Frogster gewinnt Präzedenzfall gegen Internetforum für Gold- und Account-Selling
Das Hamburger Landgericht entschied in diesem Fall für Frogster. Das Urteil könnte weitreichende Konsequenzen für Gold- und Account-Seller bedeuten.
Ein Internetforum war Frogster ein Dorn im Auge. Über dieses wurde Gold- sowie Account-Selling für das Online-Rollenspiel Runes of Magic toleriert. Darüber wurden dort InGame-Währung, Accounts, Cheats, Hacks und Bots angeboten. Das Hamburger Landgericht verurteilte die Forenbetreiber nun auf Unterlassung. Deren Geschäftsführer sind als Gesamtschuldner darüber hinaus im geltend gemachten Umfang zu Schadensersatz verpflichtet. Vor der Verhandlung versuchte Frogster, die Forenbetreiber mit Abmahnungen zur Unterlassung von derlei Aktivitäten zu drängen. Frogster habe die Foren-Sektionen "RoM Hacks, Bots, Cheats & Exploits", "RoM Black Market" oder "Runes of Magic Trading" angeprangert, die Betreiber dazu aufgerufen diese zu entfernen und auf seine Prüfpflichten hingewiesen. Frogster bot im selben Schritt an, auf Schadensersatzansprüche zu verzichten. Da der Betreiber das Angebot zur außergerichtlichen Einigung nicht angenommen hatte, sah sich Frogster im Oktober 2010 gezwungen, seine Rechte gerichtlich durchzusetzen.
In der Urteilsbegründung stellt das Landgericht Hamburg fest, dass das Verhalten des Betreibers in seinem bisherigen Internetangebot zweifelsfrei den Tatbestand einer gezielten Behinderung des Geschäftsbetriebs eines Anbieters von Online-Games wie Frogster erfüllt. Laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Frogster ist Spielern der Verkauf virtueller Spielwährung außerhalb des Spiels und die Verwendung von Schadprogrammen oder Software-Schwachstellen wie Cheats, Bots und Hacks nicht gestattet. Durch den Unterhalt und Betrieb seines Internetangebots habe der Betreiber in der Vergangenheit gezielt und bewusst auf den Vertragsbruch der Spieler hingewirkt und damit die Attraktivität des Spiels beschädigt, dessen ehrliche Spieler demotiviert und auf diese Weise den Absatz bei Frogster bedroht. Dies hatte Frogster zweifelsfrei an Beispielen aus dem Forum belegen können, in dem die Moderatoren teilweise sogar Tipps zum Goldhandel gegeben haben.
Das Urteil gegen den bisherigen Betreiber stellt nach Auffassung der von Frogster beauftragten Anwaltskanzlei Schulte Riesenkampff einen Präzedenzfall mit weitreichenden Konsequenzen für die gesamte Branche dar. "Es liegt im Interesse der ehrlichen Spieler, wenn Spielebetreiber gegen Mogler effektiv vorgehen können. Cheats und Bots mindern den Spielspaß bei MMOGs und aufwändige Free-to-play-Spiele wären gar nicht möglich, wenn deren Finanzierung durch illegalen Goldhandel untergraben würde. Es ist daher richtig vom Gericht, auch die Betreiber von illegal agierenden Foren in die Verantwortung zu nehmen", kommentiert Dr. Andreas Lober, Partner der Kanzlei Schulte Riesenkampff, das Urteil.
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Manchmal ist niemand blind und nicht immer hat irgendwas ne Macke