PC Games Meisterwerke: Heute mit Freelancer
Die in der Engine gerenderten Cutscenes sehen klasse aus. Die Entwickler bewiesen ein sicheres Händchen für Kameraführung und Regie.
In Freelancer lenkt man die Geschicke von Edison Trent, einem unpolitischen "Freiberufler" auf der Suche nach Arbeit. Schnell verstrickt er sich in ein intergalaktisches Komplott - das wird spannend in über zwei Stunden Zwischensequenzen präsentiert. Epische Raumschlachten, dramatische Verfolgungsjagden durch vernebelte Asteroidenfelder - die rund zwanzig Stunden der Einzelspielerkampagne bieten großartige, atmosphärische Science-Fiction-Unterhaltung, zumindest in den Story-Aufträgen.
Zwischendurch sind nämlich lieblos generierte Zufallsmissionen zu meistern, um etwas Geld zu ergatten und sich so bessere Schiffe und Waffen leisten zu können. In diesen Einsätzen tut man meist nicht mehr, als Feinde abzuschießen und Däumchen drehend durch das riesige, frei erkundbare All zu düsen. Wer mag, kann sich nebenher im Warenhandel oder der Piraterie versuchen, auch wenn das nicht besser unterhält als reine Kampfaufträge.
Die wohl größte Stärke des Spiels ist sein unverschämt geschmeidiges Bedienkonzept: Anstatt per Joystick steuert man das Schiff bequem mit Maus und Tastatur aus der Verfolgeransicht, was Simulationsfanatiker zwar entsetzte, Actionspieler aber glücklich schnurren ließ - bis heute fliegt sich kein Weltallspiel besser als das selige Freelancer!
Eine großartige Enttäuschung
Allenfalls S.T.A.L.K.E.R. und Duke Nukem Forever dürfen sich brüsten, einen solchen Hype erzeugt zu haben wie das überambitionierte Freelancer.
Im Jahr 1997 schwärmte Chris Roberts (Wing Commander) von seiner umwerfenden Idee: Eine Weltall-Simulation, in der man ein riesiges, dynamisches Universum bereisen sollte, das Einzel- Und Mehrspielerelemente verband. Im Jahr 1999 präsentierte Roberts der Fachpresse Unglaubliches: Ein All von solcher Grafikpracht, dass selbst das Männlein in der Pilotenkanzel zu erkennen war. Tausende von Spielern sollten gemeinsam die Ökonomie bestimmen, während eine revolutionäre KI eigenständig mit Waren handelte.
Man würde Basen errichten können, außerdem sollten die zahllosen Planeten voller Leben strotzen. Anstatt sein Schiff "von Hand" zu steuern, gab man einer KI lediglich Befehle vor, beispielsweise ein Ausweichmanöver. Große Versprechungen, die man nicht halten konnte: Der Releasetermin verschob sich um zwei zusätzliche Jahre, während Microsoft noch Ende 2000 die Weiterfinanzierung übernahm und Roberts das Projekt verließ.
Die Entwickler wurden angewiesen, das Konzept zu entschlacken. Erst im Herbst 2002 zeigten erste Preview-Versionen den Effekt: Viele der versprochenen Mehrspieler-Features hatte man gestrichen, ebenso wie die KI-gesteuerte Schiffskontrolle und die dynamische Ökonomie. Trotz aller Hürden: Freelancer wurde nach dem Release im März 2003 sehr gut von Presse und Spielern aufgenommen.


Aber nett für zwischendurch.
Die perfekte mischung zwischen Action und Handel war "Privateer 2 - The Darkening".
Da konnte selbst Elite (und die hässlichen und lagweiligen nachfolger) einpacken.
Leider ist P2TD ein DOS…