Gothic 3
Schluss mit all den Mutmaßungen: Wir haben Gothic 3 ausgiebig gespielt. Lesen Sie hier, wie gut uns der erste Ausflug ins raue Myrtana gefallen hat.
Bei einem Waldspaziergang werden wir von zwei Trollen angegriffen. Wir antworten mit einem optisch imposanten Feuerregen.
Reden wir nicht länger um den heißen Brei herum: Es geht Ihnen wie so vielen deutschen Spielern. Sie wollen wissen, ob Gothic 3 Spaß macht, wie gut die Grafik ist, ob es auf Ihrem Rechner flüssig läuft. Kurz: Sie wollen wissen, ob Gothic 3 ein würdiger Nachfolger wird. Nun, zumindest auf die letzte Frage haben wir eine ziemlich sichere Antwort. Sie lautet: Ja.
Hand angelegt
Die uns vorliegende Version war zwar voll spielbar, aber natürlich noch nicht ausgereift. Die Liste der Einschränkungen ist lang: Bei der Gegner-KI gibt es zuweilen Aussetzer. Einige Zauber fehlen, manche Gegner ebenso. Bugs und Abstürze können auftreten. Das versprochene Tutorial vermisst man noch ebenso wie eine Speicherfunktion. Sie finden, das klingt fies? Keine Sorge, liebe Leser, daran ist nichts ungewöhnlich. Häufig stehen uns unfertige Versionen für Vorschau-Artikel zur Verfügung. Das Wichtigste: Gothic 3 war gut genug spielbar, um sich einen vernünftigen Eindruck zu verschaffen. Wir weisen außerdem darauf hin, dass sämtliche Screenshots in diesem Artikel von uns angefertigt wurden und echte Spielgrafik zeigen - sie wurden nicht geschönt oder bearbeitet.
Willkommen in Teil 3
Die Gassen der Wüstenstadt Mora Sul sind in der aktuellen Version noch etwas menschenleer, begeistern aber bereits durch ihre detailreiche und vor allem glaubwürdige Architektur.
Es beginnt, wo der Vorgänger endete: Mit einem Schiff voller Kumpels - Diego, Gorn und Lester sind allesamt dabei - legt der namenlose Held in Myrtana an. Richtig, Gothic 3 spielt nicht mehr in Khorinis, jenem Schauplatz der Vorgängerspiele, in denen man es mit einem machthungrigen Gott, jeder Menge Orks und sogar Drachen aufnahm. Myrtana ähnelt Khorinis aber rein optisch ganz gehörig: Die Gegend setzt sich aus grünen Wäldern und Weiden zusammen, verziert von kleinen Dörfern und Städten, und ist obendrein überschwemmt von Orks.
Hier beginnt die Geschichte: Myrtana hat den Krieg gegen die Orks verloren, weshalb alle Menschen entweder auf der Flucht sind oder als Sklaven in Ketten liegen. Einige haben sich sogar mit ihren Peinigern verbündet und machen Jagd auf ihre Artgenossen. Unser Held wird deshalb nicht gerade freundlich empfangen - da ist es praktisch, dass er bereits zu Spielbeginn eine Menge auf dem Kasten hat und nicht mehr bei null beginnt. So kann er bereits eine Klinge schwingen, Tieren das Fell abziehen und sich gegen seine Gegner zur Wehr setzen.
Sie haben die Wahl
Die Licht- und Schatteneffekte haben uns überrascht: Im realistisch flackernden Fackelschein wirken Monster noch bedrohlicher.
Der Spieler muss sich früher oder später für eine von drei Parteien entscheiden und so den Ausgang der Geschichte - drei verschiedene Endsequenzen wird es geben - bestimmen. Schlägt man sich etwa auf die Seite der Orks, beschäftigt man sich zunächst damit, im Ansehen der ruppigen Kreatuen aufzusteigen und ihr Vertrauen zu erlangen. Alternativ schließt man sich den Rebellen, den so genannten "Königstreuen", an.
Aus dem Gehölz heraus planen die Aufständischen, ihre sieben Städte in Myrtana nach und nach zurückzuerobern. Sie entscheiden, ob Sie bei der Revolution helfen oder gar das Vertrauen beider Fraktionen gegeneinander ausspielen. Doch täuschen Sie sich nicht: Die Orks sind keine dümmliche Bande stoßzahnbewehrter Holzköpfe, die sich bei der erstbesten Gelegenheit die Schädel mit der Stachelkeule einschlagen. Nein, diese Orks haben Charakter, Stolz - und eine gehörige Abneigung gegenüber Menschen.

