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  • Designer-Legende Geoff Crammond meldet sich zurück.

    Liegen gebliebene Wagen verschwinden nicht einfach, sondern werden fachgerecht entsorgt. Liegen gebliebene Wagen verschwinden nicht einfach, sondern werden fachgerecht entsorgt. Geoff Crammond hat mit Grand Prix 4 eine wirklich bestens fahrbare Simulation abgeliefert. Innerhalb von nur zwei Jahren Entwicklungszeit haben er und sein Team völlig neue Grafik- und Sound-Engines erstellt, sämtliche Formel-1-Strecken per Satellit vermessen, die 22 Fahrzeugkarosserien der Saison 2001 bis ins letzte Detail nachgebildet und ein umfangreiches Telemetrie- und Setupsystem auf die Beine gestellt. Wie auch bei den Vorgängerversionen gelang es Geoff Crammond, ein Rennteam zur Zusammenarbeit zu überreden. Diesmal war es der Orange-Arrows-Rennstall, der die erforderlichen Einsichten in die Formel-1-Mysterien gewährte.
    Grand Prix 4 bietet die Spielmodi Schnelle Runde, Rennen ohne Wertung und Weltmeisterschaft. Wie bereits die Vorgängerversionen wird auf eine Fahrschule verzichtet, mit der sich die Fahrzeugbeherrschung trainieren ließe oder die uns wie beispielsweise F1 2002 in die neuralgischen Punkte einer jeden Strecken einführt. Immerhin steht noch vor dem Erscheinen des Hauptmenüs das so genannte Schnelle Rennen zur Auswahl, das den Fahrer mit nur zwei Mausklicks in ein Rennen versetzt ­ ganz ohne Trainings-Sessions, Strategieplanung oder Setup.
    Die Schnelle Runde ist für Spieler gedacht, die auf die Jagd nach Zehntelsekunden gehen wollen. Immer und immer wieder wird die Strecke gefahren, mit jeweils identischen Wetterbedingungen, Fahrzeugzuständen und Gegnerpositionen. Die eigentliche Intention hinter diesem Modus ist zwar eigentlich der Hot-Seat-Mehrspielermodus (nacheinander fahren mehrere Spieler am gleichen Rechner unter identischen Bedingungen), in Abwesenheit einer echten Fahrschule eignet er sich jedoch bestens für Übungszwecke und zum Kennenlernen der Strecken.
    Während Schumacher und seine Kollegen über Jahrzehnte hinweg ihr fahrerisches Können trainieren konnten und dafür nicht einmal ihre Freizeit opfern mussten, hat der typische Spieler kein vergleichbares Fahrvermögen. Damit er dennoch gelegentlich das Ziel erreichen und auch akzeptable Rundenzeiten auf den Asphalt legen kann, stehen ihm acht Fahrhilfen zur Verfügung. So unterstützt der Computer den Spieler dabei, den richtigen Gang auszuwählen, den Wagen rechtzeitig vor einer Kurve abzubremsen, das Lenkrad exakt einzuschlagen oder durchdrehende Reifen zu verhindern. Nach und nach wird man auf einzelne Hilfen verzichten und auf diese Weise noch bessere Zeiten erzielen können.
    Das mittlerweile Erlernte wird man beispielsweise im Rennen ohne Wertung einsetzen. In diesem Spielmodus darf man ein ganzes Rennwochenende beweisen, was für ein Teufelskerl man doch ist. In zwei freien Trainings, einer Qualifikation, dem Warm-Up und natürlich dem Rennen selbst hat man keine Zeit dafür, die Strecke zu erforschen. Stattdessen geht es um den Feinschliff am Fahrwerk und den Spoilern ­ und um hierfür sinnvolle Daten sammeln zu können, muss man bereits weltmeisterlich schnell und fehlerfrei fahren können. Jede komplette Runde wird in die Telemetrieaufzeichnung aufgenommen und steht beim nächsten Besuch der Boxengasse zum Abruf bereit. Über zwanzig Kurven beschreiben, was in jedem Moment der Runde im Fahrzeug vorgeht. Von der Motordrehzahl bis zur Belastung des linken Vorderrads wird so ziemlich alles aufgezeichnet, was sich in Zahlen fassen lässt. Mit ein wenig Übung und Kombinationsgabe lässt sich aus dem Graphengewirr dann herauslesen, wie Getriebe, Fahrwerk oder Spoiler zu verändern sind, um das Fahrzeug einige Zehntelsekunden schneller zu machen.
    Das Setup ist ebenfalls von der Boxengasse aus zugänglich. Hier wählt man aus zahlreichen vorgegebenen Einstellungen die passende aus (je Strecke steht mindestens eine Qualifikations- und Rennabstimmung für trockenes und regnerisches Wetter zur Wahl) oder verändert das Fahrzeug nach eigenen Wünschen. Rund 60 Einstellungsmöglichkeiten bieten ausreichend Gelegenheit, sich auszutoben. Zwar ist beispielsweise die Anzahl der Heckflügel nicht wählbar, insgesamt gibt es aber derart viele Einstellmöglichkeiten, dass selbst der versierteste Mechaniker ein optimales Fahrzeugsetup hinbekommen sollte. Wer nicht genau weiß, was ein bestimmtes Schräubchen oder eine spezielle Feder bewirkt, darf auf die so genannte Gpaedia zugreifen. Dieses integrierte Nachschlagewerk beschreibt unter anderem die Aus- und Nebenwirkungen einer jeden Veränderung auf das Fahrverhalten und gibt allgemeine Tuningtipps.
    Dieses Nachschlagewerk ist die größte inhaltliche Änderung von Grand Prix 4 gegenüber seinem Vorgänger. Nicht nur die Spielmodi sind gleich geblieben, auch das Fahrmodell wurde kaum verändert. Es ist nun noch einen Hauch handlicher geworden, so dass man sich schneller im Fahrzeug wohl fühlt und früher erkennt, wenn es auszubrechen droht. Einsteiger dürften sich nun genauso angesprochen fühlen wie Formel-1-Enthusiasten, für die die Grand-Prix-Serie ohnehin ein Pflichtkauf war. Leider gibt es nach wie vor nur ein einziges Fahrmodell für alle elf vom Spieler fahrbaren Wagentypen. Unabhängig davon, ob man sich für einen Minardi oder einen Sauber entscheidet ­ jeder der eigentlich doch so verschiedenen Boliden fährt sich absolut identisch. Das gilt auch für die vom Computer gesteuerten Konkurrenten. Deren Fahrzeuge sehen zwar sehr unterschiedlich aus, haben aber ebenfalls völlig einheitliche Eigenschaften. Lediglich das individuell simulierte Fahrgeschick sorgt dafür, dass nicht auch identische Rundenzeiten gefahren werden.
    Endlich scheint auch Geoff Crammond den Wert von atmosphärischem Beiwerk entdeckt zu haben. In Grand Prix 4 stehen Streckenposten am Fahrbahnrand und schwenken ihre Fahnen, Stewards hasten zu verunglückten Fahrzeugen und eine komplette Boxencrew nimmt den Spieler zum Tanken und zum Reifen wechseln in Empfang. So weit wie in F1 2002, wo bis kurz vor dem Start sogar Boxenluder an den Wagen stehen, geht dies zwar nicht, dennoch tragen vor allem die unerwartet auftauchenden Stewards einen großen Teil zur Atmosphäre des Spiels bei. Die ist bei genauerem Hinsehen eigentlich recht dünn: Wie im Genre der Formel-1-Simulationen üblich, bietet auch Grand Prix 4 keinen Karrieremodus, keine Einführungsrunde und nicht einmal ein Safety-Car.
    So muss die Grafik dafür sorgen, dass die Fahrphysik nicht der einzige Programmteil ist, der den Spieler in seinen Bann zieht. Da werfen dichte Baumreihen durchbrochene Schatten auf den schimmernden Asphalt, in den hochglanzpolierten Fahrzeugen spiegelt sich die Umgebung, und die Stadtschlösser von Monte Carlo tragen Markisen. Mit den vielfältigen Details lässt Grand Prix 4 seine Konkurrenten weit hinter sich, allerdings erreichen auch die Hardware-Anforderungen ungeahnte Höhen. Auf keinem unserer Testrechner gelang es, eine Wiederholrate von mehr als 30 Bildern pro Sekunde zu erreichen ­ für ein Rennspiel nicht eben ein berauschendes Ergebnis. Damit der Startvorgang flüssig vonstatten geht und nicht durch Rechenpausen verursachte Massenkarambolagen das Spiel beenden, greift Grand Prix 4 zu einem Trick: Die Zeit läuft langsamer ab. Wie in Zeitlupe steuert der Spieler den Wagen in die ersten Kurven; erst wenn sich das Feld auseinander gezogen hat, wird auf die normale Geschwindigkeit zurückgeschaltet.

    Bildergalerie: Geoff Crammond's Grand Prix 4
    Bild 1-3
    Klicken Sie auf ein Bild, um die Bilderstrecke zu starten! (4 Bilder)

    Geoff Crammond's Grand Prix 4 (PC)

    Spielspaß
    85 %
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Geoff Crammond's Grand Prix 4
    Geoff Crammond's Grand Prix 4
    Developer
    Microprose
    Release
    20.06.2002
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Geoff Crammond's Grand Prix 4
Designer-Legende Geoff Crammond meldet sich zurück.
http://www.pcgames.de/Geoff-Crammonds-Grand-Prix-4-Spiel-3533/Tests/Designer-Legende-Geoff-Crammond-meldet-sich-zurueck-65795/
05.07.2002
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2002/07/steward.jpg
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