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  • Das Phänomen Farmville: Der Reiz hinter dem simplem Facebook-Spiel

    Mehr als 60 Millionen Nutzer weltweit. Das Facbeook-Spiel Farmville ist erfolgreicher als World of Warcraft und andere MMOs. Doch was macht seinen Reiz eigentlich aus? Warum ist das Simpel-Spielchen so erfolgreich?

    Von der kleinen Farm zur Massenproduktion: Wer an die Spitze will, muss ackern. Von der kleinen Farm zur Massenproduktion: Wer an die Spitze will, muss ackern. Quelle: buffed.de Was sind schon 11,5 Millionen World of Warcraft-Abonnenten? Famrville-Hersteller Zynga Games kann da nur müde lächeln, denn in ihrem MMO tummeln sich - laut Herstellerangaben - mehr als 60 Millionen Nutzer. Jeden Tag. Die amerikanische Firma ist ein bezeichnendes Beispiel für eine Generation von Browsergames, die sich auf das Notwendigste beschränkt: auf einen leichten Zugang, simple Aufgaben und ein Wiederkehrbedürfnis. Das, was auch MMO-Riesen jedes Genres auszeichnen sollte. Die Erfolgsstory von Zynga beginnt nicht 2007 mit der Firmengründung und dem Erwerb des Browser-Spielchens YoVille, sondern im Juli 2009. Da erschien nämlich das Browsergame Farmville – die Simulation eines Bauernhofs. Nur zwei Monate später verzeichnete die virtuelle Farm 35 Millionen Nutzer – Zahl steigend. Und Ende Februar 2010 gibt es bereits mehr als 80 Millionen aktive Spieler. Woran liegt’s? Vor allen Features wie Zugänglichkeit und Schlichtheit des Spiels sticht vor allem eine Tatsache heraus, die nicht unwesentlich zum Erfolg von Farmville beigetragen hat: Facebook, über die alle Zynga-Spiele laufen. Die Webseite, die 2004 online ging und die Bildung sozialer Netzwerke fördert, verzeichnete im Februar 2010 400 Millionen aktive Nutzer weltweit. Fast ein Viertel der Facebook-Nutzer ist auch auf den Farmville-Zug aufgesprungen. Denn nichts ist einfacher als das „Aufspringen“, was uns zum nächsten Punkt bringt: die Zugänglichkeit.

    Haben wir als Facebook-Nutzer einmal auf die Farmville-Einladung eines Kollegen reagiert, werden wir schnurstracks zum Mini-Bauernhof weitergeleitet. Ein paar einfache Texteinblendungen erklären uns das Spielprinzip: Wir beharken Felder, säen Samen aus und kommen ein paar Stunden später wieder, um die Ernte einzufahren. Dafür erhalten wir Erfahrungspunkte. Dazu haben Gemüse, Obst und Blumen unterschiedlich lange Zeiten, in denen sie reif werden – so bringen wir Abwechslung aufs Feld. Darum geht’s in Farmville, das damit ein Paradebeispiel für viele andere Zynga-Spiele ist. Wir müssen keine Handbücher wälzen, Komplettlösungen studieren, noch nicht einmal viel Zeit investieren. Denn Farmville spielt sich von allein. Während wir unserer Arbeit nachgehen, Essen kochen oder gar raiden, wächst unser virtuelles Kraut munter vor sich hin. In ein paar Stunden können wir mal wieder vorbeischauen und das Gemüse ernten. Und wieder geht’s von vorne los. Dann schenkt ein guter Freund noch eine Kuh. Oder einen Baum. Den können wir gleich pflanzen. Feiertage werden mit hübschen Dekorationen gefeiert, die sich aber nicht auf das eigentlich Spiel auswirken. Im Prinzip bietet Farmville also nicht viel mehr, als eine Klick-Beschäftigung für ein paar Minuten – und dennoch ist es unglaublich erfolgreich. Denn die paar Minuten hat jeder am Tag übrig. So verhält es sich auch mit den anderen Spielen von Zynga –wie PetVille, FishVille, CafeWorld um nur einige zu nennen – als auch von Facebook-App-Mitbewerbern wie Slashkey oder Browsergames wie Shakes & Fidget: The Game. Wir stecken nur ein paar Minuten hinein und bringen so unseren Charakter voran.

    Ist der Treibstoff (links) leer, farmt es sich weitaus zäher. Ist der Treibstoff (links) leer, farmt es sich weitaus zäher. Quelle: buffed.de Von allein funktioniert das natürlich nicht. Wären Farmville, Shakes & Fidget und Co nur Solospiele, würde sich vermutlich niemand um die simple Aufmachung und die noch simpleren Aufgaben scheren. Erst soziale Netzwerke wie Facebook hauchen den Zynga-Spielen ihr Leben ein: Dadurch, dass jeder Ihrer Freunde Zugang zu Farmville hat, können Sie sich über eine Rangliste miteinander messen. Wer hat die dicksten Kartoffeln geerntet, die meisten Goldstücke auf dem Markt ausgegeben, seltene Käfer gesammelt – neben der allgemeinen Erfahrungspunkte-Rangliste können Sie Achievements erledigen und damit noch mehr Goldstücke und Erfahrungspunkte einsacken. Freunden kleine Aufmerksamkeiten schicken und sie selbst um virtuelle Gaben anbetteln. Der Wettbewerbsgedanke ist allerorten und spornt selbst Nicht-Computer-Spieler zum Klicken an. So verdienen die Macher von Zynga und andere Browsergame-Entwickler aber nicht ihr täglich Brot. Erledigt man Aufgaben im Spiel, wird eine Ressource aufgebraucht. Man kann es Abenteuerlust, Sprit oder Energie nennen, es läuft aufs selbe hinaus. Ist diese Energie aufgebraucht, geht’s nur schleppend voran oder vielleicht sogar gar nicht weiter. Es muss also noch eine Währung eingeführt werden, mit der die Ressource wieder aufgefüllt werden kann. Die dafür sorgt, dass man schneller voran kommt und die Konkurrenz abhängt. Man hat einen Vorteil im Vergleich zu den anderen Spielern, wenn man für diese virtuelle Währung zahlt. Und daraus machen die Entwickler der Spiele keinen Hehl, schließlich verdienen sie so ihr Geld. So machen sich kostenlose Browserspiele oft den Wettbewerbsgedanken des Spielers zum Nutzen: Man kann schneller leveln, wenn man zahlt.

    Shakes & Fidget - The Game: Mit Glück findet man die Bezahlwährung beim Questen. Shakes & Fidget - The Game: Mit Glück findet man die Bezahlwährung beim Questen. Quelle: buffed.de Natürlich ist diese Währung auch im Spiel erhältlich. Aber nur selten. Ob man sie bei der Erledigung von Aufgaben erhält oder nicht, ist zufallsabhängig. Alternativ erhält man sein „Zuckerl“, wenn man eine Stufe aufsteigt – und rollenspieltypisch rückt der nächste Stufenaufstieg selbst bei Haustiersimulationen immer wieder ein Stück in die weite Ferne. Man muss also immer mehr Erfahrung sammeln, um überhaupt eine Einheit dieser Währung zu erhalten. Oder kann tagelang auch leer ausgehen. Entweder man wartet also. Oder man zückt die Brieftasche. Sich einen Vorteil zu verschaffen, das wird den Spielern von Browsergames schnell schmackhaft gemacht. Es gibt Wochenendboni, die Euch mit mehr „Supadupadollars“ versorgen – fürs gleiche Geld versteht sich. Doch der Kaufgrund virtueller Währungen liegt ganz einfach darin, dass die Hemmschwelle sie zu kaufen, extrem niedrig ist – denn sie „kosten ja fast nix“. Die paar Euro hat jeder Mal über. Auf diese Weise finanzieren viele kleine Beträge die „großen“ Spiele. Ein Konzept, das greift: Die Spieler, die wollen, geben Geld aus. Diejenigen, die nicht bezahlen wollen, müssen es auch nicht. Ein Konzept, das Zukunft hat.

    Wer nicht so schnell oder so schick unterwegs sein will, wie zahlende Kunden, verbringt viel Zeit mit Warten, dass die Ressource sich wieder automatisch auffüllt. Und findet sich damit ab. Solange das Spiel noch spielbar ist, ohne dass man Geld reinstecken muss, ist alles in Butter. Warum zahlen, wenn es auch so geht. Und auch dies ist ein Erfolgsgrund: Wer nicht bezahlen will, benötigt halt ein wenig mehr Zeit. Zehn statt fünf Minuten am Tag. Macht nix, die fünf Extra-Minuten haben doch fast alle. Allerdings muss der Spieler mit offenen Augen durch die Browsergame-Landschaft laufen, denn es gibt auch schwarze Schafe unter den Entwicklern, bei denen die Fans weniger fürs Geld erhalten, als bei anderen. Nicht jedes Browsergame ist darauf ausgelegt, wirtschaftlich zu sein – natürlich gibt es auch Spiele, die von den Machern „just for fun“ entwickelt werden, um die spielende Gemeinde damit zu bespaßen – die Mittel und Möglichkeiten der Macher von Spielen wie Freewar sind natürlich begrenzt. Und den Fünf-Minuten-Spaß spricht nix: Schließlich „machen das ja alle“.

    Client-basierte MMOs hingegen haben es so noch schwerer, sich auf dem Markt durchzusetzen. Im Bereich der Rollenspiele warten einerseits erfolgreiche Spiele wie World of Warcaft, Everquest, Der Herr der Ringe Online, Guild Wars. Von der anderen Seite drängen sich immer mehr Free2Play-Spiele wie Allods Online oder Runes of Magic auf, die die kostenlose Freiheit versprechen. Und nun also auch noch Browsergames wie beispielsweise Shakes & Fidget – The Game oder Castle Age, die zweifelsohne das Zeitalter, in denen sie nur belächelt wurden, hinter sich gelassen haben. Der kleine Gamesnack für Zwischendurch. Oder um Wartezeiten zu überbrücken. Auf World of Wwarcraft: Cataclysm zum Beispiel.

    Originalartikel:
    Phänomen Farmville – Schlicht. Simpel. Sexy? auf buffed.de

  • Es gibt 18 Kommentare zum Artikel
    Von Sheggo
    Ich denke, dass nicht-spielende Leute durch solche Spiele überhaupt erst anfangen zu zocken. Vlt bin ich eine Ausnahme…
    Von nikiburstr8x
    Schon seltsam, das. Hat wohl etwas mit "Revierverteidigung" zu tun. 
    Von Onlinestate
    Mit anderen Worten, du willst dass das Web wieder von Geeks und Nerds beherrscht wird. Der Durchschnittsmensch hat…
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Das Phänomen Farmville: Der Reiz hinter dem simplem Facebook-Spiel
Mehr als 60 Millionen Nutzer weltweit. Das Facbeook-Spiel Farmville ist erfolgreicher als World of Warcraft und andere MMOs. Doch was macht seinen Reiz eigentlich aus? Warum ist das Simpel-Spielchen so erfolgreich?
http://www.pcgames.de/Facebook-Firma-215528/Specials/Das-Phaenomen-Farmville-Der-Reiz-hinter-dem-simplem-Facebook-Spiel-706907/
22.03.2010
http://www.pcgames.de/screenshots/medium/2010/03/Farmville1.jpg
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