Die Macher von Gothic 3: Götterdämmerung - wenig Entwicklungszeit, neue Projekte für Jowood
Gefragt, was die größten Unterschiede zu vorangegangenen Projekten der Entwickler gewesen seien und ob es von Publisher Jowood besonderen Druck gegeben habe, erklärt Cupta:
"Die Entwicklungszeit war nach unserem Ermessen sehr kurz. Es gab eine enorme Menge an Inhalte, die wir ins Spiel integrieren wollten. Wir waren aber begrenzt, weil wir den Programmiercode der Piranha Bytes verstehen mussten und von Tag eins der Entwicklung Inhalte ins Spiel brachten; daher kann man sagen, dass wir nicht alles erledigt haben, was wir ursprünglich vorhatten. Wir hatten ein großes Team mit 45 Entwicklern am projekt. Es gab nie viel Druck vom Publisher. Jowood räumte uns Freiheit ein, um das bestmögliche Spiel zu erstellen, obwohl die pünktliche Fertigstellung des Spiels zum 21. November Priorität hatte."
Götterämmerung nutzt einen Teil der Gothic 3-Spielwelt.
Da Gothic 3 besonders wegen seiner Bugs nachhaltig in Erinnerung blieb und massives Misstrauen gegenüber Jowood verursachte, hatte der Publisher im Vornherein erklärt, zusammen mit der Community ausführlich testen zu wollen. Viele der Tester sind unzufrieden und fühlen sich hintergangen, weil ihre gemeldeten Fehler noch enthalten sind. Was entgegenet Cupta, auf den Gothic'schen Fehlerteufel angesprochen?
"Die auffallenden Bugs aufzuspüren ist eine große Herausforderung; es gibt schon so viele von Gothic 3, die quasi über uns ausgeschüttet wurden, und dazu noch die, die natürlicherweise während der Entwicklung dieses Add-ons entstanden. Die Skriptsprache von Piranha Bytes verursacht eine Menge Fehler, wenn man Spielinhalte erstellt. Während wir im Umgang mit den Werkzeugen sicherer wurden, konnten wir viele unnötige Fehler vermeiden. Für Götterdämmerung gab es vom ersten Milestone ("Meilenstein", lauffähiger Programmcode zu bestimmten Stellen der Entwicklung, Anm. d. Red.) an Qualitätskontrollen, um Bugs auszuwerten. Wir haben versucht, so viele Bugs wie möglich zu entfernen und wir werden auch nach der Veröffentlichung zusammen mit der Community daran arbeiten.
Cupta führt außerdem aus, wie sich das Team mit dem Gothic-Flair auseinandergesetzt habe, wie es die Entwickler persönlich verändert habe. Rau, hart, regelrecht düster sei ihr Verhalten geworden.
Manche Fans mögen die folgende Antwort fast als Drohung auffassen: Was kommt nach der Götterdämmerung, fragt Gothicz.net?
"Wir haben eine langfristige [geschäftliche] Beziehung mit Jowood. Wir haben vorher schon Die Gilde 2: Venedig [PC Games: 51%, Anm. d. Red.] entwickelt. Derzeit arbeiten wir an drei weiteren Spielen, die auf populären Jowood-Spielen basieren und möglicherweise auch Nachfolgern anderer Spiele ;)"
Jowood hat - neben der Gilde und Gothic - auch die Namensrechte an Spellforce. Ebenfalls denkbar wären Neuauflagen von Die Völker und Söldner.

