F1 2010 (PC)

Release:
23.09.2010
Genre:
Rennspiel
Publisher:
Codemasters

F1 2010 im Test: Ab sofort im Handel - Kaufempfehlung für (nicht alle) Rennspieler

24.09.2010 17:36 Uhr
|
Neu
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Mit F1 2010 bringt Codemasters den Formel-1-Zirkus auf den PC zurück - ein Traum wird wahr? PC Games klärt im Test, warum F1 2010 weder Hardcore-Simulation, noch Arcade-Game ist und warum es dennoch viel Spaß bereitet.

F1 2010 im Test auf pcgames.de. Das Rennspiel von Codemasters überzeugt. F1 2010 im Test auf pcgames.de. Das Rennspiel von Codemasters überzeugt. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Als Formel-1-Fan mit Spiele-PC hatte man es die letzten Jahre wirklich nicht leicht. Sony hatte die Lizenz exklusiv für sich beansprucht, Heiko Waßer auf RTL wurde über die Jahre auch nicht leichter zu ertragen und der Weggang von Schumi ließ das Interesse bei zahlreichen Fans versiegen. Das hatte immerhin zur Folge, dass Sony sich die Kohle für die Lizenz lieber sparen wollte und Codemasters zuschlug. 2010 markiert das Jahr, in dem diese Millionen-Investition endlich Früchte tragen soll und noch dazu kehrte Schumi in dieser Saison in die Formel 1 zurück. Der große Coup für Codemasters?

Die kommerziellen Vorzeichen stehen schon mal gut. Schumi ist zurück, die Formel 1 ist wieder populärer als in den vergangenen Saisons und die Meisterschaft hochspannend. Das perfekte Timing für ein Formel-1-Spiel also. Und wenn dann noch die Rennspiel-Profis von Codemasters am Werk sind, dann kann doch eigentlich nichts mehr schiefgehen. Das dachten sich auch die Entwickler und schnappten sich die bewährte, selbstentwickelte Ego-Engine, die auch schon Dirt 2 und Race Driver Grid befeuert. Das Ergebnis kann sich sehen lassen und trumpft gegenüber den Konsolenfassungen mit zahlreichen Effekten auf. Noch nie sahen virtuelle Formel-1-Boliden so detailliert aus und auch die Strecken überzeugen.

Zwar wirken die Kurse nicht so belebt wie die Rallye-Pisten in Dirt 2, aber das liegt in der Natur der Sache. In Spa-Francorchamps gibt’s nun mal auch im echten Leben auf großen Teilen der Strecke nicht viel mehr zu sehen als Bäume am Wegesrand. Dennoch hätten wir eine etwas belebtere Boxengasse gern gesehen. Bei der Ein- und Ausfahrt wirkt diese doch arg ausgestorben – ganz im Gegensatz zur eigenen Box, in der sich Mechaniker und Renningenieure tummeln. Ähnlich wie im Hauptmenü erlebt man alles aus der Sicht des Fahrers und bewegt den Kopf, um von der Reifenwahl über den Strategie-Monitor bis zum Ingenieur und der Strategie-Bestimmung zu wechseln.

Regenrennen zählen zu den optisch beeindruckendsten Szenen. Trotzdem bleibt der Schwierigkeitsgrad moderat. Regenrennen zählen zu den optisch beeindruckendsten Szenen. Trotzdem bleibt der Schwierigkeitsgrad moderat. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Profis dürfen hier auch an den feineren Details des Boliden Einstellungen vornehmen, Anfänger verlassen sich ganz auf die Voreinstellungen des Ingenieurs. Überhaupt gelingt Codemasters erfolgreich der Spagat zwischen einsteigerfreundlichem Lizenz-Rennspiel und anspruchsvoller Simulation für Enthusiasten. Zahlreiche Fahrhilfen wie ein Bremsassistent, ABS, eine Fahrlinie und eine Traktionskontrolle in zwei Stufen sollen Einsteigern Erfolge ermöglichen, allerdings sind die anderen Fahrer auch auf den niedrigsten der vier Schwierigkeitsgrade keine Bremsklötze und geben ordentlich Gas. Blutige Anfänger werden trotz aller Hilfen ohne Streckenkenntnis mitunter dem Feld hinterherfahren.

Das Herzstück des Spiels bildet der Karrieremodus, in dem man sich zunächst in einem kleinen Team seine Sporen verdienen und bestimmte Vorgaben erreichen muss (beispielsweise einen 18. Platz im Qualifying und einen 15. Rang im Rennen). Zwischen den Rennen lauscht man im Wohnwagen seiner Agentin, die neue Vertragsangebote unterbreitet, oder sucht sich ein neues Helmdesign aus. Viel mehr als unterschiedliche Landesfarben stehen aber leider nicht zur Auswahl, ein Editor für das eigene Design wird schmerzlich vermisst. Anfangs wirkt auch hier die Umgebung arg leer, erst mit Rennerfolgen sorgt man für größere Menschenmassen am eigenen Rennstall. Schafft man es in einem Rennen unter die ersten drei, darf man an einer Pressekonferenz teilnehmen und zur Beantwortung von uninteressanten Fragen aus drei uninteressanten Antworten auswählen.

Die Cockpitansicht ändert sich je nach Bolide. Außerdem vermittelt sie das authentischste Fahrgefühl. Die Cockpitansicht ändert sich je nach Bolide. Außerdem vermittelt sie das authentischste Fahrgefühl. [Quelle: Siehe Bildergalerie] Die Idee ist nett, die Umsetzung eher unfreiwillig komisch. Glücklicherweise interessiert das aber alles herzlich wenig, sobald man seinen Boliden über die Piste scheucht. Nie war das Gefühl, in der Startaufstellung eines Formel-1-Renners zu sitzen, authentischer und selten hat ein Rennen so viel Spaß gemacht. Selbst bei aggressiver Fahrweise lassen sich Kollisionen gut vermeiden und die KI-Fahrer spielen gut mit. Wer sich zumindest etwas Mühe gibt, sauber durch eine Kurve zu kommen, der schafft das auch – so gut funktionieren die Rennen. Selbst in den optisch eindrucksvollen Regenrennen bei extrem eingeschränkter Sicht bleibt man stets Herr der Lage. Geht das eigene Manöver dennoch mal in die Hose, darf man bis zu vier Mal zurückspulen und den Fehler ungeschehen machen. Vier Rückspuler sind freilich bei einem Rennen über die volle Dis­tanz herzlich wenig, aber wer sich dieser Aufgabe stellen möchte, der wird auf derlei Hilfsmittel ohnehin verzichten wollen.

Es wird spannend zu beobachten sein, wie eingefleischte Hardcore-Sim-Fans auf F1 2010 reagieren werden, denn selbst mit komplett deaktivierten Fahrhilfen fühlt sich Codemasters’ Rennsport-Titel nicht so brutal hart an wie die Klassiker aus den 90ern. Kleinere Kollisionen gehen trotz voll aktiviertem Schadensmodell meist glimpflich aus und auch das Strafsystem ist mitunter recht nachsichtig. Angesichts der jahrelangen Durststrecke absolut verschmerzbare Schönheitsfehler, die wir gerne in Kauf nehmen.

F1 2010 (PC)
Spielspaß-Wertung

87 %
Leserwertung
(42 Votes):
75 %
Sehr detaillierte Optik
Blutige Anfänger könnten an ihre Grenzen stoßen
Authentisches Fahrgefühl
Für Vollprofis in einigen Teilbereichen nicht konsequent genug
Gelungene Präsentation
   
Maik Bütefür
„Das Mittendrin-Gefühl ist bemerkenswert.“
Jahrelang mussten wir dank Sonys Exklusivdeal auf Formel-Spiele verzichten, jetzt schenkt uns Codemasters direkt wieder ein herausragendes Spiel. Sicher, Hardcore-Rennfahrer, die schon zu Zeiten von Geoff Crammond ihr eigenes Cockpit im Wohnzimmer stehen hatten, werden die letzte Simulationskonsequenz vermissen, aber alle anderen haben kaum Grund zur Klage. Noch nie zuvor haben Rennen in einem Formel-1-Spiel so gut funktioniert und so viel Spaß gemacht. Die Präsentation aus der Sicht des Fahrers ist nicht ganz perfekt und für längere Rennen reichen vier Rückspul-Möglichkeiten für Gelegenheitsfahrer nicht aus, aber wer nicht zum ersten Mal ins Lenkrad greift und der Formel 1 etwas abgewinnen kann, der kommt am Codemasters-Spiel nicht vorbei.
   
Maik Bütefür
Moderation
24.09.2010 17:36 Uhr
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Dein Kommentar
Bewertung: 1
17.10.2010 01:50 Uhr
Und einmal mehr verstehe ich nicht was ihr da testet und muss eure Unabhängigkeit in Frage stellen. Mit Verlaub..., wart ihr überhaupt schonmal in Spa und wisst ihr das es bei jeder Amateur Rennserie bunter zugeht als das was F1 210 vermittelt? 87% Prozent für diesen einigermaßen verkorkste Game sind völlig…
Bewertung: 0
11.10.2010 12:21 Uhr
Genau, als erster in Box, als letzter raus.... kann man vernachlässigen **Sarkasmus off**
Fast alle genannten bugs werden erst nach einiger Spielzeit wirklich nervend, manche ruinieren tatsächlich den Spielspass total.
Wenn diese "Deppen" (wie Du sie nennst) diese bugs nicht öffentlich machen würden, würden…
Neuer Benutzer
Bewertung: 0
07.10.2010 21:44 Uhr
So , ich bin zurück aus dem Krankenhaus und muss sagen ............DAS SPIEL IST HAMMER !
Ich liebe es wirklich !
Ok welches Spiel ist perfekt ? Und wenn noch ein Patch kommt freue ich mich noch mehr drüber !
Ich finde den schwierigkeitsgrad genau richtig ! Ich spiele das so . ok einige werden jetzt lachen …

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