Flat Out
Bestimmt kennen Sie die Fernsehserie Bitte lächeln: Videos zeigen, wie Menschen auf die Nase fallen, während Tonbandgelächter den anschließenden Krankenhausaufenthalt vergessen machen will. Das ist ein bisschen so wie in Flatout: Bei Crashs krachen die Fahrer durch die Windschutzscheibe und knallen gegen das nächste Hindernis. Auf Wunsch auch in Zeitlupe. Um die Nerven von Spielern und Jugendschützern zu schonen, handelt es sich bei den Opfern um Dummy-Puppen. Die Verrenkungen lassen einen geistig trotzdem "Aua" murmeln. Ein Druck auf "R" setzt die Puppe wieder ans Steuer, doch der Zeitverlust tut weh: Wer Unfälle baut, liegt schnell hinten, und weiter gehts erst, wenn Sie unter den ersten Drei landen. 36 Rennen trennen Sie vom Siegertreppchen.
Schwerkraft vom Mond
Es gibt 16 Wagen in Flatout. Die einen fahren schneller, die anderen liegen besser in den Kurven. Doch eines ist immer gleich: Hügel und überhöhte Geschwindigkeit sind der schnellste Weg in den Graben. Wer gegen zusammengeschobenen Schnee rutscht, überschlägt sich auch mit 50 Sachen. Die Schwerkraft scheint vom Mond zu stammen. Doch das macht nichts, denn Flatout versteht sich als Spaß-Rennspiel - und als solches funktioniert es prächtig. Gegen dosierte Rammattacken ist nichts einzuwenden, sofern Sie nicht von der Straße abkommen. Im Gegenteil: Am Ende eines Rennens wird Ihnen ein Crash-Bonus aufs Geldkonto gutgeschrieben. Davon und vom Preisgeld finanzieren Sie Reifen-, Auspuff- und Motor-Tuning. Ist die Kasse knapp, nehmen Sie einfach mehrmals an Rennen teil und häufen so ein Vermögen an, bis auch die Kurbelwelle aus Gold erschwinglich wird. Der Einkaufspart ist nicht einmal halb so umfangreich wie der aus Need for Speed Underground 2: Im Nu haben Sie sich durch die Mini-Menüs geklickt und das Auto aufgemotzt.
Fehlende Streckenvielfalt
Über die Anzahl der Rennen kann man nicht klagen, über die der Kurse schon. Fünf Gebiete sind zu wenig. Dafür stimmt das Streckendesign: Im Waldgebiet verlaufen hinter Haarnadelkurven Seen, auf dessen Grund sich zu schnell unterwegs gewesene Wagen türmen. Auf dem Land rasen Sie durch Scheunen, statt auf der Straße zu bleiben - solche Abkürzungen sind zahlreich. Auf einer Baustelle weichen Sie Baggerschaufeln aus, die in den Weg ragen. Zum Gasgeben laden die asphaltierten Straßen ein: Hier nehmen Sie Kurven dank besserer Bodenhaftung aggressiv, ohne dass der Wagen ausbricht. Wer trotzdem aneckt, sieht zum Trost den Nitro-Balken anwachsen. Durch den Einsatz des Nitro-Schubs lassen sich im richtigen Augenblick verlorene Sekunden gutmachen. Je eindrucksvoller die Manöver, desto mehr Nitro winkt wiederum: Ein platt gewalzter Zaun bringt weniger als einstürzende Säulen. Irgendwann schaut Ihr Auto aus, als käme es frisch aus der Schrottpresse: eiernde Reifen, verformter Rahmen, abgerissener Auspuff. Das letzte Quäntchen Realismus verpufft. Das Rennen geht weiter.


PC-Games schmeißt bloß diesen Tester raus. Der hat null Ahnung.
Flat-out toppt in Sachen Grafik (schnell und tolle optik ) bisher alle gängigen Racer-Spiele.
Von der Physik und den Schadensmodellen mal ganz zu schweigen.
Warum nur so eine beschissene Benotung.
Das Ding sieht besser aus als NFSUG2. Und ist weitaus Kurzweiliger.
Und in MP-Modus ist der Spielspass unschlagbar.
(Immerhin sieht man sie auf einiges Screens!)