FIFA 2004: Authentischer, umfassender, spannender
Spieler mit dürftiger Ballführungstechnik verlieren öfters das runde Leder.
Nie mehr 2. Liga", singen die Anhänger frisch in die Erstklassigkeit aufgestiegener Fußballvereine. "Endlich 2. Liga" seufzt dagegen der FIFA-Fan angesichts der 2004-Version, denn das Bundesliga-Unterhaus wird mit allen Teams von Lübeck bis Unterhaching vertreten sein. Auslöser ist der neue Karriere-Modus, bei dem eine Mannschaft über mehrere Spielzeiten hinweg betreut wird. Sie kicken nicht nur selber kräftig um Punkte mit, sondern sind auch für Manager-Aufgaben wie Spieler-Transfers zuständig.
Nachhilfe für Abwehr-KI
Spielerisch wird der letztes Jahr eingeschlagene Realismus-Pfad weiter beschritten. Satte 31 Attribute bestimmen jetzt das Können jedes Fußballers, vor allem die Ballkontrolle macht sich stärker bemerkbar: Unbeholfenen Anti-Technikern entrutscht öfters mal das Leder. Die diesjährige KI-Renovierung sorgt dafür, dass die Kicker nicht nur die Position des Balls, sondern auch die Stellung der anderen Spieler bei ihren Aktionen berücksichtigen.
Das Resultat ist eine jetzt schon spürbar engere Deckung, die nicht mehr so viele freie Passbahnen erlaubt. Bei der Steuerung sorgt eine Zusatztaste für alternative Lob- und Flanken-Varianten. Indem Sie den Kontroll-Stick nur ganz sacht bewegen, verlangsamen Sie das Lauftempo Ihres Spielers.
Knitterlook und Kurven-Chor
Die Defensiv-KI soll am meisten von der Verbesserung des Raumverständnisses profitieren.
"Das Gameplay kommt an erster Stelle, aber natürlich soll alles auch schön aussehen", kündigt Produzent Danny Isaac die neueste Aufhübschungsrunde an. Noch nie knitterten Trikots so realistisch, "drei verschiedene Basis-Faltenmuster" dürften selbst die anspruchvollste Bügelkraft überzeugen. Die Jerseys sollen im Spielverlauf verdrecken und bei Regenwetter auch sichtbar am Oberkörper kleben. Die Anzahl der Spieler mit wiedererkennbar nachmodellierten Gesichtern wird auf 400 verdoppelt und ein verbessertes Animationssystem sorgt für lebensechtere Bewegungsübergänge.
Eine ähnlich akribische Liebe zum Detail ließ EA bei der Vertonung walten. Rund 300 verschiedene Schlachtengesänge wurden aufgenommen. In den Stadien von FIFA 2004 kommt es zu regelrechten Gröl-Duellen der einzelnen Fankurven: Stimmen die Gäste-Anhänger eine verbale Aufmunterung ihrer Mannen an, reagiert die Gegenseite mit ihren eigenen Gesangsdarbietungen zwecks Übertönung.
Damit auch die Kommentierung lebhafter wird, werden statt vom Drehbuch abgelesener Phrasen jetzt komplette Spielreportagen als Grundlage für die Sprach-Häppchen verwendet. Dadurch sollen die Analysen der Reporter weniger steif rüberkommen und auch mal lebensechte "äh"s und "öh"s enthalten.


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