FIFA Football 2005
Miroslav Klose fackelt nicht lange und zieht sofort Volley ab. Schalkes Kobiashvili versucht erfolglos, den Schuss noch abzublocken.
Mehr Mittelfeldgeplänkel
Auf dem Rasen sieht das Ganze dann auch sehr ansehnlich aus, hat gegenüber Pro Evo-lution Soccer 3 nur einen Nachteil: Während man bei Ko-namis Fußballsimulation frei nach Schnauze dribbelt, greifen Sie bei FIFA 2005 auf vorgefertigte Tricks zurück - was auf Dauer etwas eintönig ist, Neulinge jedoch kaum stören dürfte. Denen dürfte auch nicht auffallen, dass die Ballphysik im Vergleich zu PES 3 nach wie vor etwas flummiartig wirkt und sich viele Spielzüge ähneln. Gleichwohl ist es den Entwicklern gelungen, die Zahl an Torchancen und Eishockey-Ergebnissen à la 6:3 oder 2:7 einzudämmen. Zum einen agieren die Torhüter intelligenter als zuvor, zum anderen sind die Abwehrspieler sehr viel stärker geworden und jagen einem oftmals den Ball ab. Hinzu kommt, dass Schüsse häufig knapp am Tor vorbeisegeln - exaktes Timing beim Zielen und Bestimmen der Schussstärke ist hier für Erfolgserlebnisse vonnöten. Gleiches gilt für die Pass-Funktion. Häufig steht ein gegnerisches Abwehrbein im Weg und stibitzt die Lederkugel. Das daraus resultierende Mittelfeldgeplänkel ist zwar weniger ansehnlich als bei den einst action- und torreichen Vorgängern, dafür aber um einiges realistischer. Letztgenanntes trifft auch auf die Schiedsrichter zu. Die Pfeifenmänner legen sowohl die Abseits- als auch Vorteilsregel erstklassig aus und sind im Beurteilen von Zweikämpfen absolut regelkonform.
Der helle Kahnsinn!
Weltmeisterlich ist die Präsentation von FIFA 2005 erneut geraten. Wer einen flotten Rechner besitzt, kommt in den Genuss einer TV-gerechten Darbietung. Wie bei Pro Evolution Soccer 3 gibt es nach Großchancen eine Wiederholung und auch in den Halbzeitpausen sowie zu Spielende die Highlights zu bestaunen. Das RTL-Kommentatoren-Duo Florian König und Tom Bartels ist zwar vor kleineren Versprechern nicht gefeit, überzeugt aber mit einem riesigen Wortschatz und präzisen Analysen. Ein echter Ohrenschmaus sind auch die Fangesänge. Aus jedem Fußball-Land holten sich die Entwickler knapp 30 Fans ins Studio und ließen sie landes-typische Parolen ins Mikrofon grölen. Das Ergebnis kann sich hören lassen. Mindestens genauso stimmig ist die gewohnt detailreiche Optik. Die originalgetreu nachgebildeten Stadien - in Deutschland ist unter anderem das Westfalenstadion mit von der Partie - und die überwiegend bis ins kleinste Detail reproduzierten Kicker sehen ihren realen Vorbildern zum Verwechseln ähnlich. In Deutschland sind alle Teams der Ersten und Zweiten Bundesliga mit ihren aktuellen Kadern und offiziellen Trikots samt Werbepartnern vertreten. Einziger peinlicher Fauxpas: In unserer Testversion zierte ausgerechnet beim PC-Games-Heimclub 1. FC Nürnberg noch der alte Sponsor der Zweitligasaison 2003/04 das Leibchen. Die Nationalteams basieren größtenteils auf den EM-Kadern - ergo tragen auch Lukas Podolski und Sebastian Schweinsteiger den Bundesadler auf der Brust.

