Geheimakte Tunguska
Ein Anwärter auf den Titel "Adventure des Jahres" steht kurz vor der Vollendung. Wir haben ihn gespielt.
Der zotige Komissar Kanski - einer der Lieblingscharaktere der Entwickler - ist Nina zunächst mehr Last denn Hilfe.
Um das Tunguska-Ereignis aus dem Jahre 1908 ranken sich Mysterien: Eine gigantische Explosion mit der Kraft einer Atombombe fegte damals in Zentralsibirien mehrere Tausend Quadratkilometer an Waldbeständen nieder, Augenzeugen berichteten von einer 20 Kilometer hohen Lichtsäule. Bis heute ist die Ursache des Phänomens ungeklärt, es existieren Theorien von Meteoriteneinschlägen und Erdgasentzündungen bis hin zu Vulkanausbrüchen und UFO-Abstürzen. Ein wunderbarer Nähr-boden, den sich die deutschen Entwickler bei Animation Arts und Fusion-sphere Systems für ihr Adventure gewählt haben!
Dem Rätsel auf der Spur
Das klassische Point&Click-Adventure spielt in der Gegenwart: Nina Kalenkow, einer der beiden spielbaren Charaktere, begibt sich auf die Suche nach ihrem verschollenen Vater, der früher mal an einer Tunguska-Expedition teilgenommen hat. Besitzt er Informationen, die so brisant sind, dass jemand ihn deswegen beseitigen ließ? Als zweiten Hauptcharakter steuern Sie Max Gruber, einen jungen Kollegen von Ninas Vater, der ihr bei der Suche zur Hand gehen möchte. Die Reise führt kreuz und quer über den Erdball - Stationen sind unter anderem Berlin, Moskau und Kuba. Übrigens: Eine kleine Liebelei gibts auch.
Kluge Köpfe
Das Bild wird der eigentlichen Schönheit dieser Szene nicht gerecht, denn im Spiel wiegen die Zweige sanft im Abendwind.
Die Entwickler haben sich Gedanken gemacht, um Kinderkrankheiten anderer Adven-ture-Spiele nicht zu wiederholen. Etwa das langwierige Absuchen von Locations: Wer darauf keine Lust hat, lässt sich per Tastendruck die Hotspots anzeigen. Clevere Idee: Der intelligente Maus-Cursor zeigt direkt an, ob sich ein ausgewähltes Item mit etwas benutzen lässt - so muss man nicht drauflosprobieren und sich hundertfach Sätze wie "Das klappt so nicht!" anhören. "Tunguska soll auch für den Normalspieler immer motivierend und spannend bleiben", so Martin Mayer von Fusionsphere.
Grafikpracht
Die klasse gerenderten, detaillierten 2D-Hintergründe werden durch 3D-Effekte aufgepeppt, etwa bei den Spielfiguren oder dem voll animierten Himmel. Großartig: Zwischen zwei- und dreidimensionalen Elementen ist kein Übergang erkennbar!

