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Foxconn

Apple-CEO Tim Cook reagiert auf Vorwürfe: "Wir sorgen uns um jeden Arbeiter"

29.01.2012 13:36 Uhr
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Update: Apples CEO Tim Cook widerspricht den Vorwürfen, Apple würde sich nur um Produktqualität und Gewinnmargen sorgen, nicht aber um die Arbeitsbedingungen seiner Zulieferer. Ein ehemaliger Foxconn-Manager äußert herbe Kritik am Umgang von Apple mit den Mitarbeitern. Der iPhone- und iPad-Hersteller würde sich nur um die Produktqualität und die Herstellungskosten kümmern - die Mitarbeiter seien dem Konzern völlig egal.

Das iPhone 4S von Apple wird beim chinesischen Unternehmen Foxconn gebaut - wie tausende andere Unterhaltungsprodukte. Das iPhone 4S von Apple wird beim chinesischen Unternehmen Foxconn gebaut - wie tausende andere Unterhaltungsprodukte. Update: In einer E-Mail an die Mitarbeiter von Apple widerspricht CEO Tim Cook den Vorwürfen, Apple sorge sich allein um die Qualität seiner Produkte und die Gewinnmargen, nicht aber um die Arbeitsbedingungen bei seinen Zulieferern. Die New York Times hat in einem großen Artikel die Zustände bei Zulieferer Foxconn angeprangert. Tim Cook teilt in seiner Mitarbeiter-Mail mit, dass sich Apple sehr wohl um die Arbeiter bei den Zulieferern sorge und zum Beispiel bei Unfällen nachhake oder auch die Arbeiter bei den Zuliefern über ihre Rechte aufkläre, wie sich gegen schlechte Arbeitsbedingungen wehren können. Apple hat nach Tim Cooks Darstellung bereits über eine Million Arbeiter entsprechend geschult. Tim Cook dankte ausdrücklich den Mitarbeitern von Apple, die sich darum kümmerten. Quelle: 9t5mac.

Originalmeldung: Trägt Apple eine Mitschuld an extrem schlechten Arbeitsbedingungen und tödlichen Arbeitsunfällen bei Zulieferer Foxconn? Der Ex-Foxconn-Manager Li Mingqi, der im April 2011 beim Unternehmen ausschied, behauptet genau das. Li wurde von Foxconn Medienberichten zufolge entlassen, weil er die Leitung einer Zweigstelle von Foxconn innehatte, bei der es im Mai 2011 zur Explosion kam und drei Menschen starben. Zudem gab es 15 Verletzte.

Li sagt, dass Apple sich um nichts anderes als die Erhöhung der Produktqualität und niedrige Herstellungskosten kümmere. Das Wohl der Arbeiter hätte nichts mit den Interessen des iPhone-Herstellers zu tun. Ein ehemaliger Apple-Manager soll zudem gegenüber der New York Times gesagt haben, dass man bei Apple schon seit Jahren von den schlechten Arbeitsbedingungen bei Foxconn wisse. Allerdings wäre die Kostenfrage für den Konzern entscheidend – sonst hätte Apple bereits dafür gesorgt, dass sich die Arbeitsbedingungen ändern – immerhin gehören sie zu den Großabnehmern bei Foxconn.

Offenbar kam es wegen der dramatischen Zustände bei Foxconn bereits zu Spannungen in der Apple-Chefetage. Zwar wäre man bestrebt, die Arbeitsbedingungen der Menschen zu verbessern, das würde aber immer wieder aufgrund von wirtschaftlichen Interessen ins Hintertreffen geraten. "Die meisten Leute würden immer noch sehr verstört reagieren, wenn sie wüssten, wo ihr iPhone wirklich herkommt", wird ein Apple-Manager zitiert. Apple selbst hat erst vor wenigen Tagen einen Milliardengewinn gemeldet, der vor allem dank iPad und iPhone eingefahren werden konnte (PC Games berichtete).

Apple ist allerdings nicht der einzige Auftragsgeber für Foxconn. Der riesige chinesische Konzern fertigt Produkte für Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony, Toshiba, Nintendo, Hewlett-Packard, Dell, Amazon und andere Unternehmen. 40 Prozent der weltweiten Unterhaltungselektronik werde bei Foxconn zusammengesetzt. Indes scheint die Lage bei Foxconn wirklich dramatisch zu sein: 2010 berichtete ein Arbeiter, er müsse an sieben Tagen in der Woche elf Stunden arbeiten, mit lediglich zwei halbstündigen Pausen pro Tag.

Simon Fistrich
Leitender Online-Redakteur
29.01.2012 13:36 Uhr

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