mit den 3D-Grafiken eines Actionspiels kombinieren. Laut Sierra erreicht das Programm ähnlich wie Relic Entertainments Homeworld einen höheren Grad an Realismus und bietet vor allem mehr Action als die bislang verfügbaren Echtzeitstrategiespiele.
Die Hintergrundgeschichte bietet hingegen nichts Ungewöhnliches: Im Jahr 2419 streiten sich eine Megacompany und ein kirchenähnlicher Orden um die Vorherrschaft im Weltraum - was zu endlosen Kämpfen auf diversen Planetenoberflächen führt. Auf einem unscheinbaren Planeten namens Krig-7b findet der "Orden des neuen Aufbruchs" Relikte einer untergegangenen Zivilisation, mit denen er die ultimative Waffe bauen könnte. In voraussichtlich 30 Missionen hat der Spieler nun die Aufgabe, die Ordensanhänger von dem Planeten zu vertreiben. Um dies zu schaffen, wird man sich weniger um die Basis kümmern müssen als vielmehr um den Aufbau schlagkräftiger Armeen. Zur Auswahl stehen diverse Panzer, Luftkissenfahrzeuge und Fluggeräte, die jeweils mit unterschiedlichsten Waffen, Transportbehältern und ähnlichem Gerät ausgestattet werden können. Auf Wunsch übernimmt dies eine Automatik, die besten Ergebnisse werden allerdings nur erreicht, wenn die Strategie und die Zusammensetzung der Armeen genauestens aufeinander abgestimmt werden. Dieses Spielprinzip wird so weit fortgeführt, dass sogar die gewählte Formation einer Einheitengruppe über Erfolg oder Misserfolg entscheiden kann.
Für den Mehrspielermodus hat der Hersteller einige Überraschungen angekündigt. Dass es die herkömmlichen Spielmodi geben wird, versteht sich von selbst. Über die angekündigten völlig neuen Modi breitet Sierra allerdings noch den Mantel des Schweigens.

