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  • Gran Torino (Review / Filmkritik)

    Gran Torino (Review / Filmkritik) Quelle: Warner

    Ein nie moralisierendes und dennoch die Moral von der Toleranz wunderbar vermittelndes Drama mit einem gekonnt knurrigen Clint Eastwood.

    Gran Torino (Review / Filmkritik) Quelle: Warner Harry Calahan kehrt zurück! So lautete das Gerücht, das sich rasch verbreitete, als ersteInformationen und Bilder zu Clint Eastwoods neuestem Werk auftauchten. Gran Torino werde ein sechster Dirty Harry-Film werden, so der Tenor. Doch sollte der 78-Jährige tatsächlich zum alten Raubein-Image zurückkehren, nachdem er mit bemerkenswert sensiblen und höchst anspruchsvollen Spätwerken wie Perfect World, Die Brücken am Fluss, Mystic River und seinem Oscar-gekrönten Million Dollar Baby längst seine große Altersweisheit unter Beweis gestellt hat?

    Mitnichten! Zwar mag seine Rolle als eisenharter Koreakriegsveteran Walt Kowalski so anmuten, doch Eastwoods Facettenreichtum ist längst über die Eindimensionalität eines Dirty Harry hinausgewachsen und das zeigt er auch in seinem neuen kleinen Highlight Gran Torino. Der bärbeißige Walt hat gerade seine Frau beerdigen und bei der Trauerfeier feststellen müssen, dass seine Söhne ihm entfremdet, seine Schwiegertöchter langweilige Nervensägen und die Enkelkinder verwöhnte Zecken sind. Zu allem Überfluss ist er in seinem Vorort-Viertel, in dem einst jede Menge braver Amerikaner lebten, eine aussterbende Spezies. Schwarze, Latinos und Asiaten prägen das Bild auf den Straßen und auch im Nachbarhaus wohnt ausgerechnet jener Menschenschlag, gegen den er 1950 in den Krieg gezogen ist. Auf Kontakte mit ihnen verzichtet der Menschenfeind dankend. Drauf gespuckt! Und auch das Bemühen des jungen Paters Janovich um sein Seelenheil streift Walt ab wie eine lästige Fliege. Was er will, ist seine Ruhe - die er sich, als ein frecher, kleiner Dieb seinen Ford Gran Torino klauen will, zu erkämpfen versteht.

    Doch als der Ex-Kavallerist der US-Army Zeuge einer Auseinandersetzung zwischen dem introvertierten Nachbarjungen Thao und einer China-Gang wird, geht er, als diese sich auf seinen schönen Vorgartenrasen ausweitet, kurzerhand mit der Flinte dazwischen. Eine Tat mit Folgen: Denn die Bande Halbstarker verschwindet, doch die Nachbarschaft bleibt. Noch schlimmer, scheinen ihn alle braven Asiaten der Umgebung doch von nun an als Helden zu betrachten und bomben seine Verandatreppe mit allerlei unerwünschten Dankesgaben voll.
    Erst durch den Kontakt mit der nicht auf den Mund gefallenen Sue, Thaos Schwester, beginnt Walt langsam aufzutauen. Ein erster Besuch bei den Nachbarn und zögerliche Kontaktaufnahme mit deren exotischem Essen folgt. Und als Thao, der sich als der zur Tat gezwungene, erfolglose Auto-Dieb entpuppt, Walt zur Schuldbegleichung in Haus und Garten zur Hand geht, erwächst so etwas wie eine Freundschaft zwischen dem rauen alten Brummbär und der Einwandererfamilie vom Nachbarhaus. Doch die Gang, die Thao weiter auf dem Kieker hat und sich durch Walt gedemütigt fühlt, lässt nicht locker - und lässt Walt mit einer Gnadenlosigkeit reagieren, die alle Beteiligten auf ein böses Ende hinzusteuern droht ...

    Nachdem Eastwoods Zwanzigerjahre-Mutter-Drama Der fremde Sohn um die Jahreswende an den Kinokassen wie von der Klasse her hinter den Erwartungen zurückblieb, macht der Altmeister in Gran Torino mal wieder das, was er fraglos am besten kann: sich selbst in Szene setzen. Die Rolle des bösartig grollenden und unflätig fluchenden Isegrims ist ihm wie auf den Leib geschneidert. Daneben beweist Eastwood mit seiner Regiearbeit erneut sein ausgezeichnetes Händchen für Figurenführung, Timing und subtilen Humor. In diesem Charakterdrama trägt jeder seine Bürde, zugleich geht Eastwood eine in den USA längst stark ausgeprägte und auch bei uns zunehmende Problemsituation mit viel Fingerspitzengefühl an: die der zunehmend multikulturellen Gesellschaft, die zwar grundsätzlich begrüßenswert ist, aber auch zunehmend zu Verständigungsschwierigkeiten unter Nachbarn und vor allem zum Heranwachsen einer Jugend mit Identitätsschwierigkeiten und großer Perspektivlosigkeit führt. Auch wenn es zu Anfang anders klingt: Gran Torino ist kein Aufruf zu Fremdenhass und Selbstjustiz à la Dirty Harry, sondern einer zur Toleranz und nachbarschaftlichen Verständigung. Leider bleibt der ganz große Aha-Effekt am Ende aus.

    Widescreen-Wertung
     

    Action
     
    Spannung
     
    Emotion
     
    Humor
     
    Erotik
     
    Anspruch
     
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Gran Torino
    Gran Torino
    Vertrieb
    Warner Bros. Home Entertainment Group
    Kinostart
    05.03.2009
    Film-Wertung:
     
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Gran Torino
Gran Torino (Review / Filmkritik)
Ein nie moralisierendes und dennoch die Moral von der Toleranz wunderbar vermittelndes Drama mit einem gekonnt knurrigen Clint Eastwood.
http://www.pcgames.de/Gran-Torino-Film-219169/Tests/Gran-Torino-Review-Filmkritik-677588/
02.03.2009
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2008/12/Gran_Torino_Warner_Widescreen_Vision_29122008_05_b2teaser_169.jpg
Gran Torino, Review, Filmkritik
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