Freedom Force vs. The 3rd Reich (PC)

Release:
22.04.2005
Genre:
Strategie
Publisher:
dtp

Freedom Force vs. The Third Reich

06.05.2005 13:30 Uhr
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Neu
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Gegen die Superhelden der Freedom Force haben die Nazis keine Chance. Gegen die Superhelden der Freedom Force haben die Nazis keine Chance. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Amerikaner und Patriotismus, das passt zusammen: Während sich der erste Teil von Freedom Force in den USA wie geschnitten Brot verkaufte, setzte er hierzulande eine dicke Staubschicht in den Händlerregalen an. Wenige wollten Superhelden sehen, die mit einem heroischen Spruch auf den Lippen gegen Bösewichter antreten.

Wenn Sie zu den Leuten gehören, die Teil 1 ignorierten, haben Sie jetzt die Chance, diesen Fehler wieder gutzumachen: Kaufen Sie sich Freedom Force vs. The Third Reich, sonst verpassen Sie rund 20 Stunden Spaß und Spannung!

Echte Echtzeit-Taktik
Wer die Bilder von Freedom Force betrachtet, wird sich kaum eine Vorstellung vom Spielablauf machen können; Zu bunt, zu chaotisch ist ihr Inhalt. Hinter dem Chaos verbirgt sich das Konzept der Echtzeit-Taktik, auf dem auch Spiele wie Panzers und Commandos fußen: Sie steuern maximal vier Superhelden durch dreidimensionale Levels, bewirken mit einem Rechtsklick Spezialfähigkeiten und drehen die Perspektive mit der Alt-Taste. Die Leertaste friert das Bild ein, Sie können derweil in aller Ruhe taktieren.
Sie brauchen in Freedom Force nicht das Geschick eines Feldherren, immerhin geht es hier um Superhelden, die Treffer wie Mückenstiche wegstecken. Erleichternd kommt eine Schnellspeicherfunktion hinzu, mit der sich Fehler sofort korrigieren lassen.

Komisch wie ein Comic
Wie am Titel erkennbar, schickt Sie Freedom Force vs. The Third Reich in den Kampf gegen Nazideutschland, das unter fiktiven Rahmenbedingungen erblüht: Ein Bösewicht reist in der Zeit zurück, verhilft den Krauts zum Endsieg und beeinflusst so die Gegenwart. Die Freedom-Force-Truppe nimmt daraufhin die Verfolgung in die Vergangenheit auf, um die Geschichte wieder geradezubiegen. Mit Logik hat diese Story so viel zu tun wie Til Schweiger mit Schauspielkunst, aber sie ist eines Comics würdig - und das zählt.

Während Sie die Welt retten, machen Sie Bekanntschaft mit ausgefallenen Charakteren, die über so viel Persönlichkeit verfügen, dass Marvel sie bestimmt sofort verpflichten würde. Da ist zum Beispiel Blitzkrieg, der Hauptbösewicht: ein Deutscher, der gern Größenwahnsinniges mit sich überschlagender Stimme herausbrüllt.

Blitzkriegs Gegenspieler sind Alchemiss, die Energieblitze aus den Händen abfeuert, Black Jack, der vergiftete Karten schleudert, Mentor, der Gegner mittels Geisteskraft verwirrt, Bullet, der rennt wie der Wind, und Ant, der sich durch den Boden gräbt. Es gibt insgesamt 24 Helden - das ist mehr, als Sie beim ersten Durchspielen auskosten können. Weil Sie nur maximal vier Figuren in eine Mission mitnehmen können, schließen Sie einige Charaktere schnell ins Herz; der Rest bleibt während der Team-Zusammenstellung oft auf der Ersatzbank.

Wie ein erweitertes Add-on
Teil 2 ähnelt seinem Vorgänger sehr stark, was einerseits eine gute Sache ist. Der Wortwitz, die einfache Steuerung und die sympathischen Charaktere sind wieder vorhanden. Doch andererseits haben die Entwickler auch die Probleme des Originals mitgenommen, zum Beispiel die eintönigen Missionsziele: Sind alle Gegner erledigt, ist der Auftrag bestanden. Selten gibt es interessantere Aufgaben, etwa Atombomben unter Zeitdruck entschärfen. Wenigstens die Schauplätze variieren. Sie kämpfen in Städten, geheimen Basen, Höhlensystemen, Ödlandschaften sowie in Wald- und Dschungelgebieten.

Jedes Objekt ist zerstörbar: In der Stadt stemmen Sie Autos oder reißen Ampeln aus, um damit zuzuschlagen. Hochhäuser stürzen zusammen und Munitionskisten explodieren mit Getöse. Wenn die Freedom Force ausrückt, weint die Stadtverwaltung. Der Spieler lacht hingegen Tränen, so witzig sind die Szenen und Dialoge, die von Könnern vertont wurden - aber nur in Englisch. Deutsche Untertitel helfen zwar, die Sprachbarriere zu überwinden, verschwinden aber häufig schneller, als man blinzeln kann.

   
Bildergalerie: Freedom Force vs. The Third Reich
Bild 1-3
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Freedom Force vs. The 3rd Reich (PC)
Spielspaß-Wertung

85 %
Leserwertung
(0 Votes):
-
Viele sympathische Comic-Helden
Lineare Missionen, die Profis unterfordern
Witzige, schön intonierte Sprachausgabe
Keine Minimap, einige Wegfindungsprobleme
Rollenspielartiger Fähigkeitenausbau
   
Thomas Weiß
Super, diese Helden: Hier werden Kindheitsträume scharenweise wahr.
Als Kind wollte ich Laserstrahlen aus den Augen schießen und die Faust gen Himmel strecken, um wie Superman abzuheben. Schön wären auch Fanfaren gewesen, die während meiner darauf folgenden Heldentaten patriotische Melodien spielen. Daraus wurde nichts. Aber Freedom Force erfüllt mir diese Wünsche nachträglich, weil es die Atmosphäre der alten Groschenhefte restlos einfängt und alle Klischees wunderbar verarbeitet. Das bedeutet: Wenn man Superhelden toll findet, klappt´s auch mit dem Spielspaß.
   
Moderation
06.05.2005 13:30 Uhr
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