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Final Fantasy VIII (PC)

Release:
01.02.2000
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Eidos

Schutzengel sucht Superhelden

07.03.2001 15:51 Uhr
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SCHUTZENGEL Die Guardian Forces helfen bei besonders starken Gegnern. SCHUTZENGEL Die Guardian Forces helfen bei besonders starken Gegnern. Squaresoft will es noch einmal wissen: Mit Final Fantasy 8 arbeiten die japanischen Entwickler an einem faszinierenden Rollenspiel, das die Grenze zwischen traditionellen Rollenspielen und fernöstlicher Fantasy-Romantik verwischen soll.
Magie, Mystik, Fantasy, Science-fiction, Liebe und Tod vereinen sich in Final Fantasy 8 zu einer fesselnden Mischung, die Rollenspieler von Diablo 2 oder Baldur's Gate 2 weglocken könnte. War der Vorgänger mit der Versionsnummer 7 vielen PC-Spielern noch zu japanisch, mit großäugigen Kinderstars und ausufernden Dialogen, geht das neueste Werk von Squaresoft in eine deutlich erwachsenere Richtung. Die Hauptdarsteller sind offensichtlich schon über 20 Jahre alt und versuchen, in die elitäre Militäreinheit SeeD aufgenommen zu werden. Darauf basierend spinnen die Entwickler ein komplexes Geflecht aus Beziehungen, Auseinandersetzungen und dem ewigen Konflikt zwischen Gut und Böse. Die gute Seite verkörpert der Spieler hauptsächlich als Squall Leonhart, an dessen Seite sich im Verlauf des Spiels weitere Figuren wie die hübsche Rinoa oder sogar Squalls Rivale Seifer gesellen, die fortan gemeinsam als Gruppe durch die faszinierende Fantasy-Welt ziehen.
Sie dirigieren die Jungs und Mädels mit einem Joystick oder der Tastatur, da sich Squaresoft erneut nicht dazu durchringen konnte, eine anständige Maussteuerung einzubauen. Dennoch steuert es sich ordentlich, obwohl zuweilen das Finden des richtigen Ausgangs aus den vorberechneten Hintergrundbildern nicht so einfach ist, wie man es gerne hätte. Die Landschaften sind einfach nur prächtig; viele Details und Animationen erwarten den Spieler, während er seine mit 3D-Grafik gezeigten Figuren zum nächsten Gesprächspartner oder Rätsel führt. Alle Dialoge laufen wie schon beim Vorgänger nur über kleine Textfenster ab, die ins Bild eingeblendet werden. Sprachausgabe hätte für ein zusätzliches Atmosphäreplus gesorgt, außerdem hätte Square uns so das manchmal langwierige Durchklicken der Dialoge ersparen können. Obwohl das für PC-Rollenspieler ungewöhnlich ist, tut es dem Spielspaß keinen Abbruch, da die sorgfältig ausgearbeiteten Charaktere, die fesselnde Geschichte und die aufregenden Kämpfe die kleinen, durch die Konsolenvorlage entstandenen Mankos bei weitem aufwiegen.
Der Einstieg ins Spiel erfolgt gemächlich, damit sich auch Final Fantasy-Neulinge und Rollenspieleinsteiger bequem mit der Steuerung und den Eigenheiten des Spiels vertraut machen können. Die Entwickler haben das geschickt gelöst: Damit Squall in die SeeD aufgenommen wird, muss er erst eine Reihe von Tests bestehen, die ihm und dem Spieler einen kleinen Vorgeschmack auf das Kommende geben. Zentrales Element neben der Hintergrundgeschichte sind natürlich die zahlreichen Kämpfe, die denen des Vorgängers ähneln und für Kenner von PC-Spielen wie Diablo oder Baldur's Gate anfangs etwas ungewohnt erscheinen.
Rumpelt unsere Heldengruppe während ihrer Wanderungen in Monster oder andere Gegner, dann blendet Final Fantasy 8 nahtlos und von dramatischen Soundeffekten untermalt auf eine andere Grafik-Darstellung um. Anstatt der vorberechneten Hintergründe sehen Sie Ihre Kämpfer anschließend in einer 3D-Umgebung, die selbstverständlich der vorher gezeigten Landschaft ähnelt. Dass für die Kämpfe reine 3D-Grafik verwendet wird, hat einen guten Grund: die so genannten Guardian Forces. Diese magischen Elemente sind eine Art Schutzengel, die Ihre Figuren in den Konflikten einsetzen dürfen. Im Spiel sind Dutzende von Guardian Forces enthalten, wobei jeder Charakter stets nur eine bestimmte Anzahl benutzen kann, was eine gewisse taktische Komponente ins Spiel bringt. Neben diesen magischen Artefakten kann jeder Held noch konventionelle Waffen wie Schwerter oder Gewehre benutzen, die allerdings weniger Durchschlagskraft besitzen. Setzen Sie eine Guardian Force ein, lässt Final Fantasy 8 die Grafikmuskeln gewaltig spielen. Mit irren Kamerafahrten, fulminanten Lichtblitzen und donnernden Soundeffekten entsteht zum Beispiel aus der Guardian Force Quezacotl ein gigantischer "Gefrierschrank", der die Gegner mit verheerenden Kälteschocks um ihre Lebenspunkte bringt. Andere Elemente setzen optisch aufwendige Feuerbälle, Blitzschläge oder Flutwellen ein, die Ihren Widersachern ordentlich zu schaffen machen.
Jeder Kampf läuft rundenweise ab, so dass Sie genügend Zeit besitzen, die richtige Guardian Force einzusetzen. Es macht wenig Sinn, einen Feuerdrachen mit Feuerbällen zu beschießen, weil er dagegen resistent ist. Jeder Ihrer Helden kommt der Reihe nach dran, damit Sie zum Beispiel mit einer Figur eine andere heilen können, falls diese angeschlagen ist. Oder Sie nutzen bestimmte Zaubersprüche, um den Angreifern deren Attacken zu klauen und sie dann in Ihr Arsenal zu stecken. Anfangs können Sie die Kämpfe kaum verlieren, doch mit zunehmender Spieldauer werden die Attacken immer heftiger und Sie müssen kräftig überlegen, wie Sie am geschicktesten vorgehen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen dürfen Sie bei Final Fantasy 8 nicht beliebig oft speichern, sondern nur an speziell dafür vorgesehenen Punkten. Dieses Relikt aus der PlayStation-Version mag Ihnen nervig erscheinen, doch haben die Entwickler diese Stellen so geschickt verteilt, dass daraus kaum ein Nachteil entsteht oder das Spiel unfair wird. Die Spieldauer wird wieder Dutzende Stunden betragen. Neben dem besten aller Spieleintros dürfen Sie immer wieder hervorragend gemachte Videoclips bewundern, die sich fast nahtlos an die anderen Spielszenen anfügen.

   
Bildergalerie: Final Fantasy VIII
Bild 1-3
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07.03.2001 15:51 Uhr
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