Gothic 3
Als dritte Partei bieten sich die Assassinen an, ein unheimliches Volk aus der Wüste Varant. Letzteres ist das zweite von drei Gebieten, das Sie bereisen werden. Die Assassinen treiben Menschenhandel mit den Orks und verstehen sich besonders auf das Einfangen entflohener Sklaven. Hier gelingt Gothic 3 bereits ein wichtiger Schritt Richtung Glaubwürdigkeit: Es verwischt die Grenzen zwischen Gut und Böse. Der Spieler selbst muss entscheiden, was er für richtig hält, und die Konsequenzen seiner Handlungen tragen. Hinzu kommen einige unabhängige Fraktionen, denen man sich zwar nicht anschließen kann, von denen man aber ebenfalls eine Menge lukrativer Aufträge bekommt.
Neben Myrtana und Varant gibt es auch noch eine dritte Klimazone - über die wir Ihnen aber noch nichts verraten dürfen. Ein Tipp: Schauen Sie mal in die aktuelle Ausgabe unseres Schwestermagazins PC Action rein.
Und wie ist es nun?
Gothic 3 spielt sich vertraut: Sie wandern mit Ihrer Spielfigur wieder durch eine detailreich ausgearbeitete Fantasy-Welt und lösen Unmengen an motivierenden Quests. Das Spielgefühl ähnelt trotz der brandneuen Engine deutlich den alten Gothic-Spielen, ist aber dank ihr auch wesentlich flüssiger. Der Held legt sich beim Rennen nun nicht mehr in die Kurven wie bei einem NASCAR-Rennen und eckt auch nicht mehr an jeder unsichtbaren Hürde an.
Gespräche laufen nahezu identisch zu den Vorgängern ab, Texte und Sprachausgabe sind von gewohnt hoher Qualität und stehen der gebotenen Aufgabenvielfalt in nichts nach. Besonders gut hat uns gefallen, wie sinnvoll Quests und NPCs miteinander verflochten sind, sodass erneut der Eindruck einer lebendigen Umgebung entsteht, die auf den Spieler reagiert.
Auch in Städten und Dörfern geht es zu, wie man es sich wünscht: NPCs plaudern, setzen sich abends zum Essen ans Lagerfeuer, wetzen ihre Waffen am Schleifstein oder gehen einem Beruf nach. Auch das Trainieren von Fähigkeiten ist nahezu unverändert, bis auf ein paar Neuerungen, die sich die Entwickler ausgedacht haben: Es lassen sich nun verschiedene Kampftechniken erlernen, etwa das gleichzeitige Führen von zwei Schwertern. In Gefechten erwartet das Spiel dann mehr als simples Draufhämmern von Ihnen: Halten Sie die linke Maustaste beispielsweise gedrückt, holt der Held zu einem kräftigen Schwerthieb aus, während die rechte Maustaste zum Blocken und Parieren dient.
Erleichterung auch im Inventar: Endlich lassen sich die Menüs vernünftig mit der Maus bedienen, auch Charakterbildschirm und Questlog sind ordentlich aufgebaut und sinnvoll unterteilt.
Ein paar Takte zur Grafik
Zum Spielstart lädt das Programm die komplette Welt in den Speicher, weshalb keinerlei Nachladepausen existieren - dieser Vorgang dauerte in unserer Version einige Minuten. Wie Sie anhand unserer Screenshots erkennen, sieht das Spiel in der Tat sehr gut aus. Am besten gefallen uns die Wälder und Burgen: So eine liebevoll gestaltete Welt gibt es höchstens noch in Oblivion zu sehen - wobei die Landschaftsgestaltung aus Gothic 3 sogar besser wirkt.
Der Grund: Objekte ab einer bestimmten Distanz zeichnet die Engine verschwommen - ein guter Trick, denn er verstärkt die Tiefenwirkung und man vermeidet so, Objekte aus der Ferne detailreich rendern zu müssen. Überrascht hat uns die Wüste Varant: Das rotgoldene Meer aus Sand und Palmen wirkt rundum stimmig, auch die Städte mitsamt Basaren und spitzen Türmen überzeugen. Es gilt also: Gothic 3 kommt! Und es wird gut.

