Ich, die Auserwählte
Das Durchblättern respektive Anklicken der Berliner Tageszeitung "taz" offenbart heute eine erfrischende Sichtweise auf die Welt spielbarer Bits und Bytes. Statt - wie es Susanne "Moppel-Ich" Fröhlich jüngst bei Deutschlands Grande Dame der oberflächlichen Abendunterhaltung tat - mit einer Mischung aus Halbwissen und Nichterfahrung Vorurteile zu maximieren, hat Jugendbuchautorin Cornelia Kurth ("Ein Jahr mit 90 Tagen") getan, was manchem Disputanden nicht nur bei Sabine Christiansen zu wünschen wäre: sich zurückgelehnt und eine Runde gespielt:
und zwar Gothic. Die vorherigen Spielbeschreibungen ihres Sohnes fand die Frau, wie es wohl vielen Zuschauern ergeht, zunächst verhältnismäßig befremdlich, sie war "eher abgeschreckt von der Düsterkeit."
Das kennen Spieler sicherlich zur Genüge. Wer ihnen nur zuhört oder über die Schulter schaut, empfindet das Handeln meistens etwas irritierend. Selber aktiv mitzuspielen, ist aber eine Erfahrung, die sich eben nicht einfach nur beschreiben lässt. Und siehe da, das Resultat des Erlebnisses ist nicht eine bläuliche Färbung der Haut ihres Knaben ob eines rauen Umgangs in der Familie, sondern eine ganz neue Erfahrung:
Nicht nur macht ihr das Spielen unheimliche Freude, nicht nur genießt sie die Spieltiefe und Atmosphäre. Gleichzeitig stellt sie nämlich fast, dass "bei aller Hingerissenheit [...] die nötige Distanz" doch bleibt. Dass man emotional in das Spiel involviert sein kann, ohne Realität und Spielwelt zu vermischen.
Natürlich ist der Artikel kein impliziter Freibrief einer Mutter, ihren Sprössling einmal quer durch die wilde Landschaft der Unterhaltungsindustrie wandern zu lassen. Spiele setzen nicht nur die aktive Erfahrung des Spielens, sondern auch ein gewisses Reflexionsniveau voraus.
Frau Kurth resümiert die emotionale Neigung, die Gothic-Spieler gegenüber dem ersten Teil an den Tag legen, und die Diskussion einer zu starken Mainstream-Ausrichtung des neuen, dritten Teils bei World of Gothic. Dennoch erlag sie schließlich dem Reiz des Gothic-Feelings auf ganzer Linie: konnte sie vorher kaum erahnen, was eine Grafikkarte ist, hat sie nun für den dritten Teil selbst ihren Rechner aufgerüstet, denn: "es ruft! Das Abenteuer geht weiter."
PC Games meint: Ein bezaubernder Erfahrungsbericht - würden Eltern wie auch Politiker sich öfters die Mühe machen, in fremde Welten der PC-Spiele abzutauchen, wäre so manche Diskussion überflüssig und manch andere deutlich sachlicher.
Wir halten Sie natürlich auf dem Laufenden, sobald Frau Kurth ihren ersten Artikel "Ich, die von Clippingfehlern und Abstürzen Geplagte" verfasst.


Warum gräbst du eigentlich solche uralten Threads aus?
hm, ich denke aus purem trolling
vorallem wenn man so eine alte Möhre ausgräbt und dann so einen Dreck spamt
Warum gräbst du eigentlich solche uralten Threads aus?