Geheimakte Tunguska
Die Entwickler von Geheimakte Tunguska haben eine Mission: Sie wollen weg von dem, was Adventures ihrer Meinung nach heute sind.
Nina kommt nach Hause und stellt fest: Ein Einbrecher war in der Wohnung.
Geschicklichkeitseinlagen, zeitabhängige Rätsel, Sterbesequenzen. Diese Zutaten mischen Entwickler heute in Adventures, weil der Massenmarkt danach lechzt. Fusionsphere und Animation Arts wollen Geheimakte Tunguska nicht mit dergleichen verwässern, sie haben vor, ein klassisches Adventure zu bauen, mit logischen Rätseln, dezenten Humor, mitreißender Geschichte.
Die Hauptfigur, Nina heißt sie, folgt darin den Spuren ihres verschollenen Vaters. Die führen rund um den Globus, Endstation Sibirien. Dort hat es in 1908 eine Explosion von unheimlicher Zerstörungskraft gegeben, es war, als hätte jemand 2.000 Hiroshima-Bomben gezündet. Jene Detonation entspringt nicht der Phantasie der Entwickler, sie ist Wirklichkeit und bis heute Nahrung für Verschwörungstheoretiker: War es ein Komet, ein Ufo, eine atomarer Sprengkörper?
Geheimakte Tunguska lockt mit der Antwort, einer ausgedachten zwar, aber immerhin eine, die an der Spitze einer steilen Spannungskurve stehen soll. Geplant sind etwa zwanzig Spielstunden, prall gefüllt mit Dialogen und Rätseln, die fordern, nicht frustrieren. Ein Beispiel gefällig? Aus einer verschlossenen Wohnung dringt dumpf Musik, die jegliches Türklopfen verschluckt. Um erhört zu werden, lassen Sie Nina im Sicherungskasten den Strom abschalten, schon geht's weiter.
Ein Hotkey, der alle wichtigen Gegenstände auf dem Bildschirm sichtbar werden lässt, unterstützt beim Knobeln. Später lösen Sie Rätsel im Team mit Max Gruber, der zweiten spielbaren Figur. Zwischen den beiden knistert es in einer der ersten Szenen. "Gute Nacht", wünscht ihm Nina in der deutschen Stimme von Angelina Jolie, die Verabschiedung dauert lang, als wollten beide sie hinauszögern. Ob daraus wirklich eine Liebesgeschichte wächst? Die Entwickler schweigen eisern.


Aber das hier:
"Ein Hotkey, der alle wichtigen Gegenstände auf dem Bildschirm sichtbar werden lässt, unterstützt beim Knobeln"
...gefällt mir garnicht..wer nicht damit fertig wird bei einem Adv. selber nach Gegenständen zu suchen, der spielt ohnehin das falsche Genre..also diesen Hotkey, der nur schwachen Cheater-Seelen gefallen wird, sollte man komplett raus lassen. Würde höchstens Sinn machen, wenn die Entwickler pro Szene tausende von "anklickbaren" Objekten platziert haben..aber das würde ja auch schon wieder weh tun..also weg mit diesem "Hotkey"...das passt nicht zum digitalen Abenteuern.
Gruß