Foxconn: Apple-Zulieferer erhöht nach Fabrik-Skandal die Löhne - Arbeitsrechtler sind skeptisch
Foxconn hat die Löhne seiner Mitarbeiter während einer laufenden Ermittlung erhöht - Arbeitsrechtler sehen einen eindeutigen Zusammenhang.
Ständige Überstunde, Niedriglöhne und eine Reihe von Suiziden - die Arbeitsbedingungen bei Foxconn sind scheinbar katastrophal. Derzeit läuft eine Untersuchung, die die Bedingungen bei Foxconn genauer unter die Lupe nehmen soll. Initialisiert wurde die Untersuchung vom Apple-Chef Tim Cook, nachdem auch Apple stark in die Kritik geraten war. Der Elektronikkonzern habe von den schlimmen Bedingungen gewusst und nicht reagiert, heißt es.
Cook beauftragte darauf hin die Organisation Fair Labor Association mit der Untersuchung von Foxconn. Nun hat Foxconn - während der laufenden Untersuchungen - die Grundlöhne der Mitarbeitet erhöht. Seitens der Arbeitsrechtler kommt nun Kritik. Sie befürchten, dass Foxconn durch die Erhöhungen der Mitarbeiterlöhne die laufenden Verhandlungen beeinflussen möchte, um in einem besseren Licht dazustehen.
Der Pekinger Anwalt Huang Leping weist beispielsweise darauf hin, dass Lohnerhöhungen bei Foxconn immer als Reaktion auf Krisen eingetreten sind. Außerdem bleibe es abzuwarten, in welchem Maß sich die Einkünfte der Arbeitnehmer über das Jahr gesehen tatsächlich steigern. Auch der Arbeitsrechtler Shen Binti sieht eine klare Verbindung zwischen den Ermittlungen und den Lohnerhöhungen von Foxconn, findet den Schritt aber grundsätzlich gut und notwendig.
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