Verdacht auf Rezepthandel: Daten von Millionen Apotheken-Kunden verkauft?
Laut einem Insider haben verschiedene deutsche Rechenzentren jahrelang illegal Daten von Apothekenkunden an Pharmakonzerne verkauft.
Möglicher Skandal in der Pharmaindustrie: Laut einem ehemaligen Mitarbeiter der Firma pharmfakt/Gesellschaft für Datenverarbeitung (GFD) haben verschiedene deutsche Rechenzentren Rezeptdaten von Apotheken-Kunden an führende Pharmakonzerne verkauft. Der illegale Handel sei im großen Maßstab durchgeführt worden. So spricht der ehemalige Mitarbeiter gar von Millionen von Apothekenrezepten, die an die Konzerne verkauft wurden.
Zu den Abnehmern der Rezeptdaten gehörten große Pharmakonzerne. So sollen GlaxoSmithKline, Novartis, Bayer und Ratiopharm sowie Sanofi-Aventis zu den Abnehmern der Daten, die über mehrere Jahre verkauft wurden, gehört haben. Die Pharmakonzerne nutzten demnach die illegal erworbenen Kundendaten aus Rezepten, um für ihre Produkte Marktforschung zu betreiben.
Der Handel mit solchen Daten ist legal, solange die Daten verschlüsselt werden. Das war allerdings nicht der Fall, meint der Insider. Durch die unverschlüsselten Daten können Pharmaunternehmen nämlich nachvollziehen, welche Ärzte welche Medikamente verschreiben. Auch die Wirksamkeit von Pharmavertretern kann mit den illegal erworbenen Rezeptdaten überprüft werden.
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