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  • FAR CRY 3: BLOOD DRAGON

    Test: Urkomischer Trash-Shooter ohne Feinschliff

    Einfach anders: Ubisoft zweckentfremdet das Far Cry 3-Grundgerüst für ein abgedrehtes Unsinn-Epos um Cyborgs, Drachen und One-Liner, für die sich selbst Arnold Schwarzenegger schämen würde. PC Games hat den Trash-Shooter getestet und verrät euch, ob Blood Dragon seine 15 Euro wert ist.

    Far Cry 3: Blood Dragon hat Seele. Eine knallig-bunte, neonfarbene Seele, deren Dauerwelle im Takt schräger Synthesizer-Musik hin und her wippt. Die Seele eines kitschigen Actionstreifens aus den wilden 80ern, komplett mit flachen Charakteren, lachhaften Dialogen und abgefahrenen Schusswechseln. So herrlich erfrischend das in Zeiten furchtbar ernster Militär-Shooter auch ist, letztlich fehlen Blood Dragon aber eigenständige Ideen, die den Far Cry 3-Ableger nicht nur optisch, sondern auch spielerisch von seiner Vorlage abgrenzen. Angesichts des Budget-Preises von 15 Euro geht das lediglich solide Missionsdesign zwar in Ordnung; mit ein wenig mehr Feinschliff wäre aber noch viel mehr drin gewesen.

    Darum geht's: In einer abgedrehten 80er-Jahre-Zukunftsvision des Jahres 2007 macht Mark-IV-Cyborg Rex Power Colt Jagd auf den Klischee-Bösewicht Ike Sloan. Der Fiesling kontrolliert mit seinen Omega-Soldaten eine von Drachen bevölkerte Tropeninsel und plant die Ausrottung der Menschheit. In der Rolle von Rex macht ihr Sloan einen Strich durch die Rechnung, verliert einen treuen Kameraden, findet die große Liebe und am Ende gibt es ein Feuerwerk. Das klingt so meschugge wie viele Plots mieser Actionfilme aus den 80er und frühen 90er Jahren. Und ja, das ist so beabsichtigt.

    Info: Kopierschutz

    Far Cry 3: Blood Dragon ist ein eigenständig lauffähiges Add-on zu Far Cry 3. Der Bezahl-Download steht ab dem 1. Mai auf einschlägigen Plattformen wie Steam, Origin und Uplay zur Verfügung, außerdem gibt es exklusiv für den PC eine Boxversion mit Soundtrack und Poster. Egal, wo ihr Blood Dragon kauft, ihr benötigt auf jeden Fall einen Uplay-Account, mit dem ihr das Spiel bei aktiver Internetverbindung verbindet. Anschließend lässt es sich auch im Offline-Modus starten. Einen Mehrspielermodus besitzt Blood Dragon übrigens nicht.

    Das hat uns gefallen

    Wunderbar selbstironischer Ton, witzige One-Liner

    Blood Dragon nimmt sich selbst nicht allzu ernst. Das ist seine größte Stärke: Der Ego-Shooter ist durch und durch absurder Quatsch, vom lachhaft benannten Protagonisten über die teils wahnsinnig lustigen Dialoge mit bewusst klischeehaften Charakteren bis hin zu offener Satire über Videospielmechanismen und unlogische Spielehandlungen. Es ist dieser gewollte Trash-Faktor, der den Far Cry 3-Ableger auszeichnet und der die krude gezeichneten, spärlich animierten Retro-Zwischensequenzen durchdringt.

    Held Rex Power Colt ist ein US-Patriot bis in die Haarspitzen, der im Akkord lustige Kommentare abgibt, wenn er Gegnern das Cyber-Herz herausreißt, einen Kopftreffer landet oder Dracheneier mit dem Flammenwerfer brutzelt. In einer Feindbasis erinnert eine freundliche Computerstimme die Mitarbeiter (allesamt schwer bewaffnete Cyborgs, die es auf Rex' Leben abgesehen haben) daran, dass morgen Abend Chili-Nacht in der Kantine ist und sie sich doch bitte die Hände waschen mögen. Rex weiß, dass "Sieger keine Drogen nehmen" und das Tutorial von Blood Dragon eines der schlechtesten aller Zeiten ist. In einer Kampfpause bekommt ihr derweil einen Diskurs zur therapeutischen Wirkung von Computerspielen zu hören, der mit der Feststellung endet: "Jeder, der Spiele für schädlich hält, ist ein blöder Pimmel."

    Feine 80er-Atmosphäre, funkiger Soundtrack

    Blood Dragon atmet den Geist der 80er, beginnend bei der blödsinnigen Geschichte und der aus heutiger Sicht absurden Zukunftsvorstellung des Jahres 2007. Aber auch die Präsentation lässt sofort Erinnerungen an diese vermeintlich gute, alte Zeit aufkommen: Wohin ihr blickt, überall flackern grelle Neonfarben. Das ist ebenso gewöhnungsbedürftig wie der Grafikfilter, der das Geschehen mit unschönen Bildschirmlinien überdeckt, die an analoge Fernseher erinnern.
    Über alle Zweifel erhaben ist derweil der fantastische Synthesizer-Soundtrack, der ebenso kitschig wie wunderbar angemessen wirkt.

    Solide designte Missionen

    Sechs Aufträge gilt es im Laufe der vorhersehbaren Handlung zu bewältigen. Die bieten guten Far Cry 3-Durchschnitt, stets gewürzt mit einer Prise Humor und vielen Anspielungen auf andere Spiele. So sprengt ihr einen Damm a la Crysis 3 (oder versucht es zumindest), brennt mit dem Flammenwerfer Dracheneier ab (statt eine Hanfplantage wie in Far Cry 3) und bekämpft in einer mysteriösen Zwischendimension Hunderte auf euch zu rennender Zombies ("The Running Dead", nicht etwa "The Walking Dead"). Das alles ist ordentlich und spaßige, aber bei weitem nicht herausragend, zumal das Leveldesign oft aus ideenlos aneinander gesetzten Korridoren im Inneren stets gleich aussehender feindlicher Außenposten besteht.

    Drachen!

    Die heimlichen Stars von Blood Dragon sind eben diese: die titelgebenden Blutdrachen. Diese meterhohen Monster sind nicht nur äußerst zäh und brandgefährlich, sondern lassen sich auch prima für die eigenen Zwecke einspannen. Rex reißt besiegten Feinden nämlich die Cyber-Herzen raus – ein echtes Leckerli für die Drachen. Indem ihr Cyber-Herzen in Richtung feindlicher Außenposten werft (und vorher deren Schildgenerator lahmlegt), hetzt ihr die Drachen auf eure Widersacher. Diese Taktik ist zwar nicht sonderlich effektiv, aber das folgende Chaos ist allemal sehenswert! Zudem sind Kämpfe gegen die Drachen in einem Spiel ohne Bossgegner und allzu schwierige Passagen die einzige spielerische Herausforderung von Blood Dragon.

    Brillantes Story-Finale mit tollen Ideen

    Die letzte halbe Stunde der Kampagne ist großes (Trash-)Kino. Zum Schluss brennen die Entwickler ein regelrechtes Feuerwerk der schrulligen Ideen ab. Der Höhepunkt ist der Ritt auf einem sprechenden Drachen, der das Geschehen lakonisch kommentiert, während Feuerwerksraketen in den Himmel steigen. Klasse, aber warum ist diese Szene nur so kurz?

    Knackige Feuergefechte, coole Takedown-Nahkampfangriffe

    Blood Dragon übernimmt die gelungene Kampfmechanik von Far Cry 3 und bietet launige Feuergefechte mit einem unaufdringlichen Deckungssystem. Statt der in anderen Shootern verbreiteten Selbstheilung gibt es Gesundheitsspritzen, mit denen Rex seine Lebensenergie auf Knopfdruck regeneriert. Wenn die Spritzen alle sind, kann er zudem durch Notoperationen an den mechanischen Komponenten seines Körpers einen kleinen Teil seiner Gesundheit wiederherstellen.

    Die Takedowns funktionieren wie in Far Cry 3: Mit einem Tastendruck erledigt ihr Gegner, die euch den Rücken zukehren, lautlos per Messerstoß. Wer sich geschickt anstellt, reiht mehrere solcher Nahkampfangriffe aneinander oder benutzt coole, von Anfang an verfügbare Spezialmanöver wie den Messerwurf nach einer geglückten Attacke. Das spielt sich flott und erweist sich als besonders nützlich, wenn ihr einen der 13 KI-Garnisonen in der Spielwelt von Gegnern zu säubern versucht, ohne den Alarm auszulösen.

    Offene Spielwelt mit Nebenaufträgen

    Die Garnisonen bilden ein Netz, das sich über die neue Insel legt, die ihr in Blood Dragon bereist. Deren Ausmaße sind geringer als in Far Cry 3, bietet aber dieselben Freiheiten: Außerhalb der Abseits der Missionen dürft ihr nach Belieben auf und neben den Straßen herumfahren, verstreute KI-Patrouillen aufmischen oder euch auf die Suche nach versteckten Sammelgegenständen machen. Außerdem gibt es eine Reihe von optionalen Nebenaufträgen. Durch abgeschlossene Einsätze und das Plündern besiegter Feinde erhaltet ihr Knete, die ihr an Waffenautomaten gegen Munition, Waffenaufsätze, Gesundheitsspritzen und Karten eintauscht. Letztere zeigen euch die Position der erwähnten Sammelgegenstände an.

    Nützliche Waffenaufsätze

    Für vier eurer sieben Waffen schaltet ihr durch das Erfüllen von Nebenaufträgen und die Befreiung der Garnisonen insgesamt 25 Aufsätze frei. Die sind äußerst praktisch, da sie etwa die Magazingröße erhöhen, das Sturmgewehr mit einer Dauerfeueroption ausstatten oder das Scharfschützengewehr Sprengmunition verschießen lassen. Das Freischalten neuer Waffenaufsätze hält euch somit für eine Weile bei Laune.

  • Es gibt 18 Kommentare zum Artikel

    Von shippy74
    Ich muß ehrlich sagen das ich es mir nie als DL gekauft hätte, bin in den Laden rein um mal zu schauen ob es was neues gibt und da ist mir das Cover regelrecht ins Gesicht gesprungen, hab dann die Rückseite gelesen und das es eigenständig läuft,dazu der günstige Preis. Da musste ich zugreifen. Ich finde…
    Von Shadow_Man
    Sowas find' ich klasse. Und solche Sachen sind dann auch ein Grund für mich zur Ladenversion zu greifen und nicht zum Download 
    Von shippy74
    So heute im Laden gewesen und mir das Ding gekauft, hatte keine Ahnung und auch nix gelesen darüber. Dachte für 15 Euro kannste nix falsch machen und FC3 hab ich ja nicht. Was soll ich sagen? Nach der ersten Mission und dem Tutorial bin ich absolut begeistert.Viel gelacht bis jetzt, schön Bunt, dumme…

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Far Cry 3: Blood Dragon
Test: Urkomischer Trash-Shooter ohne Feinschliff
Einfach anders: Ubisoft zweckentfremdet das Far Cry 3-Grundgerüst für ein abgedrehtes Unsinn-Epos um Cyborgs, Drachen und One-Liner, für die sich selbst Arnold Schwarzenegger schämen würde. PC Games hat den Trash-Shooter getestet und verrät euch, ob Blood Dragon seine 15 Euro wert ist.
http://www.pcgames.de/Far-Cry-3-Blood-Dragon-PC-257125/Tests/Far-Cry-3-Blood-Dragon-Test-1067698/
01.05.2013
http://www.pcgames.de/screenshots/original/2013/04/Far_Cry_3_Blood_Dragon_Test__2__b2teaser_169.jpg
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