Fallout 3: Die Faszination Apokalypse am Beispiel von Bethesdas Rollenspiel
Fallout 3
Wie stellen wir uns das Ende der Welt nach einer atomaren Explosion vor? Wir kennen die Bilder nach den Atombombenabwürfen von Hiroshima und Nagasaki. Wie eine gesamte Welt in Schutt und Asche aussieht, können wir uns jedoch nicht im Entferntesten ausmalen. Rund um die vollständig zerstörten Städte der Atombomben-Angriffe von 1945 existiert gesellschaftliche Ordnung, welche die totale Anarchie verhindern kann. In der vollständig vernichteten Welt von Fallout 3 gibt es jedoch keinerlei Ordnung. Die Bilder der Städte zeigen hektargroße, ausradierte Landschaften. Unvorstellbar, dass solch ein Szenario in der Realität auf die gesamte Erde zutreffen könnte. In Videospielen und Filmen wird dieses Thema immer wieder verarbeitet und zeigt oftmals unterschiedliche Seiten einer solchen Zukunftsperspektive. Eines haben diese Werke aber gemeinsam, sie verarbeiten die Bilder der radikalen Zerstörung von Hiroshima und Nagasaki.
Fallout 3 - Authentische aber furchtbare Welt
Endzeit-Vision in Fallout 3: Konzeptzeichnung der "Schiff-Stadt" Rivet City ...
Wir wissen nicht, wie eine komplett zerbombte Welt aussieht, meinen aber, das Fallout-3-Szenario sei authentisch. Woher wollen wir das wissen? Sieht eine solche Welt wirklich so aus wie in Fallout 3? Kleine rivalisierende Gruppen kämpfen um Macht und Herrschaft. Nur der Stärkere überlebt. Beginnt die Herrschaftsfindung von vorn und entwickelt sich über Diktaturen bis hin zur Demokratie? Solche Entwicklungen werden auch von Fallout 3 offen gelassen. Ein einsamer Vault-Bewohner bricht 200 Jahre nach dem Atomkrieg aus dem sicheren Bunker aus und wandert durch die Welt. Als wir das erste Mal in Fallout 3 die sichere Vault verließen, saßen wir mit offenen Mündern vor dem Bildschirm. Da ist sie also, die schöne neue Welt. Verdichtet werden die Bilder des Fallout 3-Ödlands durch eine atmosphärische Sound-Untermalung. Die stählerne Bruderschaft und die Enklave ringen um die geistige Vorherrschaft in den Köpfen der organisierten Bevölkerung. Städte wie Megaton oder Rivet City halten sich als autarke Festungen im Ödland von Washington D.C. und bieten Schutz vor Raidern und sonstigen Bedrohungen. Das Hauptziel eures Helden in Fallout 3 ist die Reinigung des radioaktiv verseuchten Wassers im Ödland. Dazu soll das sogenannte Project Purity wieder in Gang gesetzt werden. Reines Wasser ist ein knapper Rohstoff in Fallout 3 und somit sehr wertvoll.
Fallout 3 - Faszination Apokalypse
... und die Umsetzung im Spiel.
Während wir durch das Ödland und auch die Hauptstadt Washington D.C. laufen, stellen wir uns immer wieder vor, wie das Gebiet wohl vorher aussah. Wird die Welt nach einer solchen Katastrophe je wieder wie vorher aussehen? Der Drang, Project Purity wieder in Gang zu setzen und einen ersten Schritt für weitreichende Verbesserungen zu leisten, liegt also nahe. Die Darstellung der US-Amerikanischen Hauptstadt in all ihrer Zerstörung lässt uns beim ersten Besuch einen Schauer über den Rücken laufen. Unser Level ist noch nicht so hoch, dass wir gefahrlos drei oder vier Supermutanten gleichzeitig abwehren können. Wir schleichen also an den Verstecken der grünen Monster vorbei und wollen das Kapitol, das Washington Monument und vor allem das Weiße Haus zu Gesicht bekommen. Als wir nach vielen Spielstunden das Gebiet des Weißen Hauses betreten, finden wir lediglich einen großen Einschlagskrater. Später kehren wir im Fallout 3-Zusatzinhalt Broken Steel direkt in die spezielle Regierungs-Metro ein. Diese liegt unter dem Weißen Haus. Wir können jetzt durch eine Tür den Einschlagskrater "besichtigen". Nicht ohne Strahlenschutzanzug, versteht sich. Das Bild der Stadt Washington ist atemberaubend, verstörend und wundervoll apokalyptisch. Wir mögen das Szenario, weil es so weit weg ist und weil wir mit unserem Helden der zerstörten Welt trotzen. Wir haben in Fallout 3 die Chance zu überleben. Das gibt uns Hoffnung und lässt uns die Apokalypse genießen.
Oasis - Das Grün der verstrahlten Wüste
Eine der seltenen optischen Veränderungen bietet Oasis, eine Nebenquest von Fallout 3. In einem vom Ödland abgeschotteten Waldgebiet finden wir einen satten, grünen Wald. Die Bewohner versuchen diesen Ort geheim zu halten, um von Raidern und Söldnern in Ruhe gelassen zu werden. Als wir dieses Gebiet zum ersten Mal begehen, kommen wir uns wie in einem Zelda-Spiel vor. Der Wunsch, das Grün von Oasis in das gesamte Ödland zu tragen, erwacht. Wir fragen uns: Kann man das Aussehen der Spielwelt nach diesem Quest verändern? Die Antwort ist leider enttäuschend: Auch wenn wir die Wurzeln des Baum-Mutanten aus Oasis verstärken, statt zu zerstören, sprießt das Grün nicht in das umgebende Ödland. Die Hoffnung auf Besserung bleibt trotzdem erhalten. Wir machen uns nach dem Quest in Oasis auf den Weg, um Project Purity endlich in Gang zu setzen. Vielleicht schafft frisches Wasser die Wende hin zu einer grünen Spielwelt.
Enttäuschendes Ende in Fallout 3
Fallout 3
Das abrupte Ende des Spiels hat uns leider enttäuscht. Eine Zusammenfassung unserer Taten in simplen Bildern reflektiert unsere Rolle in der Post-Apokalypse von Fallout 3. Die Enklave wurde besiegt und Project Purity spuckt wieder frisches und gereinigtes Wasser aus. Mehr als "Krieg, Krieg bleibt immer gleich." erfahren wir zum Ende des Hauptspiels jedoch nicht. Um Project Purity in Aktion zu erleben, benötigen wird das Fallout 3-Add-On Broken Steel. Dieses muss allerdings vor der letzten Hauptmission von Fallout 3 installiert werden. Als wir das erste Mal nach dem Sturm auf Project Purity erwachen, wollen wir das Teil in Aktion erleben. Sehen wir jetzt endlich grüne Wiesen in den Uferbereichen des Ödlandes? Auch hier lautet die Antwort: Nein. Project Purity reinigt das Wasser. Aber nur wenige Meter flussaufwärts finden wir wieder strahlenverseuchte Brühe. In einer der folgenden Missionen verteilen wir gereinigtes Wasser im gesamten Ödland, schöpfen aber keine Hoffnung auf ein gesundes Ödland. Schuld an dem bitteren Beigeschmack ist offenbar der Atomkrieg selbst. Unser Videospiel-Gen verdonnert uns dazu, der weltrettende Held zu sein. In der Vorstellung einer atomaren Apokalypse sind aber keine Helden zugelassen. Nur Verstrahlung, Tod und Anarchie. Es braucht mehr als einen einsamen Wanderer, um die Welt von solch einer Katastrophe zu retten. Fallout 3 beschreibt lediglich die entfernte Geschichte eines Einzelnen nach einem Atomschlag. Diese ist für uns nicht fassbar und viel zu weit entfernt. Noch viel weiter entfernt ist allerdings die komplette Genesung der verseuchten Fallout 3-Welt.
Ebenfalls interessant
Fallout: New Vegas - Release-Termin und erster Trailer
Fallout 3-Test auf pcgames.de
Fallout 3-Komplettlösung auf pcgames.de
Werbung
Fallout 3 jetzt im PC Games Amazon-Shop bestellen
Bildergalerie zu Fallout 3
- Schlagwörter:
- , fallout 3


Ich weiß noch dass die Serie damals mitten in der 2. Staffel einfach eingestampft wurde und ein paar Monate später hieß es man wolle einen Film produzieren, der die Story abschließt. Gehört oder gesehen hab ich davon allerdings nie was.
Wir "mussten" das Buch damals in der Schule lesen. Ich denke dass war so in…
Der Film zu "The Road" ist sehr gelungen, kompromisslos trostlos, sehr verhalten erzählt. Natürlich aber kein Vergleich zum Buch. Such mal unter tvshack.net danach.
Wer sich also…