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  • Grand Ages: Medieval - Grafisch gelungene, aber viel zu anspruchslose Aufbau-Strategie

    Auf der höchsten Zoom-Stufe können wir unseren Bürgern sogar bei der Arbeit zuschauen. Quelle: Kalypso / PC Games

    Grand Ages: Medieval im Test: Die Macher von Rise of Venice laden uns zu einem Mittelalter-Spectaculum ein. Trotz grundsätzlich gelungener Kampagne und hübscher Grafik bleibt das Aufbau-Strategiespiel jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Warum das so ist, verraten wir euch im nachfolgenden Bericht.

    Im unseren Grand Ages: Medieval Test klären wir, was das Aufbau-Strategiespiel von Kalypso kann. Das heute als so schrecklich düster verschriene Mittelalter kann mit Fug und Recht als die Basis des Aufstiegs des Abendlands zur Weltmacht bezeichnet werden – auch wenn die Blütezeit Spaniens, Englands und Frankreichs zugegebenermaßen erst zwischen der Hansezeit und der "Entdeckung" Amerikas so richtig ausbrach. Doch berühmt-berüchtigte Kaufmannsfamilien wie die Fugger oder die Medici verdienten sich bereits vor der Renaissance ihre Sporen und auch Städte wie Lübeck, Venedig oder Novgorod wuchsen in dieser Epoche zu riesigen Warenumschlagsplätzen. Ebenso bauten Könige und Fürsten ihre ehemals kleinen Hausmächte in dieser Periode mächtig auf und aus ihren Ländereien und denen ihrer Vasallen bildeten sich mit der Zeit die uns heute bekannten europäischen Nationen.

    Zwar gibt es (grafisch abwechslungsreiche) Jahreszeiten im Spiel, diese beeinflussen aber den Spielablauf kaum. Zwar gibt es (grafisch abwechslungsreiche) Jahreszeiten im Spiel, diese beeinflussen aber den Spielablauf kaum. Quelle: Kalypso / PC Games In just diese geschichtlich spannende Epoche versetzt uns Gaming Minds' neuestes Strategiespiel Grand Ages: Medieval. Wer nun denkt, dass es sich bei dem Titel um den Nachfolger von Grand Ages: Rome handelt, täuscht sich jedoch. Das Entwickler-Urgestein Daniel Dumont und sein Team haben stattdessen ihre Wirtschaftssimulation Rise of Venice aus dem Jahr 2013 um einige Features erweitert. Während der eigentliche Vorgänger sich zum Beispiel nur auf den Handel im Mittelmeerraum beschränkte, dürfen wir im neuesten Streich des in Gütersloh ansässigen Studios auf einer riesigen Europakarte (die von Nordafrika bis Skandinavien reicht) Städte gründen, die Wirtschaft durch Warenverkauf ankurbeln und sogar eigene Armeen ausbilden. Was nach einem hochkomplexen Strategiespiel für Genreveteranen klingt, entpuppt sich jedoch dank einer netten Einführungskampagne und wegen seiner Konzentration auf das Wesentliche als ein Titel, den wir am Ende eher Neulingen ans Herz legen würden.

    Klassische Modi

          

    Die Schlachten und Belagerungen laufen automatisch ab. Taktikoptionen oder dergleichen gibt es nicht. Die Schlachten und Belagerungen laufen automatisch ab. Taktikoptionen oder dergleichen gibt es nicht. Quelle: Kalypso / PC Games Insgesamt können wir in Grand Ages: Medieval zwischen drei unterschiedlichen Spielmodi wählen. Für den Anfang empfiehlt es sich, mit der etwa acht Stunden langen Kampagne loszulegen (dazu mehr im Kasten oben). Danach hat man auf ziemlich unterhaltsame Weise die Grundzüge verinnerlicht und kann mit dem eigentlichen Herzstück eines jeden Aufbaustrategiespiels loslegen, dem Sandkastenmodus. Wer Lust auf kompetitive Partien hat, kann sich zudem im Online-Mehrspielermodus für bis zu vier angehende Fürsten austoben (dazu mehr im Kasten auf der nächsten Seite).

    Wirtschaftlich seicht

          

    Die Kampagne ist größtenteils im westlichen Teil des byzantinischen Reichs angesiedelt. Die Kampagne ist größtenteils im westlichen Teil des byzantinischen Reichs angesiedelt. Quelle: Kalypso / PC Games Wer jemals Rise of Venice gespielt hat, fühlt sich in Grand Ages: Medieval sofort wohl. Aus der frei dreh- und zoombaren Vogelperspektive errichten wir in Echtzeit Handelswege und sorgen dafür, dass unser Reich wächst und gedeiht. Sobald alles rund läuft, können wir mit der Leertaste die Zeit beschleunigen und die schönen Landschaften der Europakarte genießen. Doch im Gegensatz zu Rise of Venice handelt es sich bei Grand Ages: Medieval um keine reine Wirtschaftssimulation. Trotzdem nimmt der Handel die wichtigste Rolle im Spiel ein, zumal Armeen und Siedlungen ziemlich kostenintensiv sind – ohne Moos ist wie im wahren Leben auch hier wenig los. Am Anfang verfügen wir lediglich über eine Stadt, die wie alle anderen Siedlungen fünf unterschiedliche Güter herstellen kann. Um mit den Waren Geld zu verdienen, setzen wir Händler ein, die man entweder manuell steuert oder die automatisch zu von uns bestimmten Städten fahren und dort die passenden Güter kaufen beziehungsweise verkaufen. Das System funktioniert relativ gut und so kann man bis auf wenige Ausnahmen auf das manuelle Befehligen der Händler verzichten.

    Dies ist auch bitter nötig, denn im Laufe einer langen Partie baut man gut und gerne mehr als 30 Städte und übernimmt zudem mit den eigenen Armeen noch viele weitere Siedlungen der KI-Kontrahenten. Insgesamt ist das Wirtschaftssystem auch nicht allzu komplex: Es gibt lediglich 20 Güter, die sich grob in Rohstoffe wie Honig oder Kohle und Produkte wie etwa Metallwaren oder Brot einteilen lassen. Genreveteranen mögen sich ein wenig darüber ärgern, dass die Produktionsketten ziemlich simpel ausfallen. So ist die komplizierteste Kette diejenige für die Herstellung von Kleidern. Dafür muss aus Wolle Stoff gewebt werden und anschlie- ßend können die Tücher mit Tierfellen zum endgültigen Produkt verarbeitet werden. Auch das dynamische Handelssystem ist ziemlich weit von der Realität entfernt: Der Preis für eine Ware steigt stets an, je mehr man davon einkauft. Marktwirtschaftlich übliche Dinge wie etwa Mengenrabatte gibt es in Grand Ages: Medieval schlicht und einfach nicht. Ebenso haben Nahrungsgüter wie Fische oder Früchte keinen Verfallsdatum und obendrein wächst Fleisch anscheinend auf Bäumen, denn so etwas wie Viehzucht existiert in der Welt von Grand Ages: Medieval nicht.

    05:14
    Grand Ages: Medieval - Mittelalter-Aufbaustrategiespiel im Testvideo
    Spielecover zu Grand Ages: Medieval
    Grand Ages: Medieval

    Die Kampagne: Eine fabelhafte Einführung

          

    Aufbaustrategiespiele gelten bei vielen Spielern als unnötig kompliziert. Das kann man beileibe nicht von Grand Ages: Medieval behaupten. Zum einen ist die Spielmechanik im Vergleich zu anderen Genrevertretern am Ende eher simpel, die Steuerung per Maus einfach und man braucht kein VWL-Studium absolviert zu haben, um die wirtschaftlichen Kreisläufe im Spiel zu verstehen. Obendrein hat Gaming Minds dem Spiel eine Art Einführungskampagne beschert, die uns alle wichtigen Dinge des Spiels lehrt und nebenher in schönen und gut vertonten Zwischensequenzen eine nette Geschichte erzählt. Die Handlung versetzt uns in das europäische 11. Jahrhundert, genauer gesagt nach Byzanz. Wir übernehmen die Rolle des jungen Dorfmeisters Leon Vasselios, der am Hofe in Konstantinopel Eindruck schinden möchte und so auf der Karriereleiter aufsteigen will. Zudem ist er von der Tochter des Kaisers sehr angetan und versucht sich bei ihr beliebt zu machen.

    Wie in Rise of Venice wird die Geschichte in hübschen Zwischensequenzen erzählt. Wie in Rise of Venice wird die Geschichte in hübschen Zwischensequenzen erzählt. Quelle: Kalypso / PC Games Damit unser junger Held dabei Erfolg hat, lernen wir im Laufe der etwa acht Stunden langen Kampagne zuerst die Grundzüge des Handels und der Städteverwaltung. Im späteren Spielverlauf steigt der Anspruch der Aufgaben und so müssen wir uns etwa um die Diplmatie mit nicht nur neutralen Städten, sondern auch mit den Kontrahenten kümmern oder auch mal einen Krieg gegen sie führen. Insgesamt stellt die Kampagne die Spieler aber nie vor unlösbare Aufgaben, vielmehr hat man nach wenigen Stunden (wie auch im Sandkasten- Modus) so viel Geld auf dem Konto angehäuft, dass die Absolvierung der Missionen einem etwas zu leicht fällt. Da aber die Geschichte um Leon Vasselios ziemlich gut erzählt wird und man in den Zwischensequenzen immer wieder neue Fakten über das Mittelalter erfährt, fällt der geringe Schwierigkeitsgrad hier nicht so stark ins Gewicht.

    Etwas schade ist aber, dass sich manche Aufgaben in ähnlicher Form über die Kampagne wiederholen und so der Lerneffekt gering ausfällt. Trotzdem müssen wir sagen, dass Grand Ages: Medieval erst dank der Kampagne überhaupt als ein Mittelalter-Strategiespiel bezeichnet werden kann. Gäbe es die Zwischensequenzen nicht und damit die Lektionen über die Geschichte, könnte das Spiel (wenn man die Einheiten und Waren umbenennen würde) fast ebenso gut in der Antike oder der Neuzeit spielen.

    Der Mehrspieler-Modus: Mit menschlichen Kontrahenten wird's herausfordernd

          

    Die KI-Kontrahenten von Grand Ages: Medieval gehören zu den passivsten Computergegnern, die wir jemals in einem Strategiespiel erlebt haben. In der Kampagne und im Sandkastenmodus kann man das Spiel locker eine Stunde laufen lassen, ohne dass man den Mauszeiger bewegt, und dabei noch Millionen von Dublonen anhäufen. Schuld daran ist, dass die KI einem selten bis nie den Krieg erklärt – oder falls doch, zumindest so "höflich" ist, dass sie Städte nicht belagert oder erobert. Außerdem ist das Wirtschaftssystem für Gerneverhältnisse relativ einfach gestrickt und so macht das freie Spiel für Genreveteranen auf Dauer kaum Spaß. Im Mehrspielermodus sieht die Lage natürlich ganz anders aus.

    Mit bis zu acht Spielern kann man hier um die Wette siedeln und handeln und muss stets darauf achten, was die Konkurrenz gerade plant und macht. Uns hat vor allem die Option gefallen, dass man eine Zeit bestimmen kann, wann die Partie aufhört. So hat man stets ein Ziel vor Augen und versucht tatsächlich alle Warenkreisläufe zu optimieren, so wenig Truppen wie möglich bei den Belagerungen einzusetzen und Handelsabkommen nur mit den Nachbarn abzuschließen, die keine echte Konkurrenz darstellen. Auch was Abstürze, Lags oder den allgemeinen Ablauf einer Mehrspielerpartie angeht, haben wir wenig zu bemängeln.

    Ein wenig negativ ist nur, dass man bei einer Runde mit sieben anderen Spielern die Zeit nur selten beschleunigen kann, da fast immer jemand dabei ist, seine Städte zu verwalten oder seine Händler zu befehligen. Positiv dagegen ist, dass es im gegensatz zum letzten Aufbaustrategiespiel von Kalypso – Tropico 5 – bereits in der Testfassung problemlos möglich war, zu speichern. So gibt sich der Multiplayer- Part insgesamt kaum die Blöße.

    01:37
    Grand Ages: Medieval - Neuer Trailer zur Größe der Spielwelt
    Spielecover zu Grand Ages: Medieval
    Grand Ages: Medieval
  • Grand Ages: Medieval
    Grand Ages: Medieval
    Publisher
    Kalypso Media GmbH
    Developer
    Gaming Minds Studios GmbH
    Release
    25.09.2015
    Es gibt 4 Kommentare zum Artikel
    Von annon11
    Wirklich ziemlich öde auf Dauer. Sobald man eine Hand voll Städte und Händler hat, kommen die Mios ohne Ende rein. Und…
    Von kornhill
    Wird das Spiel auch noch für die PS4 getestet? Wird es für die PS4 ein Vergleich zwischen Grand Ages Medieval und…
    Von Wut-Gamer
    Vielleicht mausert sich das Spiel ja noch, sollte es weiterentwickelt werden. Direkt nach Release wird sowieso nichts…

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    • Es gibt 4 Kommentare zum Artikel

      • Von annon11 Erfahrener Benutzer
        Wirklich ziemlich öde auf Dauer. Sobald man eine Hand voll Städte und Händler hat, kommen die Mios ohne Ende rein. Und das geht ziemlich flott. Einfach ohne Ende Sieder bauen, Stadt an Stadt reihen,die Produktion etwas jeweils verändern und das wars. Von da an bleibt nur noch die ganze Karte mit Städen voll zu bauen. Militärteil ist äußerst schwach.

        Und: Gefühlt 1000000 mal klicken, um Händerkarren zu bauen.
      • Von kornhill Erfahrener Benutzer
        Wird das Spiel auch noch für die PS4 getestet? Wird es für die PS4 ein Vergleich zwischen Grand Ages Medieval und Nobunaga's Ambition: Sphere of Influence geben?
      • Von Wut-Gamer Erfahrener Benutzer
        Vielleicht mausert sich das Spiel ja noch, sollte es weiterentwickelt werden. Direkt nach Release wird sowieso nichts gekauft.
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Grand Ages: Medieval
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Grand Ages: Medieval im Test: Die Macher von Rise of Venice laden uns zu einem Mittelalter-Spectaculum ein. Trotz grundsätzlich gelungener Kampagne und hübscher Grafik bleibt das Aufbau-Strategiespiel jedoch hinter seinen Möglichkeiten zurück. Warum das so ist, verraten wir euch im nachfolgenden Bericht.
http://www.pcgames.de/Grand-Ages-Medieval-Spiel-54737/Tests/Grafisch-gelungene-aber-viel-zu-anspruchslose-Aufbau-Strategie-1172367/
25.09.2015
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2015/09/GrandAges-Medieval-1-pc-games_b2teaser_169.jpg
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