Faces of War
Commandos verspeisen Sie zum Frühstück und Codename Panzers gehört für Sie in den Kindergarten? Glückwunsch, Sie sind der richtige Kandidat für Faces of War.
Mit einem riesigen Knall verabschiedet sich der stählerne Geschützzug der Deutschen - dank des heldenhaften Einsatzes Ihrer russischen Gefechtsgruppe.
Soldiers: Heroes of World War 2 ließ im Juli 2004 hartgesottene Fans von Taktikspielen aufjubeln, strategische Leichtathleten verzweifelten jedoch am knackigen Schwierigkeitsgrad. Anspruchsvolle Missionen und eine damals erstklassige Grafik sorgten für langen Spielhochgenuss. Lediglich ärgerliche Bugs trübten die Spielerseele. Jetzt steht der Quasi-Nachfolger in den Startlöchern und schickt Sie erneut an die Fronten des Zweiten Weltkriegs.
Für die drei Kampagnen (es grüßt das deutsch-alliiert-russische Trio) gibt es insgesamt je drei Tutorial-Missionen, die jedoch identisch sind. Schade, hier hätten wir etwas mehr Fantasie erwartet. Aber spätestens in der ersten Kampagnen-Mission der Deutschen zeigt Faces of War seine Muskeln: Sie steuern drei Soldaten und wehren zusammen mit sehr clever agierenden KI-Landsern eine riesige Übermacht der Tommies beziehungsweise der englischen Truppen bei der Brücke von Nimwegen ab.
Sofort fühlt man sich mittendrin im Schlachtgeschehen und ist als Einsteiger gleichwohl überfordert. Der von uns gewählte Taktik-Modus ist als sackschwer zu bezeichnen und nur ausdauernden und erfahrenen Spielern zu empfehlen. Wer sich Frust ersparen will, startet im sogenannten Arcade-Modus, in dem die eigenen Figuren mehr einstecken und sich automatisch heilen, sofern Medikits vorhanden sind.
Zu viel des Guten?
Das im Hintergrund beschaulich wirkende Dorf ist mit Gegnern gespickt. Nach dem Kampf ist von der Landidylle nicht mehr viel übrig.
Hunderte von Waffen und Objekten stehen Ihren Figuren zur Verfügung. Leichen, Kisten und Lager lassen sich plündern, die Soldaten nach Belieben ausrüsten. Die Folge von all der Vielfalt ist ein ziemlich überladenes Spielmenü, das so überfrachtet ist, dass man zum Beispiel allein 36 Befehlsschaltflächen in einem dreigeteilten Menü am rechten unteren Bildrand untergebracht hat. Was hier eindeutig fehlt, ist ein streng kontextbezogenes Maus-Interface.
Die Ansätze dafür sind durchaus da: Fährt man mit der Maus über ein Objekt, erscheint ein Icon, um es aufzuheben. Bei einem toten Soldaten oder einer Kiste taucht ein Auge (Objekt untersuchen) auf. Will man dagegen ein Fahrzeug reparieren, muss man zuerst den richtigen Befehlsreiter auswählen, dort auf das Schraubenschlüsselsymbol und dann aufs Ziel klicken. Zum Glück gibt es Hotkeys.
Wenn Sie eine Gruppe Soldaten, die unterschiedliche Waffen tragen, durch die Gegend führen, sind die entsprechenden Icons im Menü hervorgehoben. Klickt man beispielsweise auf das Panzerfaust-Icon und dann auf ein Zielfahrzeug, setzt die richtige Einheit diese Waffe ein. Klingt gut, dennoch ist diese Art der Befehlsgebung in den recht hektischen Gefechten manchmal einfach zu umständlich. Effektiv wäre es gewesen, wenn zum Beispiel bei ausgewählter Gruppe und Rechtsklick auf ein Ziel einfach die verfügbaren Icons um den Maus-Cursor erscheinen - schnell das Gewünschte anklicken und fertig.

